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Daten, Karten, Infografiken Die Coronavirus-Krise in Frankreich

Ende Januar ist Frankreich das Land Europas, das eine Corona-Infektion bestätigt. Vier Wochen später droht die Situation außer Kontrolle zu geraten. Die Franzosen erleben die "schlimmste Gesundheitskrise" seit Jahrzehnten - und ergreifen drastische Maßnahmen. Die Lage im Überblick.

Seit Frankreich am 24. Januar als erstes europäisches Land einen Coronavirusfall bekanntgeben musste, hat sich die Ausbreitung des Erregers zur "schlimmsten Gesundheitskrise" ausgewachsen, die das Land "seit einem Jahrhundert erlebt" hat. Das sagte Präsident Emmanuel Macron, als er am Donnerstag die Anweisung gab, alle Schulen, Hochschulen und Kindertagesstätten im Land "bis auf Weiteres" zu schließen. Ab dem 16. März soll das öffentliche Leben in Frankreich im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie dramatisch zurückgefahren werden, um so die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Als Teil eines großen Maßnahmenpakets kündigte Macron zudem umfangreiche Wirtschaftshilfen an.

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Nachdem die französische Regierung Ende Februar zunächst Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen untersagt und die Grenze später auf 1000 Teilnehmer reduziert hatte, wurde am 13. März schließlich ein generelles Verbot für alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen angekündigt. Die Regel soll schnellstmöglich umgesetzt werden. Ein Shutdown des öffentlichen Nahverkehrs ist laut Premierminister Edouard Philippe jedoch nicht geplant.

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Zwischenzeitlich verzeichnete Frankreich nach Italien die höchsten Fall- und Opferzahlen in Europa. Inzwischen entwickelt sich die Situation bei den bestätigten Infektionen ungefähr im Gleichschritt mit Deutschland und deutlich langsamer als bei den Italienern und auch in Spanien. Anders als etwa in Deutschland nähert sich die Zahl der Coronavirus-Toten aber bereits dem dreistelligen Bereich.

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Besonders betroffen ist die Region "Grand Est". Am 11. März 2020 erklärte das Robert-Koch-Institut das Gebiet, das die früheren Départements Lothringen, Champagne-Ardenne und das an Deutschland grenzende Elsass umfasst, neben Italien, Tirol (Österreich) und Spaniens Hauptstadt Madrid zur europäischen Risikozone.

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Die Zahlen verdeutlichen, warum: Frankreichweit betrachtet, verzeichnet die Region "Grand Est" seit dem exponentiellen Anstieg der Fallzahlen mit Abstand die meisten bestätigten Infektionen. Wenn Europa derzeit das weltweite Epizentrum für die Corona-Krise ist, wie es die WHO formulierte, ist es der Große Osten für Frankreich.

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Zuletzt lag die Zahl mehr als doppelt so hoch wie in den ebenfalls vergleichsweise stark betroffenen Regionen Auvergne-Rhône-Alpes und Hauts-de-France. Das Gros der französischen Coronavirusfälle konzentriert sich auf Europa. In den sieben Überseeregionen des Landes wurden bislang geringe Fallzahlen registriert.

Quelle: ntv.de