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So techt Deutschland MyHammer-Chefin: "Wir werden überrannt"

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(Foto: imago/McPHOTO)

Seit fünf Jahren leitet Claudia Frese die Handwerker-Plattform MyHammer und das mit Erfolg. Lange steckte das Unternehmen in den roten Zahlen, unter Frese wurde der Kurswechsel vollzogen. Das Handwerker-Portal habe in den vergangenen 15 Jahren eine rasante Entwicklung genommen: "Ich würde denken, wir haben die Plattform inzwischen fünfmal gebaut", sagt Frese.

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Claudia Frese leitet die Handwerker-Plattform MyHammer.

Es habe sich alles verändert und es gebe keinen Teil der Plattform, der nicht fundamental überarbeitet wurde. Das Schwierige am Geschäft von MyHammer sei es, die Handwerker von der Plattform zu überzeugen: "Das Handwerk ist in Deutschland ein regulierter Markt". Am Anfang sei man recht blauäugig hineingegangen, ohne die Regularien zu beachten, und MyHammer habe seinerzeit "ziemlich einen auf die Nase bekommen", sagt Frese. Das sei auch berechtigt gewesen, weil die Dinge nicht gut liefen, räumt sie kritisch ein.

Digitalisierung ist "ein dickes Brett"

Die Digitalisierung im Handwerk sei noch "ein dickes Brett" und es gebe da aus ihrer Sicht nur wenige Startups, die sich daran versuchten, sagt Frese. Es gebe einige Punkte in einem Handwerksbetrieb, wo man noch ansetzen könne, wie beim Einkauf oder der Prozessoptimierung. Dass ihr Unternehmen genau diese Felder besetze, sei erst einmal auszuschließen: "Am Ende des Tages hat man nur so viel Zeit und dann fokussieren wir uns lieber auf das, was wir schon können, als Dinge dazu zu bauen, von denen wir nicht wirklich Ahnung haben", räumt Frese ein.

Die Corona-Krise habe gerade MyHammer einen unheimlichen Schub gegeben: "Deutschland sitzt im Moment zu Hause und renoviert. Das ist unfassbar, wir werden echt überrannt", sagt Frese mit Begeisterung. Obwohl das Marketingbudget zurzeit runtergefahren sei, betrug der Zuwachs im Mai 50 Prozent zum Vorjahr. Deutschland habe es super geschafft, die Unternehmen zu digitalisieren. Und wir hätten es auch irgendwie geschafft, unsere Schulen zu digitalisieren.

Ämter digitalisieren

Was wir überhaupt nicht digitalisieren, seien unsere Ämter: "Wie sollen Leute, die komplett analog arbeiten, verstehen, welche Regulierungen für Plattformen relevant sind", meint Frese mit Blick auf die Politik. Besonders am Herzen liegt ihr deshalb die Digitalisierung der Behörden. Nur wenn Behörden sich nach vorne entwickelten, könnten die überhaupt verstehen, was Digitalisierung bedeute. Sie hofft daher sehr, dass wir von dem Digitalisierungsschub nachhaltig etwas haben. Welche Unterschiede es im Handwerk zwischen Stadt und Land gibt und welche Rolle Frauen in ihrer Firma spielen, erzählt Claudia Frese in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

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Quelle: ntv.de, jwa