Panorama

Nach Kollision mit LKW 18 Menschen verbrennen in Bus auf A9

Auf der A9 in Bayern kollidiert ein Reisebus mit 48 Personen an Bord mit einem LKW. Der Bus fängt Feuer, 18 Menschen verbrennen. Mehrere Insassen schweben in Lebensgefahr.

Bei einem der schwersten Busunfälle seit Jahren in Deutschland sind auf der Autobahn 9 in Oberfranken in einem brennenden Bus 18 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 30 Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer, wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof mitteilten.

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Nach ersten Erkenntnissen muss der Bus schräg auf den LKW getroffen sein und sofort Feuer gefangen haben.

(Foto: dpa)

In dem Unglücksbus reiste nach Angaben der Ermittler eine Seniorengruppe aus Sachsen. Es waren demnach zwei Busfahrer und 46 Männer und Frauen an Bord. Zunächst sprach die Polizei von vermissten Fahrgästen. Nach mehrstündiger Suche erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft dann, die Vermissten "dürften wohl in dem Reisebus ums Leben gekommen sein".

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagte bei seinem Besuch, die Spezialisten der Rechtsmedizin und des Bundeskriminalamts würden derzeit die verbrannten Körper bergen. Bisher habe man 11 Leichen gefunden. Die Hitze bei dem Brand müsse so heiß gewesen sein, dass an dem Fahrzeug nur noch blankes Metall vorhanden sei.

Unfallhergang noch unklar

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Auf der A9 in Fahrtrichtung Süden: Lage der Unfallstelle im Nordosten Bayerns.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Mehrere Verletzte wurden mit Rettungshubschraubern in Kliniken gebracht. Zum Zustand der Verletzten machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Eine Polizeisprecherin sagte, dass sich zwei weitere Menschen in Lebensgefahr befänden.

Der genaue Unfallhergang ist noch unklar. Dobrindt sagte, der Bus sei offenbar schräg auf den LKW getroffen und habe sofort Feuer gefangen. Der Zusammenstoß ereignete sich am Ende eines Staus. Fraglich war, ob der Sattelzug stand oder langsam fuhr.

Ein Feuerwehrsprecher sagte der Zeitung, schon den Erstrettern sei es wegen der großen Hitze nicht möglich gewesen, an den Bus heranzukommen. "Nach dem Eintreffen der Feuerwehr hatte niemand mehr den Bus verlassen." Das Fahrzeug habe sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Vollbrand befunden. Warum der Bus so schnell ausbrannte und wodurch das Feuer ausgelöst wurde, blieb zunächst unklar.

Der Bus war am Vormittag aus Richtung Norden kommend nach Bayern gefahren, als sich der Unfall ereignete. Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt. Am Unfallort waren etwa 200 Rettungskräfte von Feuerwehren, Polizei und Technischem Hilfswerk im Einsatz. Auch mehrere Rettungshubschrauber waren vor Ort.

Dobrindt und Herrmann vor Ort

Die A9 wurde im Bereich der Unfallstelle zeitweise in beiden Fahrtrichtungen gesperrt, es entwickelten sich lange Staus. Die Sperrung in Fahrtrichtung Berlin wurde nach mehreren Stunden wieder aufgehoben, die Sperrung in Richtung Nürnberg soll voraussichtlich den ganzen Tag andauern.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Kanzlerin habe "mit großer Bestürzung" auf das Unglück reagiert. "Unsere Gedanken und unsere Anteilnahme gilt den Opfern und ihren Angehörigen." Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich sagte: "Ich bin sehr traurig und drücke meine tiefe Anteilnahme gegenüber den Familien und Freunden der Opfer aus." Die Staatsanwaltschaft Hof beauftragte einen Sachverständigen, bei der Suche nach der Unfallursache mitzuhelfen.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick rief zum Gebet für die Opfer des Verkehrsunfalls auf. "Beten wir für die Opfer, unsere Gedanken sind bei den Angehörigen", schrieb er auf Twitter. Am Unfallort kamen Kräfte des Kriseninterventionsteams zum Einsatz.

Hinweis: Nach dem schweren Busunfall in Oberfranken haben die Behörden eine zentrale Telefonnummer für Angehörige eingerichtet. Unter der Rufnummer 0800 - 7766350 können sie sich an die Gemeinsame Auskunfts- und Vermisstenstelle wenden. Auch Zeugen des Unfalls sind aufgerufen, sich unter dieser Nummer zu melden.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa/AFP