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Film "Cuties" in der Kritik Netflix wegen Kinderpornografie angeklagt

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Amy und ihre Freundinnen.

(Foto: Netflix)

Bei Netflix ist mit "Cuties" ein Film über eine Gruppe hypersexualisierter Mädchen verfügbar, der beim Sundance Filmfestival ausgezeichnet wurde. Nach weltweiter Kritik erhebt die Staatsanwaltschaft in Texas nun Anklage gegen den Streamingdienst wegen des Vorwurfs der Kinderpornografie.

Der neue Netflix-Film "Cutie" - übersetzt "Die Süßen" - sorgt weiter für Aufregung. Die preisgekrönte französische Produktion, freigegeben ab 18 Jahren, thematisiert die problematische Sexualisierung von jungen Mädchen in der Popkultur, zeigt aber auch grenzüberschreitende Szenen. Dieser Umstand sorgt nun für gerichtlichen Ärger.

Die Klage gegen Netflix wurde von der Staatsanwaltschaft in Texas konkret wegen der Darstellung des Schambereichs eines jungen Mädchens eingereicht, meldet das US-Filmmagazin "Variety". Der Anklage vorausgegangen sei ein Schreiben von republikanischen Abgeordneten, die eine Aufforderung zur Strafverfolgung gegen Netflix wegen Kinderpornografie an den US-Generalstaatsanwalt Bill Barr unterstützt hätten.

Dem Film wird vorgeworfen, er ergötze sich an Mädchen in sexualisierten Posen. Dabei will Regisseurin Maïmouna Doucouré nicht deren Sexualisierung fördern, sondern eben diese kritisieren, ebenso wie die Unterdrückung weiblicher Selbstbestimmung in traditionell geprägten Gesellschaften.

Plakat zurückgezogen

Im Vorfeld war es bereits zu heftigen Reaktionen an der Marketing-Strategie zur Einführung des Films gekommen. Netflix hatte sich unter anderem für das Filmplakat zu "Cuties" entschuldigt und es zurückgezogen: Es zeigte die minderjährigen Hauptdarstellerinnen in problematischen Posen.

"Cuties" ist ein französischer Film (Originaltitel: "Mignonnes") von der aus dem Senegal stammenden Doucouré, der bereits am 19. August 2020 in die französischen Kinos kam. Bei Netflix ist er in Deutschland seit dem 9. September verfügbar.

Der autobiografisch inspirierte Film erzählt die Geschichte der elfjährigen, muslimisch erzogenen Amy, die sich in Paris einer Gruppe hypersexualisierter Mädchen anschließt, die sich auf einen Tanzwettbewerb vorbereiten. Hierbei gerät das Mädchen auch in einen Konflikt zwischen den Kulturen. Auf dem Sundance Filmfestival wurde Doucouré mit einem Regiepreis ausgezeichnet.

Quelle: ntv.de, nan/spot