Leben

100 Jahre Save The Children Jeder Krieg ist ein Krieg gegen Kinder

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420 Mio Kinder sind von existenziellen Krisen betroffen ....

(Foto: imago images / Xinhua)

"Die größte Überraschung im Krieg ist die Menschlichkeit" findet Antonia Rados, Kriegsreporterin und mediale Stimme der Vernunft. "Krieg" und "Menschlichkeit - ein Paradoxon? Auf den ersten Blick vielleicht, wütet beispielsweise der Bürgerkrieg im Jemen doch seit vier Jahren und ist mittlerweile zur größten humanitären Notlage der Welt geworden. Allein dort sind 24 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter 14,3 Millionen Kinder. Und dann ist da die andere Seite des Krieges, die der Mitmenschlichkeit. So wie bei Anne-Sophie Mutter, die ein Zeichen gesetzt hat und im Frühjahr zwei Charity-Konzerte in der Hamburger Elbphilharmonie gab. Sie engagiert sich damit für "Save the Children" - ebenso wie andere Prominente, die mit Hilfsprojekten unter anderem die Versorgung mit Trinkwasser sowie den Erhalt und Wiederaufbau von Gesundheitseinrichtungen und Schulen unterstützen. Bei einem Festakt im Berliner Museum für Kommunikation feierte "Save the Children" dieses Jahr zum 100. Jubiläum daher ausnahmsweise einmal sich selbst - eine außergewöhnliche Veranstaltung für Martina Dase, Leiterin Strategische Kommunikation und Jenny zu Eulenburg, Teamleitung Partnerships & Philantropy. n-tv.de spricht mit den beiden darüber, wie vor 100 Jahren alles begann - und wie es am liebsten weitergehen sollte.

n-tv.de: Wie war es, sich mal selbst so richtig feiern zu dürfen?

Martina Dase: (lacht) Eine solche Veranstaltung haben wir noch nie ausgerichtet. Es war enorm viel Arbeit für uns alle, aber zu unserem 100-jährigen Jubiläum haben wir es für gut und richtig gehalten. Wir haben mit der Unterstützung vieler verschiedener Akteure ein Programm auf die Beine stellen können, das bei unseren rund 300 Gästen enormen Anklang fand. Ich habe schon sehr viele Berufsjahre hinter mir, aber so viel positive Resonanz hatte ich noch nie. Besonders berührt hat mich, dass sich alle Mitwirkenden auf ihre ganz persönliche Art zu "Save the Children", zu unseren Werten, Zielen und unserer Arbeit bekannt haben. Es war ein großartiger Moment!

Wer war denn alles da?

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Susanna Krüger, Geschäftsführerin "Save The Children" und Gerd Müller, Bundesentwicklungsminister, beim Festakt zum 100. Jubiläum.

(Foto: imago images / Future Image)

MD: Entwicklungsminister Gerd Müller möchte ich an erster Stelle nennen. Für mich hat er seine wahrscheinlich kämpferischste Rede gehalten. Beeindruckt hat mich auch Kriegsreporterin Antonia Rados, die explizit gesagt hat, dass es NGOs wie "Save the Children" geben muss. Ihr Zitat "Die größte Überraschung im Krieg ist die Menschlichkeit" hallt noch immer in mir nach. Aber ich möchte unbedingt auch die anderen Mitwirkenden erwähnen: Das Filmorchester Babelsberg hat live gespielt, genauso wie die Liedermacherin Balbina und der multikulturelle Toto Lightmann Kinderchor aus Hamburg. Unsere Schauspieler-Botschafter Ulrike C. Tscharre, Jördis Triebel, Florian Stetter, Inka Friedrich und Lavinia Wilson haben authentische Texte von Kindern aus Kriegsregionen gelesen. Und Fotograf Dominic Nahr hat von seiner weltweiten aktuellen Recherche berichtet. Gemeinsam haben alle Künstler und Schauspieler Kindern im Krieg eine Stimme gegeben. Kinder, die inmitten von Gewalt aufwachsen, lassen dies nicht so einfach hinter sich. Ihre Seelen sind verletzt - oft für Jahrzehnte. Mit dem Jubiläum und unserem Thema „Krieg gegen Kinder“ haben wir diese schreckliche Situation für Mädchen und Jungen in den Mittelpunkt gestellt. Ich habe das Gefühl, dass man uns jetzt intensiver zuhört, man es weiterträgt und sich im besten Fall engagiert.

Jenny zu Eulenburg: Es waren vor allem die Zeitzeugen. Diejenigen, denen "Save the Children" nach dem Zweiten Weltkrieg geholfen hat. Es waren etwa 15 ältere Herrschaften aus Berlin und Hamburg gekommen. Ihre persönlichen Berichte haben mich sehr bewegt. Und ein sehr alter Herr im Publikum konnte sich zwar nicht mehr genau an seine Notverpflegung erinnern, aber dass er als Kind regelmäßig "etwas mit viel Fleisch" bekommen hatte, das wusste er noch. Angefangen hat es ja schon nach dem 1.Weltkrieg in Deutschland.

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Jördis Triebel, Florian Stetter, Inka Friedrich und Ulrike C. Tscharre beim Festakt 100 Jahre "Save the Children" im Museum für Kommunikation in Berlin.

(Foto: imago images / Future Image)

MD: Die Zeitzeugen sind unser gelebtes Gedächtnis. Es gibt ja nicht mehr so viele, die ihre Geschichte erzählen können. Aber wir haben durch bundesweite Aufrufe in Radio und Zeitungen überraschend viele Menschen gefunden, die uns von der damaligen Hilfe von "Save the Children" berichteten. Ein 105-Jähriger erinnerte sich zum Beispiel noch daran, wie er an seinen Schulranzen einen Blechnapf geschnallt hat und in der Schule Suppe bekam, weil er zu den bedürftigen Kindern gehörte.

Das Büro Deutschland gibt es erstaunlicherweise erst seit 2004.

MD: Das aktuelle Büro, ja. Aber was kaum jemand weiß, ist, dass "Save the Children" nach den Noteinsätzen im Ersten und Zweiten Weltkrieg noch bis zur Hamburger Sturmflut, also bis 1962 in Deutschland half. Aber dann kamen der Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder - und wir konnten auf eigenen Füßen stehen. Erst gut vier Jahrzehnte später, mit dem gewachsenen Einfluss Deutschlands, war die Zeit gekommen, dass die inzwischen international arbeitende britische Organisation "Save the Children" mit Hilfe von Deutschland anderen helfen konnte, anderswo. Auch andere internationale Hilfsorganisationen haben Deutschland damals quasi entdeckt, als potenten Spender und als Geberland. Es gibt ja durchaus Hilfsorganisationen, die viel länger existieren in Deutschland, aber "Save the Children" als "angelsächsisches Gewächs" war erst einmal in die restliche Welt gezogen.

Das Essen früher hieß "Liebesgaben aus Schweden".

JzE: Auch der schwedische Arm von "Save the Children" war früher sehr aktiv als Hilfsorganisation in Deutschland, hat viele Kinder unterstützt und ist in Schweden so bekannt wie Astrid Lindgren. Ich bin gebürtige Schwedin und bin mit "Rädda Barnen" ("Save the Children") aufgewachsen.

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Martina Dase

(Foto: Save The Children)

MD: Im Vergleich zu den schwedischen Kollegen sind wir natürlich immer noch klein, aber wir sind nach aktiven 15 Jahren aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Inzwischen unterstützen uns 135.000 Dauerspender, die unsere Arbeit erst möglich machen. Im Vergleich zu anderen weitaus etablierteren Organisationen sind unsere Unterstützer jünger. Mal sehen, was wir in den nächsten 15 Jahren noch gemeinsam bewegen.

Eine Zahl: 420 Millionen. Das ist die Anzahl der Kinder, um die es geht. Die Anzahl der Kinder, die von existenziellen Krisen bedroht sind, das ist unvorstellbar. Und unfassbar. Wie helfe ich so vielen Kindern? Und ist es nicht unglaublich frustrierend, dass es eine solche Zahl überhaupt gibt?

JzE: Das ist natürlich eine ganz grausame Zahl. Ich denke ganz oft daran, wie unsere Gründerin Eglantyne Jebb das alles betrachten würde. Sie würde vermutlich sagen, dass jeder Einzelne etwas tun kann. Und wenn diese Frau vor 100 Jahren in der Lage war, eine Organisation auf die Beine zu stellen, die inzwischen die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation ist, dann sind wir heute erst recht in der Lage, dies fortzuführen. Leider ist die Situation der Kinder noch immer so herausfordernd, dass es uns immer noch gibt. Allerdings gibt es viele positive Veränderungen und selbstverständlich setzen wir uns jetzt und in Zukunft mit aller Kraft für die Mädchen und Jungen ein - solange wir gebraucht werden.

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Kinder im Jemen ...

(Foto: imago images / Xinhua)

MD: Save the Children ist nicht dafür verantwortlich, Kriege zu stoppen. Das liegt nicht in unserer Macht, das ist nicht unser Mandat. Aber es liegt in unserer und der Verantwortung vieler anderen Organisation, dass wir diese Kriegskinder nicht vergessen. Sie sind Kinder, sie haben ein Recht darauf, beschützt zu werden. Ich finde es beachtlich, dass unsere Gründerin Eglantyne Jebb schon damals nach dieser Maxime gehandelt hat. Sie ist unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg 1919 in Deutschland, Österreich und Osteuropa aktiv geworden, weil sie das Elend der hungernden Kinder nicht ertragen konnte, auch wenn es die Kinder der Feinde waren. Nach einem Jahr bereits, also schon 1920, hat sie beschlossen, neben der britischen auch eine internationale Organisation in Genf zu gründen, direkt neben dem Völkerbund. Sie hat bereits damals empfunden, dass es ein Fass ohne Boden ist, nur Nothilfe zu leisten. Geld sammeln, ausgeben, Geld sammeln, ausgeben - und immer wieder neue Krisenherde. Ihr war klar, dass "Save the Children" eine Kinderrechtsorganisation sein muss, die die Lage der Kinder in Not nicht nur akut, sondern grundlegend verbessert. So geben wir Kindern heute weltweit eine Stimme – als Appell an diejenigen, die die Macht haben, grundsätzlich etwas zu ändern.  

Eglantyne hat dann etwas sehr Essenzielles unternommen.

MD: Ja, sie hat schon damals, 1923, fünf Rechte für Kinder aufgeschrieben, heute bekannt unter dem Namen Kinderrechtskonvention. Kinder brauchen Rechte, genauso wie Erwachsene! Das hat Eglantyne Jebb weitsichtig erkannt. Es wird immer Krisen geben. Aber man kann die Situation für Kinder substanziell verbessern. Kinder dürfen nicht ins Kreuzfeuer geraten. Ihr Recht auf Schutz muss ihnen das Überleben sichern - immer und überall. Sie müssen genug zu Essen bekommen, gesund und geschützt aufwachsen und zur Schule gehen können.

Sie hatte einen wirklich unglaublichen Weitblick. Gibt es eigentlich einen Film über Eglantyne Jebb?

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Eglantyne Jebb:"In Zeiten der Not muss einem Kind zuerst geholfen werden."

(Foto: Save The Children)

MD: Erstaunlicherweise noch nicht. Sie ist ja so ultramodern gewesen, ein Film wäre wirklich fantastisch. Eine ungewöhnliche, unangepasste Frau, die selbst zuerst gar keine große Kinderfreundin war, wie sie in ihrer Zeit als Lehrerin in englischen Armenvierteln leidvoll erfuhr. Sie kam aus gutem Hause, wollte etwas erreichen, aber die Möglichkeiten für Frauen waren ja damals noch sehr begrenzt. Dass sie 1919 von der Polizei abgeführt wird, nachdem sie Flugblätter verteilt hatte, auf denen ein ausgemergeltes Kind zu sehen war und sie danach zur Retterin Tausender Kinder wurde, hätte niemand gedacht, sie wohl am wenigsten. Sowohl dokumentarisch als auch als Spielfilm würde ihre Geschichte wirklich unendlich viel hergeben. Und sie wäre hochaktuell. Also wir sind vorbereitet - wir haben bereits Exposés entwickelt (lacht).

Jebb hat leider nicht lange genug gelebt, als dass sie noch erleben konnte, was sie alles erreicht hat. Sie starb 1928 an den Folgen einer Operation.

MD: Sie hat quasi von zwei Enden gebrannt. Man nannte sie auch die "Weiße Flamme". Sie hatte eine ungeheure Weitsicht und visionäre Kraft. Das hat sie sehr strapaziert - sie war oft krank und hat wohl ihre Kräfte schnell aufgebraucht.

Ich sehe deutlich, wie Sherry Hormann, die Regisseurin von zum Beispiel "Nur eine Frau", diesen Film erzählt. Jebb hat vor 100 Jahren schon Sachen gemacht, die auch heute noch super modern sind. Man kennt Eglantyne Jebb definitiv zu wenig und das ist ein Fehler.

MD: (lacht) Das ist eine tolle Idee, sie wäre genau die Richtige, um einen Film über eine so mutige Frau wie Eglantyne Jebb zu machen. Jebb hat übrigens auch selbst zu filmischen Mitteln gegriffen: Sie hat 1921 einen Kameramann nach Russland geschickt, um zu zeigen, wie dramatisch die Hungersnot dort war. Ihre Befürchtung war, dass ihr sonst niemand geglaubt hätte.

Wie geht "Save the Children" eigentlich vor Ort an die Themen ran? Gehen Sie über die Mütter?

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Kind im Jemen ...

(Foto: imago images / Xinhua)

MD: Ganz unterschiedlich, wir nutzen immer die Expertise von Menschen, die in den Ländern verwurzelt sind. Dies sind junge Frauen, Mütter aber natürlich auch Männer. Oft sind die "Community-Leader" der Schlüssel für unsere Arbeit vor Ort. Mit ihrer Unterstützung erhalten wir das Vertrauen der Menschen. Oft arbeiten wir auch partnerschaftlich mit anderen Organisationen. Aber egal, welchen Weg wir gehen, immer stehen die Kinder im Mittelpunkt. Manchmal kann es sogar sein, dass man zuerst nur mit Männern reden muss, auch wenn es um Frauenthemen geht. Wenn wir Beschneidung oder Frühverheiratung stoppen wollen, geht das sogar oft nur mit männlicher Unterstützung.

Nochmal zurück zum Thema Zusammenarbeit  mit anderen Hilfsorganisationen: Wie gehen Sie da vor?

MD: Wir haben seit Haiti (Anm.d. Red.: gemeint ist das schwere Erdbeben 2010, dem laut offiziellen Schätzungen um die 320.000 Menschen zum Opfer gefallen sind) sehr viel gelernt. Gerade in dieser Krise gab es Situationen, dass sich Hilfsorganisationen gegenseitig behindert haben. Inzwischen hat sich dies grundlegend verbessert. Man arbeitet unter der Regie der Vereinten Nationen in Clustern, ergänzt sich je nach Expertise und Erfahrung und leistet gemeinsam das Notwendige.

Was ist das schlimmste Krisengebiet im Moment?

MD: Es gibt eine Liste der Länder, die für Kinder am gefährlichsten sind. In unserem aktuellen Report "Krieg gegen Kinder" stehen Jemen, Syrien, Afghanistan, Kongo und neuerdings auch Mali ganz oben. 

Mit den Flüchtlingsströmen, die aktuell wieder bei uns landen, wird einem klar, wie unhaltbar die Situation in vielen Ländern dieser Welt ist – niemand möchte seine Kinder in einem Kriegs- oder Krisengebiet aufwachsen lassen.

MD: Die meisten Flüchtlinge bleiben tatsächlich in den jeweiligen betroffenen Regionen, oft übersteigt die Anzahl der Binnenvertriebenen um ein Vielfaches die Zahl derjenigen, die nach Europa kommen. Aber natürlich möchte niemand seine Kinder in Armut oder in Konflikten aufwachsen lassen. Flucht und Migration sind vielschichtig und kein neues Phänomen. Allein die Geschichte der USA ist ja eine Geschichte der Migration: Dort suchten Armutsflüchtlinge aus Deutschland, aus Polen, aus Irland eine bessere Zukunft. Und das ist nur ein Beispiel.

Hilft "Save The Children" eigentlich auch vor der Haustür, also in Deutschland?

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Jenny zu Eulenburg

(Foto: Save The Children)

JzE: Wir haben uns in der Flüchtlingsunterkunft in Tempelhof engagiert bis 2017. Dort haben wir "Child Friendly Spaces" eingerichtet, das sind geschützte Räume für Kinder, wo Mädchen und Jungen spielen und lernen können. Das ist ein Konzept, das wir an allen Brennpunkten der Welt mit Erfolg für die Kinder einsetzen. In dem Zuge haben wir auch Bildungsprojekte in Deutschland gestartet. Dort arbeiten wir daran, dass keine Stigmatisierung auftreten kann, dass Eltern, Kinder und Lehrer dieselbe Sprache sprechen. Und in unseren "Leseoasen" lernen so viele Kinder wie möglich, wie der Name schon sagt, lesen. Außerdem gibt es das Programm "Mädchen machen Mut" - um geflüchtete Mädchen hier in Deutschland zu stärken.

MD: Kinderarmut in Deutschland gibt es, das muss natürlich anders werden, denn es ist eine Schande. Wir tasten uns da vorsichtig heran. Wir haben da auch unsere Rolle verändert, von der direkten Hilfe in den Hangars des Flughafens Tempelhof auf die Meta-Ebene. Das heißt, wir wissen, was Kinder brauchen, und haben einen Unterbringungs-TÜV erarbeitet, arbeiten mit Landesregierungen zusammen und sorgen dafür, dass wir unser Wissen zur Verfügung stellen. Armut in Deutschland ist jedoch ein Thema, mit dem wir uns intensiver auseinander zu setzen haben - in sinnvoller Ergänzung zu den Organisationen und Institutionen, die es hierzulande bereits gibt.

Ein "TÜV" klingt sinnvoll.

JzE: Ja, denn es gibt bundesweit keine verbindlichen Standards. In unserem "TÜV" geht es neben dem Kinderschutz um so selbstverständliche Dinge wie Steckdosen, Gardinen, Fenster, Waschräume oder Spielzimmer. Was muss da sein, damit ein Kind sicher und gut aufwachsen kann?

Was sind die nächsten Pläne?

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Antonia Rados

(Foto: imago images / Future Image)

MD: Es geht immer weiter, aber das nächste große Ziel ist, dass wir während die "Leaders of the World" sich im November treffen, darauf aufmerksam machen, dass es ja schön und gut ist, Kinderrechte zu haben, aber dass dies nicht ausreicht. Wenn man einen Krieg nimmt wie den in Syrien - acht Jahre - in denen nicht nur ein Land gegen ein anderes, sondern viele inländische Akteure gegeneinander kämpfen, dann kann man das gar nicht mehr so einfach entwirren. Kennen diese Menschen eigentlich die UN-Kinderrechtskonvention? Halten sie sich daran? Wir brauchen mehr Diskussionen, wie zum Beispiel im September bei der UN-Generalversammlung: Wie können Kinder in Kriegen besser geschützt werden? Denn Kinder und Schulen und Krankenhäuser werden immer öfter zu Angriffszielen, Kinder werden als Soldaten rekrutiert, Schulen werden als Waffenlager missbraucht, und unsere Instrumente reichen da nicht mehr aus. Wir von "Save the Children" haben uns jedenfalls vorgenommen zu fragen: "Was hätte unsere Gründerin heute getan? Wie würde Eglantyne Jebb handeln?" Sie hat das Rahmenwerk geschaffen - aber was würde sie HEUTE tun? In diesem Sinn setzen wir uns weiter mit allen Mitteln für die Kinder der Welt ein.

Mit Martina Dase und Jenny zu Eulenburg sprach Sabine Oelmann

18. bis 25. September Human Rights Film Festival - "Save the Children" hat dort eine eigene Filmreihe über "Kinder im Krieg"

20. November: 30 Jahre Kinderrechtskonvention

Quelle: n-tv.de

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