Audio

Relayr-Chef bei "Alles Neu" "Firmen brauchen erst Nahtod-Erfahrung"

Josef-Brunner1.jpg

Josef Brunner (Mitte) zusammen mit den "Alles Neu"-Moderatoren Nils Kreimeier (rechts) und Martin Unger (links).

(Foto: Capital)

Viele Tech-Erfolgsgeschichten hat Deutschland nicht vorzuweisen. Relayr ist eine der wenigen. Der erfolgreiche Macher hinter dem Sensorik-Startup ist Josef Brunner. Im Podcast "Alles Neu" empfiehlt der digitale Vordenker anderen Gründern und Unternehmern, weniger zu reden, dafür mehr zu machen.

Josef Brunner ist nicht nur Unternehmer: Der Chef des Sensorik-Unternehmens Relayr ist das, was man einen digitalen Vordenker nennt. Der "Alpenländer", wie er sich bezeichnet, strotzt vor Ideen, wie man dem deutschen Mittelstand bei der Digitalisierung auf die Sprünge helfen kann.

Alles neu.jpg

Der Gründer und Investor hat den richtigen Riecher. Das hat er bewiesen. Zwei Startups hat er bereits jenseits der 100-Millionen-Marke verkauft: Joulex an Cisco und Relayr an die Munich Re. Wo es seiner Meinung nach klemmt? "In Deutschland wird zu viel geredet", sagt Brunner im Capital-Podcast "Alles Neu".

"Alles Neu"

In dem Podcast "Alles Neu" treffen Capital-Redakteur Nils Kreimeier und Martin Unger vom Company Builder wattx/Viessmann alle zwei Wochen Experten und Praktiker rund um Innovation und Digitalisierung im Mittelstand. Sie fragen nach, definieren, was Mittelstand bedeutet, und kratzen an den Mythen und Klischees der Digitalwirtschaft. Sie finden alle Folgen bei Audio Now, Apple Podcasts, Deezer, Soundcloud und Spotify.

Genau genommen sei das Problem aber nicht das Reden, sondern das fehlende Handeln danach. Brunner selbst hat seine erste Firma im Alter von 18 Jahren gegründet. Die Deutschen würden es schaffen, in jeder guten Idee das eine Problem zu finden, klagt der Vorzeigeunternehmer. "Wir fokussieren uns nur auf die Herausforderung und vergessen in der Diskussion darüber, dass es eigentlich um die Umsetzung geht."

Die Frage ist: Kann man Manager so umschulen, dass sie sich aus der Komfortzone trauen und sich von alten Innovationszyklen verabschieden? Einfach sei das nicht, räumt Brunner ein. "Unternehmen brauchen eine Nahtod-Erfahrung, um zu lernen." Immerhin würden Mittelständler aber mit ihrer generationsübergreifenden Denke gute Voraussetzungen für eine Transformation mitbringen. Sie seien gut in Unternehmenskultur, fänden die passenden Leute und seien langfristig ausgerichtet. Brunner will den Firmen beim Wandel ihrer Geschäftsmodelle auf die Sprünge helfen. "Das geht natürlich nicht von 0 auf 100, sondern ist ein langsamer Transformationsprozess", weiß er. Aber nichts zu tun, sei gefährlich.

Quelle: Rabea Westarp, Capital