Panorama

"Katastrophale Bildungskrise" 168 Millionen Kinder weltweit ohne Unterricht

Stühle sind in einem Klassenzimmer hochgestellt. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

"Die am meisten benachteiligten Kinder zahlen den höchsten Preis", so Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore.

(Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Millionen Kinder sind wegen Corona sei einem Jahr vom Schulunterricht ausgeschlossen, viele haben mehr als drei Viertel des Stoffs verpasst. Laut Unicef sind vor allem Länder in Lateinamerika und der Karibik von der "Bildungskrise" betroffen.

Seit fast einem Jahr sind nach Angaben von Unicef mehr als 168 Millionen Kinder weltweit wegen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie vom Schulunterricht ausgeschlossen. 214 Millionen Kinder hätten mehr als drei Viertel ihres Unterrichts verpasst, berichtete das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore sprach von einer "katastrophalen Bildungskrise" wegen des weltweiten Lockdowns.

Dem Bericht zufolge haben sich 14 Länder von März 2020 bis Februar 2021 weitgehend im Lockdown befunden. Zwei Drittel dieser Länder gehören zu Lateinamerika und der Karibik und zählen gemeinsam fast 98 Millionen Schulkinder.

In Schulen würden Kinder sich mit Gleichaltrigen austauschen, Unterstützung erhalten, Zugang zu Gesundheitsdiensten und Impfungen sowie eine Mahlzeit bekommen. Die am stärksten Gefährdeten und die Kinder ohne Zugang zu Distanzunterricht sind laut Unicef einem erhöhten Risiko ausgesetzt, nie in die Schule zurückzukehren und zu Kinderehen oder Kinderarbeit gezwungen zu werden. "Die am meisten benachteiligten Kinder zahlen den höchsten Preis", sagte Fore. "Wir dürfen nichts unversucht lassen, um die Schulen offen zu halten oder ihrer raschen Wiedereröffnung Priorität einzuräumen."

Auf die Bildungskrise will Unicef mit der Installation "Pandemic Classroom" aufmerksam machen: Das Modell-Klassenzimmer zeigt 168 leere Schreibtische - einen Schreibtisch für je eine Million Kinder, deren Schulen seit einem Jahr fast vollständig geschlossen sind.

Quelle: ntv.de, nan/dpa