Unterhaltung

Protest gegen Rassismus Dixie Chicks ändern ihren Namen

ed28b9812da239572eaa198b6f9c3a20.jpg

The Chicks: Natalie Maines, Martie Maguire und Emily Robison

(Foto: REUTERS)

Seit Wochen gibt es in den USA landesweite Anti-Rassismus-Proteste als Reaktion auf den Tod des Schwarzen George Floyd. Die Countryband "Dixie Chicks" streichen aus Solidarität einen Teil ihres Namens. Sie sind nicht die ersten Musiker, die sich auf diese Weise von Südstaaten-Begriffen distanzieren.

Offenkundig zur Unterstützung der Proteste gegen Rassismus und Benachteiligung von Schwarzen in den USA hat die populäre Country-Band Dixie Chicks überraschend ihren Namen geändert. Das Frauen-Trio strich kurzerhand das "Dixie" - ein Synonym für den alten Süden der USA - aus dem Namen und nennt sich ab sofort nur noch The Chicks, wie auf der Website der Band zu sehen war. Eine Begründung für die Entscheidung wurde nicht genannt. Die Website wurde entsprechend umbenannt.

Dort ist zudem ein Video mit einem neuen Lied abrufbar: "March, March" (Marschiere, marschiere) heißt der Song, der mit Bildern von Demonstrationen für Klimaschutz, gegen Krieg und auch gegen Rassismus begleitet wird. Am Ende des Videos werden zahlreiche Namen von Opfern rassistischer Gewalt eingespielt - an prominenter Stelle der Afroamerikaner George Floyd, der Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz ums Leben kam.

Schon unter dem alten Namen war die Band bekannt dafür, dass sie gesellschaftskritische Themen gerne aufgriff. Wegen der Ablehnung des Irak-Kriegs und der Politik des damaligen Präsidenten George W. Bush geriet das Trio selbst in den Mittelpunkt öffentlicher Kritik von bisherigen Fans seiner Countrypop-Musik. Nach diesem Aufschrei 2003 und einem zunehmenden Boykott legte die Band eine lange Pause ein - ein neues Album soll Mitte Juli erscheinen.

Lady A macht's vor

Bereits die US-Countryband Lady Antebellum hatte sich vor wenigen Wochen umbenannt, weil ihr Bandname an die Zeit der Sklaverei erinnert. Künftig lautet ihr Name Lady A. Sie seien "beschämt", weil sie den Bezug des Namens zur Sklaverei nicht früher berücksichtigt hätten, so die Musiker.

Der Begriff "ante bellum" stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet generell die Periode vor einem Krieg. Im US-Sprachgebrauch wird damit häufig auf die Südstaaten vor dem Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 verwiesen. In dem Krieg hatte die Südstaaten-Konföderation vergeblich für den Fortbestand der Sklaverei gekämpft.

Quelle: ntv.de, mba/dpa