Panorama

Morde bei Protesten in Kenosha? 17-Jähriger kommt dank hoher Kaution frei

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Nachdem ein weißer Polizist auf den Afroamerikaner Jacob Blake geschossen hatte, kam es in Kenosha zu Protesten.

(Foto: AP)

Videos zeigen einen 17-Jährigen mit Sturmgewehr inmitten von Protesten im US-Bundesstaat Wisconsin. Der rechtsextreme Anhänger von US-Präsident Trump soll zwei Demonstranten erschossen haben. Dennoch darf er das Gefängnis gegen Kaution verlassen. Dafür hat er einige Unterstützer.

Ein wegen Mordes an zwei Anti-Rassismus-Demonstranten beschuldigter 17-Jähriger in den USA ist gegen Kaution aus der Haft entlassen worden. Der Jugendliche sei nach Zahlung von zwei Millionen Dollar, rund 1,69 Millionen Euro, freigekommen, teilte sein Anwalt Lin Wood via Twitter mit. Er dankte denjenigen, die sich am Aufbringen der Kautionssumme beteiligten, darunter der Schauspieler und frühere Kinder-Star Ricky Schroder.

US-Medien zufolge war der 17-jährige rechtsextreme Anhänger von US-Präsident Donald Trump im August nach Kenosha im Bundesstaat Wisconsin gegangen, um die Stadt gegen Krawalle am Rande von Protesten gegen Polizeigewalt gegen Schwarze zu "beschützen". Er soll zwei Demonstranten erschossen haben und einen weiteren Mann schwer verletzt haben.

Auf Videos der Proteste ist der Jugendliche offenbar mit einem Sturmgewehr inmitten der Demonstranten zu sehen. Ein Video scheint zu zeigen, wie der 17-Jährige flüchtet, während ein Mensch mit einer Schusswunde am Kopf auf dem Boden liegt. Auf einem anderen Video ist zu sehen, wie er von einer Gruppe Menschen verfolgt wird, zu Boden stürzt und sich mit der Waffe in der Hand umdreht. Danach sind Schüsse zu hören.

Die Proteste in Kenosha waren ausgebrochen, nachdem ein weißer Polizist dem Afroamerikaner Jacob Blake vor den Augen von dessen Kindern mehrfach in den Rücken geschossen hatte. Der Familienvater überlebte, ist seitdem aber gelähmt. Trump reiste im September mitten im Wahlkampf nach Kenosha und verteidigte den 17-Jährigen. Dessen Anwalt bezeichnet den Jungen als "politischen Gefangenen", der nur anderen bei ihrer Selbstverteidigung habe helfen wollen.

Quelle: ntv.de, chf/AFP