Unterhaltung

Knallhart und soft zugleich Oprah Winfrey, die Zuhörerin

3gf11556.jpg3603324018362696749.jpg

Sie kann es manchmal selbst nicht fassen, was aus ihr geworden ist!

(Foto: dpa)

"Ich werde dieses Jahr 60!" Juchuh? Ja, durchaus! Während andere sich grämen und mit dem Schicksal hadern, macht Geschäftsfrau Winfrey das Beste draus, wie immer. Sie freut sich tatsächlich, dass sie alt werden durfte. Keine Selbstverständlichkeit.

AP555485135062.jpg

Mit Forest Whitaker in "The Butler".

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Oprah Winfrey ist die Verkörperung des amerikanischen Traums. Sie kam von ganz unten und arbeitete sich nach ganz oben. Als Tochter einer minderjährigen Mutter wuchs sie in Armut auf, wurde eigenen Angaben nach mit 9 vergewaltigt, war mit 14 schwanger und verlor ihren Sohn bald nach der Geburt. Ihr Talent, zu kommunizieren, brachte die junge Schwarze früh zu einem Sender. Ihre "Oprah Winfrey Show" wurde zur erfolgreichsten Talkshow in der Geschichte des Fernsehens. Am 29. Januar 2014 wird die Medienfrau, Schauspielerin und Produzentin 60 Jahre alt.

Winfrey gehört zu den mächtigsten Frauen der Welt. Auf die "Time"-Liste der 100 einflussreichsten Personen kam sie häufiger als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie ist Nordamerikas einzige schwarze Milliardärin. Ihr selbst verdientes Vermögen machte Oprah Winfrey zum reichsten afroamerikanischen US-Bürger des 20. Jahrhunderts. Und es ermöglicht ihr, freigiebig zu spenden, für Notleidende, Museen und die von ihr gegründete Schule in Südafrika.

3gf11608.jpg986927933787825326.jpg

Machen zusammen Urlaub: Winfrey und der Präsident.

(Foto: dpa)

Winfrey-Biografin Kitty Kelley nennt die Talkshow-Queen eine "einzigartige amerikanische Persönlichkeit, die der Gesellschaft einen unauslöschlichen Stempel aufgedrückt hat". Winfrey hat eine eigene Produktionsfirma und verfügt nach Schätzungen des US-Magazins "Forbes" über ein Vermögen von 2,9 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro). Daneben schafft sie es, regelmäßig in Hollywood-Filmen mitzuwirken. Zuletzt spielte Winfrey eine Nebenrolle in dem Streifen "Der Butler".

"Ich war ein Neger"

AP389537775106.jpg

Mit Stedham Graham bei einem ihrer seltenen Auftritte als Paar.

(Foto: Charles Sykes/Invision/AP)

Winfrey hat einen eigenen Sender, OWN (Oprah Winfrey Network). Er ist der Mehrheit des amerikanischen TV-Publikums zugeschaltet. Sie ist mit Präsident Barack Obama und dessen Frau Michelle befreundet und verhalf ihm bei der Wahl ins Weiße Haus 2008 zu entscheidenden Stimmen. "Als ich 1954 in Mississippi geboren wurde, damals noch ein Staat mit Rassentrennung, war ich ein Neger", sagte Winfrey einmal. Inzwischen gilt sie als Wirtschaftsmacht. Im letzten November zeichnete Präsident Barack Obama Winfrey im Weißen Haus wegen ihrer Leistung als "globale Medienikone" mit der Freiheitsmedaille aus, der höchsten zivilen Ehrung des Landes. Der Politiker und die Moderatorin kennen sich gut: Winfrey unterstützte den Präsidenten im Wahlkampf. Anfang des Jahres urlaubte sie mit Michelle Obama auf Hawaii.

Ihre Empfehlungen im Buch- oder Modemarkt können über Wohl und Wehe entscheiden. Manche Produkte wären ohne Nennung in einer ihrer Shows kaum ein Erfolg geworden. Die Literaturzeitschrift "Publishers Weekly" rechnete aus, dass die Empfehlung in "Oprahs Book Club" Dutzende von Büchern zu Bestsellern gemacht habe. Nur wenige Autoren wagen es, sich von ihr zu distanzieren, wie Jonathan Franzen 2001.

Tom hüpft, Lance beichtet

Viele Hollywoodstars nahmen in den 25 Jahren der "Oprah Winfrey Show" bei ihr Platz. Künstler, Unternehmer und Politiker, selbst die Obamas, plauderten mit Oprah über ihre Sorgen. Zur Belohnung gab es Mitgefühl und gute Ratschläge. Der damals noch frisch verliebte Tom Cruise hüpfte vor Glück über seine Katie Holmes auf Winfreys Couch. Außer Promis holte Winfrey jede Menge schicksalsgestrafter Menschen zu sich ins Studios, Leute mit großen Ängsten und bizarren Süchten. Und auch Lance Armstrong packte bei Oprah Winfrey aus - wo sonst?

Als sie 2011 einen Schlussstrich unter die "Oprah Winfrey Show" zog und sich nach 25 Jahren als Gastgeberin der populären Talkshow verabschiedete, trauerten Millionen. Dass die Karrierefrau Winfrey aber auch mit 60 noch fest im Sattel sitzt und nicht ans Aufhören denkt, demonstriert sie kurz vor ihrem Geburtstag mit einem kurzen Video bei Instagram. Es zeigt Oprah strahlend und vollgepumpt mit Energie nach einer Trainingsstunde auf dem Spin-Rad: "Ride Baby Ride" (in etwa: Mach weiter, Baby, mach weiter).

Privat scheint auch alles zu laufen: Sie ist seit 1986 mit Stedman Graham zusammen. Das Paar verlobte sich einst, heiratete aber nie: vor Kurzem jedoch, als es mal wieder hieß, sie sei lesbisch, ließ sich sich dazu hinreißen, zu sagen, dass Graham die Liebe ihres Lebens sei. Das muss jedoch reichen an Informationen, auf öffentliche Auftritte verzichtet das Paar überwiegend.

Quelle: ntv.de, soe/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen