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Käufer greifen zuWall Street wälzt weiter die Fed-Entscheidung

17.03.2022, 22:01 Uhr
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Die wichtigen Indizes an der Wall Street zogen weiter an. (Foto: AP)

So ganz genau können viele Anleger die ZinsEntscheidung der Fed noch nicht deuten. Vorerst geben aber jene den Ton an, die der Notenbank bei Thema Konjunkturbelebung Glauben schenken.

Einen Tag nach dem Einläuten der Zinswende haben sich die US-Börsen weiter nach oben gearbeitet. Die Anleger waren mit der Nachlese des Fed-Zinsentscheids beschäftigt. Die Notenbank hatte wie erwartet den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation um einen Viertel Punkt angehoben. Zudem signalisierte die Fed einen aggressiveren Zinserhöhungszyklus, als es viele Experten erwartet hatten.

"Der Markt versucht immer noch, ein Gefühl dafür zu bekommen, was diese neuesten Nachrichten der Fed für die Zukunft bedeuten", sagte Portfolio-Manager Adam Phillips vom Vermögensverwalter EP Wealth Advisors. Momentan sehe es so aus, dass es immer noch Vertrauen in die Fähigkeit der Fed gebe, eine Rezession zu vermeiden. Es gebe aber auch einiges in der Fed-Erklärung, was der Erleichterung der Anleger und der Höhe der unmittelbaren Kursanstiege entgegenstehe, sagte Aktienstratege Philip Marey von der Rabobank.

Am Ende ging es für den Dow-Jones-Index 1,2 Prozent höher auf 34.480 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,3 Prozent auf 13.614 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 1,2 Prozent auf 4411 Punkte zu.

Übertriebener Optimismus?

Im Fokus der Anleger blieben auch die Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen. "Es bleibt abzuwarten, ob der Optimismus hinsichtlich eines möglichen Friedensschlusses übertrieben ist." Nach Angaben des Kreml laufen die Gespräche inmitten der Kämpfe auf Hochtouren, Darstellungen über deutliche Fortschritte seien aber nicht wahr.

Der Konflikt und seine wirtschaftlichen Folgen bringen die Notenbanken weltweit im Kampf gegen die Teuerung in die Bredouille. Die Bank of England (BoE) hob wie zwar erwartet den Schlüsselsatz um einen Viertel Prozentpunkt auf 0,75 Prozent an. Die Notenbanker deuteten für die kommenden Monate aber behutsamere Erhöhungen als bislang erwartet an. Der Krieg verkompliziere auch für die BoE die eigentlich immer noch fest angestrebte und notwendige rasche geldpolitische Neuausrichtung, urteilten die Analysten der NordLB.

Am Ölmarkt bestimmte die Angst vor Versorgungsengpässen durch den Ukraine-Krieg das Marktgeschehen. Die Warnung der Internationalen Energieagentur IEA vor Ausfällen russischer Lieferungen trieb den Preis für das Nordseeöl Brent wieder über die 100-Dollar-Marke. Es verteuerte sich um bis zu 9,4 Prozent auf 107,26 Dollar. Spekulationen auf Konjunkturhilfen in China beflügelten indes die Preise von Palladium.

Öl-Werte gesucht

Angesichts der steigenden Ölpreise zählten Aktien aus dem Energiesektor zu den Gewinnern. Titel des Schieferöl-Produzenten Occidental Petroleum kletterten um mehr als neun Prozent. Auch die Papiere von Devon Energy, APA, Marathon Oil und Diamondback Energy zogen an. Aktien der schwergewichtigen Öl-Konzerne Chevron und ExxonMobil legten 1,7 und 2,7 Prozent zu.

Anleger von Düngemittel-Herstellern setzten auf eine erfolgreiche Kompensierung von ausbleibenden Rohstofflieferungen aus Osteuropa. Aktien von Nutrien und CF Industries gewannen 4,1 und 4,5 Prozent. Nutrien will seine Kali-Produktion im zweiten Halbjahr hochfahren. Die Preise für Kali, ein wichtiges Ausgangsmaterial für stickstoffhaltige Düngemittel, sind in die Höhe geschossen, seit Wirtschaftssanktionen gegen Russland nach dessen Einmarsch in die Ukraine verhängt wurden. Auch die Titel der Dünge- und Salzunternehmen Mosaic und Intrepid Potash zogen um 6,1 und 14,3 Prozent an.

Die Aussicht auf ein Gesamtjahresergebnis über Markterwartungen versetzte Anleger bei Dollar General in Kauflaune. Die Aktien des Discounters stiegen um 4,4 Prozent. Da immer mehr Amerikaner bei ihren Einkäufen aufs Geld schauen, rechnet das Unternehmen für 2022 mit einem Umsatzplus von etwa zehn Prozent. Der Gewinn werde 12 bis 14 Prozent zulegen.

Quelle: jwu/rts

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