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Wieder was gelernt Ist die Corona-Krise gut fürs Klima?

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(Foto: imago images/Future Image)

Die Corona-Krise hat vor allem negative Auswirkungen. Auf der ganzen Welt leiden Menschen unter dem Virus, die Wirtschaft liegt am Boden. Aber wo die Einschränkungen besonders stark sind, wird auch die Luft besser. Hat die Corona-Krise einen positiven und vor allem nachhaltigen Effekt auf unser Klima?

Darum geht es in dieser Folge von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Wenn die Wirtschaft stillsteht und wir uns kaum noch draußen bewegen dürfen, ist das für uns alle erstmal ziemlich hart. Doch für die Natur hat der Stillstand auch positive Seiten. In Regionen, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind, ist die Luft plötzlich viel besser als vorher. Zum Beispiel in China: in der Corona-Ausbruchs-Region rund um Wuhan ist vor allem die Belastung mit Stickstoffdioxid, kurz NO2, im Zuge der Krise deutlich zurückgegangen. Für Klimaforscher Martin Cames vom Öko-Institut ist das nicht überraschend.

"Die Aktivitäten gehen zurück und damit die Nachfrage nach Emissionen verursachenden Tätigkeiten und Prozessen wie Energieumwandlung. Deshalb gibt es auf jeden Fall einen Effekt. In China kann man das aus dem All beobachten, weil tatsächlich klarerer Himmel existiert. Aber auch in den Statistiken nach dem chinesischen Neujahrsfest, als die Corona-Krise so wirklich ausgebrochen ist beziehungsweise der Lockdown wirksam wurde, gingen die Emissionen nicht mehr so hoch wie sonst in den Vorjahren. Das hat einen Effekt von 25 Prozent."

Einen ähnlichen Rückgang zeigen Satellitenbilder und Messstationen am Boden auch in Europa, etwa in den Metropolen Mailand und Rom oder in Paris. Auch in Spanien gingen die Werte deutlich zurück, hat die Europäische Umweltagentur ermittelt. Für Forscher wie den belgischen Klimaexperten Guy Brasseur ist die Zeit des Lockdown deshalb interessant, weil sie praktisch einen Blick in eine emissionsärmere Zukunft erlaubt. Zusammen mit seinen Kollegen vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg hat Brasseur die Luftwerte in China erforscht.

"Für uns als Wissenschaftler ist diese Episode sehr interessant, denn sie gibt uns ein Bild von der Luftqualität, wenn man den Ausstoß von Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid vermindert. Wir haben sofort gesehen, was dann in der Zukunft passieren wird: Weniger Feinstaub in der Atmosphäre, was natürlich eine sehr gute Nachricht ist."

Warum die Corona-Krise aber trotzdem nicht als Klima-Retterin taugt und ob wir aus der aktuellen Situation für die Zukunft lernen werden, erfahren Sie im Podcast.

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"Wieder was gelernt" ist ein Podcast für Neugierige: Warum liegt der gefährlichste Ort Deutschlands in der Ostsee? Sind die Airlines noch zu retten? Was bedeutet die Corona-Krise für die Landwirtschaft? Hören Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein bisschen schlauer.

Quelle: ntv.de, jwa