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Wieder was gelernt Droht in Hongkong ein zweites Tiananmen?

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Eine Demonstrantin hat bei Auseinandersetzungen mit der Polizei ein Auge verloren.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

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Im Juni sind die Massenproteste in Hongkong erfolgreich: Die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone stoppt ein umstrittenes Gesetz. Aber die Proteste ebben nicht ab, im Gegenteil. Die Hongkonger Polizei reagiert mit Härte, China zieht Truppen an der Stadtgrenze zusammen.

Droht die Eskalation? Darum geht's in dieser Folge von "Wieder was gelernt".

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Andere Demonstranten werfen der Polizei vor, ihr ein Gummigeschoss bewusst ins Gesicht geschossen zu haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am 15. Juni erreichen die Hongkonger Demonstranten ihr Ziel: Die Regierungschefin der chinesischen Sonderverwaltungszone, Carrie Lam, zieht ein umstrittenes Gesetz zurück: Die Sicherheitsbehörden werden darauf verzichten, angebliche oder vermeintliche Verbrecher an China auszuliefern. Aber das Gesetz ist nur verschoben, nicht beerdigt. Wirkliche Zugeständnisse macht die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam nicht. Deshalb dauern die Proteste auch zwei Monate später noch an. Die Demonstranten fürchten, dass sie ihr Recht auf Autonomie und Selbstverwaltung verlieren, sagt Kristin Shi-Kupfer vom Mercator-Institut für China-Studien.

"Fakt ist, dass durch friedliche Demonstrationen nichts erreicht worden ist. Durch diese Frustration ist offensichtlich die Bereitschaft innerhalb der Protestbewegung gestiegen, zu etwas radikaleren Mitteln zu greifen. Die stehen aber in keinem Verhältnis zu dem sehr harschen und gewalttätigen Vorgehen der Polizei."

Nicht nur das Auftreten der Sicherheitskräfte hat an Schärfe zugenommen, sondern auch die Wortwahl. Seit einigen Tagen sprechen die Verantwortlichen in Hongkong und Peking mit Blick auf die Proteste von Randalierern, Verbrechern und sogar von Terroristen. Aber die Demonstranten lassen sich von solchen versteckten Drohungen bisher nicht einschüchtern - im Gegenteil. Der Sitzstreik im Flughafen von Hongkong hat deutlich gemacht, dass sie auch wirtschaftlichen Schaden für die Finanzmetropole in Kauf nehmen. Das kann die Führung in Peking nicht riskieren. Sie hat nach den Zusammenstößen Truppen und paramilitärische Polizeieinheiten im benachbarten Shenzhen zusammengezogen. Droht ein zweites Tiananmen-Massaker?

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de

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