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Sex, Serienmorde und Ray Liotta "The River Murders": Blutige Rache

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Detective Jack Verdon und seine Partnerin Jenny Thames: Sie steht nicht auf seiner Liste, aber das hat gute Gründe.

(Foto: Senator)

Detective Verdon ermittelt in einer Mordserie. Die Opfer sind alles Frauen - und alle haben eine Gemeinsamkeit: Verdon hatte Sex mit ihnen. Die zahlreichen Affären aus seiner Vergangenheit holten ihn nun ein, denn der Mörder scheint Verdons intimste Geheimnisse zu kennen und geht äußerst brutal vor. Sein nächstes Opfer hat er bereits im Visier.

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Jack Verdon: "Ja, ich kenne diese Frau."

(Foto: Senator)

Am dunklen Ufer eines düster vor sich hin rauschenden Flusses wird die Leiche einer Frau gefunden. Detective Jack Verdon (Ray Liotta ("Good Fellas", "Hannibal", "Cop Land") wird zum Tatort gerufen. Er soll mit seiner Partnerin Jenny Thames (Sarah Ann Schultz) ermitteln. Zur Überraschung aller kennt Verdon das Opfer. Er hatte vor Jahren einmal eine Affäre mit ihm. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Verdon ist jetzt glücklich mit der Restaurantbesitzerin Ana (Gisele Frage) liiert. Und das soll auch so bleiben. Die Vergangenheit soll ruhen.

Doch kurz darauf wird ein weiteres Opfer gefunden. Wieder eine Frau. Wieder kennt Verdon sie. Wieder ist es eine ehemalige Flamme von ihm. Auch wenn Verdon seine Unschuld beteuert und Alibis vorweisen kann, seinem Chef Captain Langley (Ving Rhames; "Soldiers Of Fortune", "Pulp Fiction") bleibt nichts anderes übrig, als Verdon die Waffe und seine Marke abzunehmen. Verdon ist suspendiert.

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Der typische arrogante FBI-Besserwisser: Agent Vuckovitch.

(Foto: Senator)

Das FBI um Agent Vuckovitch (Christian Slater; "Soldiers Of Fortune", "Der Name der Rose") hat die Ermittlungen übernommen, denn ein Serienmörder wird hinter den Bluttaten vermutet. Sein besonderes Markenzeichen: Der Ehering der Frauen oder ein Kreuz wird in ihren Vaginas drapiert. Das Ganze garniert der Mörder noch mit einem Bibel-Spruch.

Die Vergangenheit holt einen immer ein

Verdon kann und will aber nicht bei den Ermittlungen außen vorbleiben. Er fertigt eine Liste seiner Verflossenen an - und muss feststellen, dass die Liste immer länger wird, der Mörder sie aber dennoch gewissenhaft abarbeitet. Er scheint Verdons intimste Geheimnisse zu kennen, Details, die eigentlich nur Verdon selbst wissen kann.

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Sieht so ein Serienkiller aus?

(Foto: Senator)

Auch Verdons Mutter wird Opfer des Serienkillers - obwohl anfangs alles nach einem Unfall aussieht. Verdon selbst wird zwar recht schnell entlastet, aber seine Frau Ana beginnt über die Vergangenheit ihres sittsam gewordenen Mannes zu grübeln. Verheimlicht er ihr etwas? Etwas, das lange zurückliegt? Etwas, das lieber im Verborgenen bleiben sollte? Die Uhr tickt, denn der Mörder (gespielt von Michael Rodrick, bekannt als Officer Dean aus der TV-Serie "Charmed - Zauberhafte Hexen") hat seine nächsten Opfer bereits ausgesucht - und nur eines davon steht auf Verdons Liste …

Spannung bis zum Schluss

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Ana ist in Gefahr. Die Vergangenheit ihres Mannes Jack ist daran schuld.

(Foto: Senator)

Regisseur Rich Cowan zeichnet für "The River Murders" verantwortlich. Bekannt ist er bisher vor allem als Produzent, etwa für John Carpenters "The Ward" mit der neuen Horror-Queen Amber Heard ("All The Boys Love Mandy Lane", "Zombieland"). Aber auch als Regisseur beweist Cowan ein gutes Händchen. "The River Murders" ist ein düsterer Thriller, dessen kühle und raue Atmosphäre den Zuschauer in ihren Bann zieht.

Mit Ray Liotta hat Cowan zudem einen zugegebenermaßen in die Jahre gekommenen, aber gestandenen Hollywoodstar in der Hauptrolle, der sein schauspielerisches Können immer wieder im Film aufblitzen lässt. Wenn man Liotta als Detective Verdon sieht, wird man unweigerlich an Mickey Rourke erinnert. Dessen Aussehen hat auch nichts mehr mit dem aus seinen frühen Tagen zu tun, dem Erfolg schadet das aber nicht. So ist es auch bei Liotta, der seit bereits fast 30 Jahren im Filmgeschäft ist.

Liotta wie in alten Zeiten

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"The River Murders" ist bei Senator auf DVD und Blu-ray erschienen.

(Foto: Senator)

Der Emmy-Preisträger Liotta (für einen Auftritt in der TV-Serie "Emergency Room") machte vor allem mit seiner Rolle im Mafia-Epos "Good Fellas" von sich reden. Aber er bewies auch, dass er Action ("Flucht aus Absolom") und Komödie ("Heartbreakers") kann. Die großen Erfolge sind in den vergangenen Jahren aber ausgeblieben. Mit "The River Murders" knüpft er nun an alte Glanzzeiten mit ernsten Rollen wie beispielsweise die des Figgsy in "Cop Land" oder des Paul Krendlers in "Hannibal" an.

Neben Liotta sind mit Ving Rhames und Christian Slater noch zwei weitere bekannte Namen und Gesichter Hollywoods mit im Boot. Die noch unbekannte Brasilianerin Gisele Fraga und die auch als Stuntfrau arbeitende Sarah Ann Schultz sind deren perfekter Gegensatz. Die Stimmung passt und erinnert an Werke eines David Fincher wie beispielsweise "Sieben" oder "Zodiac" oder an "Texas Killing Fields" von Ami Canaan Mann. Auch zu Christopher Nolans "Memento" weist Cowans Streifen Parallelen auf, wenn beispielsweise mit Hilfe von Rückblenden versucht wird, den Grund der Serienmorde zu entschlüsseln.

Gut erzählter Thriller

Alles in allem ist "The River Murders" ein straighter und gut erzählter Thriller, der mit düsterer Stimmung und Spannung bis zur letzten Sekunde aufwartet und gleichermaßen mit bekannten wie unbekannten Namen punktet.

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Quelle: n-tv.de

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