Unterhaltung
Samstag, 08. Oktober 2011

Operndorf-Schule öffnet in Burkina Faso: Schlingensief-Traum wird Realität

Vor seinem Tod plant Christoph Schlingensief ein Operndorf mit Schule, Krankenstation und Festspielhaus in Burkina Faso - als Schmelztiegel von Leben nun Kunst. Nur wenige Monate nach der Grundsteinlegung stirbt der Regisseur an Krebs. Nun wird seine Vision Wirklichkeit, die Schule des Dorfes nimmt ihre Arbeit auf.

Das von Christoph Schlingensief geplante Operndorf ist eröffnet worden. Zunächst wird die Schulde des Dorfes die Arbeit aufnehmen.
Das von Christoph Schlingensief geplante Operndorf ist eröffnet worden. Zunächst wird die Schulde des Dorfes die Arbeit aufnehmen.(Foto: picture alliance / dpa)

Etwa ein Jahr nach seinem Tod ist das von Christoph Schlingensief geplante Operndorf im westafrikanischen Burkina Faso mit einer Schule eröffnet worden. Die Witwe des Regisseurs, Aino Laberenz, dankte bei der Feier in der Nähe der Hauptstadt Ouagadougou allen Unterstützern, dass sie den Glauben an die Idee ihres Mannes bewahrt hätten. "Leider ist Christoph nicht mehr hier, aber ich bin mir sicher, dass er jetzt irgendwo sitzt und zuguckt", sagte die 30-jährige Kostümbildnerin vor rund 500 Gästen.

Auch der Kulturminister und die Bildungsministerin von Burkina Faso nahmen teil. Bildungsministerin Koumba Boly überbrachte die Grüße des Präsidenten: "Die Regierung wird alles tun, damit der Traum von Christoph Schlingensief weiterlebt."

Kinder sollen sich künstlerisch entfalten

Die Schule ist der erste von insgesamt drei Bauabschnitten. Als nächstes soll eine Krankenstation folgen, zum Schluss das eigentliche Festspielhaus. Schlingensief, einer der wichtigsten zeitgenössischen Film-, Theater- und Opernregisseure, hatte das Operndorf als einen Schmelztiegel von Leben und Kunst geplant. Er war im vergangenen Jahr nur einige Monate nach der Grundsteinlegung an Krebs gestorben. Seine Frau führt das Projekt mit einem Unterstützerteam weiter.

Zu der Feier zeigte der Theateraktivist Wilfrid Bambara mit Künstlern und mehr als 70 Jugendlichen aus den umliegenden Dörfern das Projekt "Dodo Opera Connection" - eine Mischung aus burkinischer Tanztradition und zeitgenössischer Aktionskunst. Am späteren Nachmittag sollte das Fest mit einem "Dorfgespräch" ausklingen, bei dem Macher, Schüler und Eltern ihre Vorstellungen einbringen konnten.

In der Schule werden in den kommenden sechs Grundschuljahren jeweils 50 einheimische Jungen und Mädchen aufgenommen. Neben dem normalen Unterricht gibt es auch Film-, Kunst- und Musikklassen, die den Kindern Freiraum für eine künstlerische Entfaltung geben sollen. Unterstützt wird das Projekt vom Auswärtigen Amt, der Kulturstiftung des Bundes und dem Goethe-Institut.

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Quelle: n-tv.de