Audio

Schmutzige Geschäfte Der Porno-König und seine "wilden Mädchen"

RTR33271.jpg

Joe Francis posiert 2012 bei den MTV Movie Awards in Los Angeles.

(Foto: REUTERS)

Die Serie "Girls Gone Wild" ist Ende der 90er-Jahre ein Riesenerfolg. Produzent Joe Francis scheffelt mit Studentinnen, die auf Partys nackt posieren und sich auf Sexspielchen einlassen, Millionen. Warum er am Ende im Knast landet und das Format pleite ist, erzählt die neue Folge des US-Erfolgs-Podcasts.

"Sex sells" denkt sich Joseph R. Francis, als er 1997 beim Sichten von Videomaterial auf die Aufnahme einer jungen Frau stößt, die im Tausch für Plastikperlen ihre Brüste zeigt.

AP_080312022132.jpg

Joe Francis (l.) spricht bei einem Gerichtstermin in Florida 2012 mit seinem Anwalt.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Aus dem Video, das im US-amerikanischen Kabelfernsehen wegen des obszönen Inhalts nicht laufen darf, macht der 25-Jährige eine Geschäftsidee: einstündige Videomontagen von jungen Frauen, die blankziehen. Einen passenden Titel hat der Jung-Produzent auch schon parat: "Girls Gone Wild".

Mit Kamerateams fährt er zu den Party-Hochburgen, in denen viele US-Studenten ihre Ferien verbringen. Oft ist viel Alkohol im Spiel und so finden sich auch schnell ausreichend Freiwillige - vor und hinter der Kamera. "Mit Sex lässt sich alles verkaufen", sagt Francis später einmal einem Reporter in Los Angeles. Der Erfolg scheint ihm recht zu geben:

AP_080422047664.jpg

Francis bringt 2008 das Magazin "Girls Gone Wild" heraus.

(Foto: AP)

Die Videoserie wird zu einem Riesenhit. Allein in den ersten zwei Jahren fährt "Girls Gone Wild" 20 Millionen US-Dollar Umsatz ein. Am Ende verdient Francis etwa 30 Millionen Dollar pro Jahr. "Girls Gone Wild" wird zu einer wichtigen Marke mit eigener Zeitschrift und Modelinie. Die Produkte tragen auch Hollywood-Stars wie Brad Pitt und Justin Timberlake.

Doch ab 2003 wendet sich das Blatt. Es mehren sich die Vorwürfe gegen das Unterhaltungs-Franchise-Unternehmen: Junge Frauen werfen den Machern immer wieder Nötigung und sexuellen Missbrauch vor. Auch Francis selbst gerät unter Beschuss. Während der Erfolg von "Girls Gone Wild" ungebrochen scheint, reißen die Klagen und Gerichtsprozesse nicht mehr ab. Die Klatsch-Webseite "Gawker" verleiht Joe Francis 2009 schließlich den Titel "Mistkerl des Jahrzehnts".

2013 ist die Erfolgssträhne endgültig vorbei: "Girls Gone Wild" ist insolvent und wird an einen neuen Besitzer verkauft. Gegen Francis wird 2015 ein Haftbefehl erlassen. Kurze Zeit später taucht er in Mexiko ab. 2018 tritt er schließlich als CEO von "Girls Gone Wild" zurück.

2019.07.02 - 1240x760px - Foto IX-1.jpg

Aber was war an den Vorwürfen gegen die Macher der Videoserie dran? Warum war "Girls Gone Wild" plötzlich insolvent? Und was ist aus Joe Francis geworden? Die aktuelle Folge "Schmutzige Geschäfte - Wirtschaftsverbrecher, die über Leichen gehen" begibt sich auf die Spuren von Aufstieg und Fall des Produzenten Joe Francis und seiner Firma "Girls Gone Wild".

Schmutzige Geschäfte

Die zweite Staffel von Besser Podcasts in Kooperation mit dem Wirtschaftsmagazin Capital läuft seit dem 15. Juli. Einmal wöchentlich gibt es neue brisante Fälle. Eine exklusive Preview sowie die kompletten Folgen finden Sie auf Capital.de. Hören können Sie den Podcast auch hier: Apple Podcasts Castbox Spotify

Quelle: n-tv.de, ddi