Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 20:39 Erdogan als einer der ersten: Türkei beginnt Impfung mit chinesischem Vakzin +++

In der Türkei haben die Impfungen gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac begonnen. Am ersten Tag nach der Notfallzulassung hätten über 250.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens den Impfstoff verabreicht bekommen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ließ sich heute impfen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Nach dem Gesundheitspersonal sollen Menschen über 65 Jahren geimpft werden, in einer zweiten Phase dann Mitarbeiter einiger Ministerien, Lehrpersonal sowie Gefangene. Für Sinovac war gestern Abend eine Notfallzulassung in der Türkei erteilt worden. Tests hätten ergeben, dass der Impfstoff CoronaVac "ausreichend sicher" sei, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca, ohne Details zu nennen.

+++ 20:26 Steinmeier dringt mit Arbeitgebern auf mehr Homeoffice +++
Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zum häufigeren Arbeiten von zu Hause aus aufrufen. Einen gemeinsamen Appell zur stärkeren Nutzung des Homeoffices in Zeiten der Pandemie will das Staatsoberhaupt mit DGB-Chef Reiner Hoffmann und Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger morgen vorstellen, wie das Bundespräsidialamt mitteilte. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten die Wirtschaft bei ihren Beratungen Anfang Januar "dringend gebeten", großzügige Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen, um bundesweit den Grundsatz "Wir bleiben zu Hause" umsetzen zu können. Inzwischen gibt es aber eine Diskussion über zusätzliche Vorgaben, um dies stärker durchzusetzen - auch, um Gedränge in Bussen und Bahnen im Berufsverkehr zu vermeiden.

+++ 19:58 Merkel lässt offenbar weitere Regel-Verschärfungen prüfen +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt mehreren Medienberichten zufolge eine schnelle, weitere Verschärfung des Lockdowns prüfen. Grund dafür sei vor allem die Sorge vor der Ausbreitung der Mutationen aus Großbritannien und Südafrika. Dazu ist nun bereits in der kommenden Woche - früher als ursprünglich angedacht - ein Treffen mit den Länderchefs geplant, wie Merkel in einer Online-Sitzung des CDU-Präsidiums bestätigte. Dabei solle es Berichten zufolge einerseits darum gehen, die zuletzt beschlossenen Regeln auch bundesweit einheitlich für alle Länder verbindlich zu machen. Darüber hinaus seien auch die Wiedereinführung von Grenzkontrollen und eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht im Gespräch sowie schärfere Verpflichtungen für Arbeitgeber, Homeoffice zu ermöglichen, wie der "Spiegel" berichtet. Demzufolge handelt es sich dabei bislang jedoch lediglich um eine Sammlung von Vorschlägen. Einen "Bild"-Bericht, wonach auch die bundesweite Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs geplant sei, wies Merkel nach Angaben mehrer Sitzungsteilnehmer zurück.

+++ 19:41 Frankreich weitet Ausgangssperre aus +++
Im Kampf gegen das Coronavirus will Frankreich die abendliche und nächtliche Ausgangssperre auf dem gesamten Festland um zwei Stunden auf 18 Uhr vorziehen. Die Regelung solle ab Samstag für mindestens 15 Tage gelten, kündigte Premierminister Jean Castex an. "Es ist nicht möglich, das Haus aus persönlichen Gründen zu verlassen", sagte Castex. Auch Geschäfte sollen demnach ab 18 Uhr schließen. Zuvor war das ursprünglich von 20 Uhr bis 6 Uhr geltende Ausgehverbot bereits in einzelnen besonders betroffenen Départements vorverlegt worden. Den Menschen ist es während dieser Zeit nicht mehr gestattet, an der frischen Luft spazieren zu gehen, Sport zu machen oder einzukaufen. Sie dürfen aber zum Beispiel weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen.

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+++ 19:03 Bundestag ebnet Weg für Not-Regel zur Bundestagswahl +++
Wegen der Corona-Pandemie hat der Bundestag den Weg dafür freigemacht, dass Parteien ihre Kandidaten für die Bundestagswahl auf elektronischem Weg und per Briefwahl bestimmen können. Die Abgeordneten stellten formal fest, dass die Durchführung von Wahlveranstaltungen derzeit zumindest teilweise unmöglich ist. Nur in solchen Fällen sieht das Bundeswahlgesetz die Möglichkeit vor, dass die Kandidatenaufstellung auch ohne die sonst zwingend vorgeschriebene Präsenzversammlung stattfinden darf. Eine entsprechende Änderung des Wahlgesetzes hatte der Bundestag erst im vergangenen Oktober beschlossen. Danach kann der Bundesinnenminister per Rechtsverordnung die Kandidatenbenennung ohne Parteiversammlung erlauben - allerdings nur "im Falle einer Naturkatastrophe oder eines ähnlichen Ereignisses höherer Gewalt". Dass die derzeitige Pandemielage ein solches Ereignis darstellt, hat der Bundestag nun offiziell festgestellt und damit die Grundlage für eine solche Rechtsverordnung geschaffen. Die Rechtsverordnung bedarf aber ebenfalls noch der Zustimmung des Parlaments.

+++ 18:54 Thüringen verschiebt Landtagswahl wegen Infektionslage +++
Angesichts extrem hoher Corona-Infektionszahlen in Thüringen haben sich Linke, SPD, Grüne und die CDU auf eine Verschiebung der ursprünglich für den 25. April geplanten Neuwahl des dortigen Landtages verständigt. Sie soll jetzt zusammen mit der Bundestagswahl am 26. September organisiert werden, teilten die Spitzenpolitiker der vier Parteien am Donnerstag in Erfurt mit.

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+++ 18:40 Fristen für Anträge auf Corona-Hilfen werden verlängert +++
Unternehmen können Anträge auf Corona-Hilfszahlungen des Bundes nun länger stellen als bislang geplant. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, wurde die Antragsfrist für die November- und die Dezemberhilfe bis 30. April verlängert. Bislang galt der 31. Januar für die Novemberhilfe als Enddatum, für die Dezemberhilfe war es der 31. März. Die Überbrückungshilfe II für den Zeitraum September bis Dezember 2020 kann nun bis 31. März beantragt werden - bisher lief die Antragsfrist bis 31. Januar.

+++ 18:13 Weitere Mutation: Briten verbieten Einreise aus Südamerika und Portugal +++
Wegen einer zuerst in Brasilien nachgewiesenen Coronavirus-Mutation verhängt die britische Regierung ein Einreiseverbot für Ankömmlinge aus Südamerika und Portugal. Das teilte der britische Verkehrsminister Grant Shapps mit. Die neue Regelung soll bereits am frühen Freitagmorgen in Kraft treten. Ausgenommen seien britische Staatsangehörige, irische Staatsbürger und Menschen mit Aufenthaltsrecht in Großbritannien. Portugal falle wegen seiner engen Beziehungen zu Brasilien ebenfalls unter die Maßnahme. Wie die in Großbritannien aufgetretene Mutation, soll sich auch die aus Brasilien sehr rasch in Gegenden ausbreiten, die von der bisher vorherrschenden Variante bereits stark betroffen waren. Experten wollen nun untersuchen, ob die Immunität von Menschen, die bereits eine Corona-Infektion überstanden haben, durch die neuen Mutationen beeinträchtigt wird.

+++ 17:49 Lockdown in Bergamo zu spät? Polizei durchsucht Gesundheitsämter +++
Die Staatsanwaltschaft in Bergamo prüft Vorwürfe, ob während der ersten Welle der Pandemie der Lockdown in der von der Krankheit besonders betroffenen norditalienischen Stadt zu spät verhängt wurde. Dazu stellte die Polizei bei mehreren Gesundheitsbehörden Dokumente im Zusammenhang mit Ermittlungen zum Pandemie-Plan der Regierung sicher. Die Dokumente sollen auch Aufschluss geben, warum es so viele Tote in den Altenheimen Bergamos gab. Zeitweise waren in Bergamo so viele Menschen gestorben, dass Militär-Lastwagen die Särge aus der Stadt bringen mussten. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Verdacht, dass der nationale Pandemie-Plan nicht auf dem neusten Stand war. Die Staatsanwaltschaft im norditalienischen Bergamo bestätigte einen entsprechenden Bericht. In Anhörungen hätten Experten der Weltgesundheitsorganisation die Ansicht vertreten, dass der seit 2020 geltende Pandemie-Plan nur die Kopie einer Arbeitshypothese aus dem Jahr 2006 gewesen sei, hieß es.

+++ 17:24 Hessen macht Wintertourismus-Hotspots wieder dicht +++
Angesichts hoher Corona-Zahlen müssen Wintersportler und Ausflügler am kommenden Wochenende in den hessischen Mittelgebirgen erneut mit zum Teil deutlichen Einschränkungen rechnen. Im beliebten Skigebiet Willingen werden sämtliche Pisten und die dazugehörigen Parkplätze von Freitag bis einschließlich Sonntag gesperrt. Bei einem möglichen Besucherandrang sei es sonst nicht möglich, die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zu kontrollieren, begründete die Stadt die Entscheidung. Auch Winterberg und Schmallenberg im angrenzenden Nordrhein-Westfalen halten die Betretungsverbote der Pisten und die Sperrung der Parkplätze am Wochenende aufrecht. Der Werra-Meissner-Kreis kündigte an, die Zufahrten zu den Skigebieten zu regulieren und bei Bedarf kurzfristig abzusperren. Im Taunus sperrt die Stadt Königstein die Zufahrtsstraßen in den Stadtteil Falkenstein. Nur Anwohner und Gäste mit Einladungsnachweis dürfen passieren, hieß es in einer Mitteilung. An der Bundesstraße 8 zum Feldberg werden Banner aufgehängt, die auf ein Parkverbot an der Bundesstraße hinweisen. Im hessischen Teil der Rhön werden viele öffentliche Parkplätze gesperrt.

+++ 17:14 Frankreich plant wegen Mutation Massentest bei Kindern und Lehrkräften +++
Angesichts sich häufender Fälle der in Großbritannien verstärkt aufgetretenen Corona-Mutation will Frankreich massenweise Kinder auf das Virus testen lassen. "Wir haben ein Protokoll erstellt, das darauf abzielt, bis zu eine Million Kinder und Lehrkräfte im Monat zu testen, was enorm ist", sagte Gesundheitsminister Olivier Véran. Das Virus scheine bei Kindern ansteckender zu sein. Überall dort, wo es sinnvoll sei, solle bereits ab einem Alter von sechs Jahren getestet werden. Zuletzt waren in Frankreich immer wieder Fälle der Virus-Variante aufgetreten - etwa in Marseille und im Großraum Paris. Behörden hatten sich besorgt gezeigt und zu weiteren Maßnahmen aufgerufen.

+++ 16:53 Britischer Betrieb: Keine Jobs für Ungeimpfte, bestehende Verträge werden geändert +++
Noch lange bevor der begehrte Corona-Impfstoff der breiten Bevölkerung zur Verfügung steht, erwägt der Chef der britischen Handwerkerfirma Pimlico Plumbers eine Impfpflicht für seine Beschäftigten. "Wir werden Verträge ändern, wie auch immer man das formuliert, sodass sie eine Impfung erfordern", sagte der Unternehmer Charlie Mullins dem Magazin "City A.M.". "Wir werden in der Zukunft keine Menschen mehr einstellen, wenn sie die Impfung nicht haben", sagte Mullins laut einem Bericht. "Wenn sie zu Hause sitzen und kein normales Leben führen wollen, dann sollen sie sich eben nicht impfen lassen." Seine Anwälte seien derzeit dabei, Arbeitsverträge zu überarbeiten. Arbeitnehmeranwälte wiesen dem Bericht zufolge jedoch darauf hin, dass eine solche Änderung bestehender Verträge von Mitarbeitern womöglich unzulässig sei. Derzeit werden in Großbritannien bislang nur Risikogruppen und Angehörige medizinischer oder Pflegeberufe geimpft.

+++ 16:30 Ü-80-Ehepaar klagt gegen Impf-Vorzug für jüngere Heimbewohner +++
Zwei über 80 Jahre alte Eheleute aus Essen, die schnell gegen Corona geimpft werden wollen, haben das Oberverwaltungsgericht eingeschaltet. Nach Angaben einer Sprecherin haben die beiden 84-Jährigen Beschwerde gegen eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen in der Vorinstanz eingelegt. Dort waren sie mit ihrem Wunsch gescheitert. Die Eheleute hatten argumentiert, dass sie als über 80-Jährige dem höchsten Risiko ausgesetzt seien und dass es rechtswidrig sei, dass zunächst alle Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime geimpft würden; auch die, die noch nicht 80 sind. Das Verwaltungsgericht aber wies das zurück. Das Ehepaar müsse auf die Öffnung der Impfzentren und die Terminvergabe warten. Das Schutzbedürfnis in den Pflegeheimen sei ungleich höher. Die Über-80-jährigen, die noch in häuslicher Umgebung wohnten, seien deutlich weniger Kontakten ausgesetzt als Heimbewohner.

+++ 16:11 Bereits mehr als 10.000 Corona-Tote in Schweden +++
In Schweden sind mittlerweile mehr als 10.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Bei der täglichen Aktualisierung der schwedischen Corona-Zahlen kamen heute 351 gemeldete Todesfälle in Verbindung mit einer Infektion hinzu, womit es seit Beginn der Pandemie bislang 10.185 solcher Sterbefälle in dem skandinavischen EU-Land gegeben hat. Insgesamt sind mehr als 518 000 Infektionsfälle nachgewiesen. Schweden ist in der Corona-Krise einen vielbeachteten Sonderweg mit vergleichsweise gemäßigten Einschränkungen des öffentlichen Lebens sowie Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Im Frühjahr 2020 war das mit vergleichsweise hohen Infektions- und Todeszahlen einhergegangen, im Sommer hatte sich das Infektionsgeschehen dann deutlich beruhigt. Seit Ende Oktober stiegen die Zahlen bei den Schweden aber wieder stark. Kurz vor Weihnachten erreichten sie vorerst ihren Höhepunkt.

+++ 15:55 "Hätte fatale Folgen": KMK will "Notabitur" vermeiden +++
Die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst von der SPD, will Abiturienten trotz der Pandemie einen vollwertigen Schulabschluss ermöglichen. "Wir werden uns innerhalb der KMK mit allen Bundesländern austauschen, wie wir unter Beibehaltung unserer gemeinsamen Standards das Abitur auch unter diesen Rahmenbedingungen gerecht durchführen können", sagte Ernst der Zeitung "Welt". Die Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr ihren Abschluss machen, müssten die Sicherheit haben, dass sie nicht benachteiligt werden. "Ein Notabitur hätte fatale Folgen. Wir brauchen eine gleichwertige Hochschulzugangsberechtigung."

+++ 15:29 Briten können sich jetzt in Apotheken impfen lassen +++
In Großbritannien bieten nun auch Apotheken Impfungen gegen das Coronavirus an. Der Schritt soll helfen, das Impftempo zu erhöhen. Die Regierung will bis Mitte Februar bis zu 15 Millionen Menschen aus den größten Risikogruppen impfen. "Apotheken spielen eine zentrale Rolle im Kampf gegen Covid-19", sagte Claire Anderson von der Apothekervereinigung Royal Pharmaceutical Society. Mehrere Ketten wie Boots und Superdrug, aber auch unabhängige Apotheken erhielten die ersten Lieferungen. Ende Februar sollen "Hunderte" Geschäfte in der Lage sein, Menschen zu impfen. Bisher haben nach Regierungsangaben landesweit mehr als 2,6 Millionen Menschen die erste Dosis gegen das Virus erhalten.

+++ 15:19 Parteien beraten über Verschiebung der Thüringen-Wahl +++
Die für den 25. April geplante Neuwahl des Thüringer Landtages steht wegen der Corona-Pandemie auf der Kippe. Die Spitzen von Linke, SPD, Grünen und CDU in Thüringen trafen sich in Erfurt, um über den Zeitplan für die Auflösung des Landtags und die Neuwahl zu entscheiden. Sollte im April gewählt werden, müsste sich das Parlament bereits im Februar auflösen - also mitten in der Pandemie und möglicherweise in einer Phase, in der Entscheidungen zum Infektionsschutz getroffen werden müssten. Die Linke-Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow sprach sich kurz vor dem Treffen für eine Neuwahl "so früh wie möglich" aus. CDU-Fraktionschef Mario Voigt nannte keinen Wunschtermin. "Wir hören uns an, was Rot-Rot-Grün vorschlägt."

+++ 14:59 Hohe Übersterblichkeit in Österreich, Lebenserwartung sinkt +++
In Österreich sind im Corona-Jahr 2020 deutlich mehr Menschen gestorben als in den Vorjahren. Nach vorläufigen Berechnungen der Statistikbehörde Statistik Austria gab es rund 90.000 Todesfälle - ein Anstieg von knapp elf Prozent im Vergleich zu den Durchschnittswerten der vorigen fünf Jahre. Die sogenannte Übersterblichkeit sei deutlich ausgeprägter als in Jahren mit starken Grippewellen. Ein besonders starkes Plus - aufgrund einer Grippewelle im Winter und zugleich eines heißen Sommers - sei 2015 mit 6,3 Prozent verzeichnet worden. Zugleich sank die Lebenserwartung gegenüber 2019 um ein halbes Jahr: Für Männer liegt sie nun bei 78,9 und für Frauen bei 83,7 Jahren. "Mit einer starken Verbreitung der Impfungen und nach Bewältigung der Pandemie ist anzunehmen, dass die Lebenserwartung mittelfristig wieder auf den Wachstumstrend einschwenken wird. Ähnliches zeigen die Erfahrungen aus stärkeren Grippejahren", sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

+++ 14:38 "Infektionszahlen verdoppeln sich täglich": Mutation wütet in Südafrika +++
Die Coronavirus-Mutation aus Südafrika ist inzwischen in Deutschland angekommen. In dem Land selbst ist die Lage dramatisch. Die Infektionen breiten sich so rasant aus, dass den Bestattern die Särge ausgehen. Und auch die Krankenhäuser kommen nicht mehr hinterher.

+++ 14:14 Wahrscheinlich "zeitlich zufällig": Zehn Schwerkranke sterben kurz nach Impfung +++
Das Paul-Ehrlich-Institut prüft bislang zehn Todesfälle kurz nach einer Corona-Impfung - ein Zusammenhang gilt den Experten zufolge aber als eher unwahrscheinlich. In diesen Fällen waren schwer kranke Menschen innerhalb von vier Tagen nach der Immunisierung gestorben, berichtete das für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zuständige Bundesinstitut im hessischen Langen. "Aufgrund der Daten, die wir haben, gehen wir davon aus, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung gestorben sind - in zeitlich zufälligem Zusammenhang mit der Impfung", sagte Brigitte Keller-Stanislawski, die zuständige Abteilungsleiterin für die Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Über Einzelfälle könne sie aus Gründen des Personenschutzes nichts sagen, "aber es handelt sich um sehr schwer kranke Patienten mit vielen Grunderkrankungen". Manche seien palliativ behandelt worden.

+++ 13:53 Spahn: Ein Prozent der Bevölkerung ist gegen das Coronavirus geimpft +++
Ein Prozent der deutschen Bevölkerung ist bis heute Mittag einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit. Demnach erhielten 840.000 Menschen den Impfstoff, der bislang von den Herstellern Biontech und Pfizer sowie in geringerem Umfang von Moderna geliefert wurde.

+++ 13:36 Nach Kritik: Niedersachsen startet zweite Briefkampagne zum Impfen +++

Nach Kritik an einer Briefkampagne des niedersächsischen Sozialministeriums für über 80-Jährige zum Impfstart wird es eine zweite Informationskampagne über die Kommunen geben. Diese sollen die alten Menschen über die ihnen zur Verfügung stehenden Meldedaten anschreiben, teilte das Ministerium mit. Die Kampagne des Ministeriums war in die Kritik geraten, weil der Postdienstleister DHL beauftragt wurde, unter Nutzung unvollständiger Adresslisten der Deutsche Post Direkt GmbH entsprechende Haushalte anzuschreiben. Nicht alle Menschen über 80 Jahren würden somit erreicht, wurde bemängelt. Dies soll nun mit den Schreiben der Kommunen gewährleistet werden.

+++ 13:23 Israelischer Beamter schickte seine Ex-Partnerin vier Mal in Quarantäne +++
Einem israelischen Gesundheitsbeamten wird nach Angaben der Polizei vorgeworfen, seine Ex-Partnerin mehrfach in eine nicht erforderliche Corona-Quarantäne geschickt zu haben. Der 35-Jährige aus dem Norden des Landes werde verdächtigt, der Frau vier Mal Nachrichten mit einer Aufforderung zur umgehenden Isolation auf ihr Handy gesendet zu haben, teilte eine Sprecherin der Polizei mit. Begründet worden sei dies mit einem angeblichen Kontakt zu einer infizierten Person. Weil die Frau nach jeder SMS Einspruch eingelegt habe, sei der Vorgang behördenintern aufgefallen und an die Polizei übermittelt worden. Wie die Sprecherin mitteilte, wurde der Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums unter anderem zu Vorwürfen von Amtsmissbrauch befragt. Unter strengen Auflagen sei er wieder freigelassen worden. In Israel setzt das Gesundheitsministerium SMS ein, um etwa über Isolationsbestimmungen zu informieren.

+++ 12:57 Experte: Höhepunkt auf Intensivstationen ist vielleicht schon überschritten +++
Die deutschen Intensiv- und Notfallmediziner blicken mit vorsichtigem Optimismus auf die Entwicklung der Corona-Patientenzahlen auf den Intensivstationen. "Es sieht also so aus, als hätten wir den Höhepunkt bei den intensivpflichtigen Patienten überschritten", sagte Gernot Marx, neuer Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), der "Rheinischen Post". Momentan sehe es so aus, als ob der befürchtete "Zusatz-Peak" durch die Feiertage ausbleibe, sagte Marx. "Meine Hoffnung ist, dass wir den tatsächlich nicht mehr sehen - es sei denn, die neue Mutation des Virus macht uns einen Strich durch die Rechnung."

+++ 12:46 Der Papst und der emeritierte Papst Benedikt XVI. sind geimpft +++
Papst Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt XVI. haben ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Das teilte der Heilige Stuhl mit. Die beiden seien im Vatikan geimpft worden, hieß es. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte bereits angekündigt, sich impfen zu lassen. "Man muss das machen", hatte der 84-jährige Franziskus unlängst in einem Fernseh-Interview gesagt. Man spiele sonst nicht nur mit seiner Gesundheit und seinem Leben, sondern auch mit dem Leben anderer. In dem katholischen Kirchenstaat wurden laut einem Bericht der Medienplattform "Vatican News" zunächst die Mitarbeiter der Gesundheitsdienste und das Sicherheitspersonal sowie ältere Menschen und Personal geimpft, das viel Kontakt mit der Öffentlichkeit hat.

+++ 12:28 ntv-Spezial: Die Corona-Lage in Deutschland +++

+++ 11:58 Maskenverweigerer bespuckt Polizisten und randaliert auf Wache +++
Ein renitenter Maskenverweigerer hat auf der Polizeiwache im Kölner Hauptbahnhof randaliert und Beamten bespuckt. Nach Angaben der Bundespolizei hatten Polizisten einen Platzverweis gegen den 25-Jährigen ausgesprochen, weil sie ihn nach einer Verwarnung zum zweiten Mal ohne Maske im Bahnhof angetroffen hatten. Als der Mann kurz darauf erneut ohne Mund-Nasen-Schutz dort auftauchte, wollten die Beamten ihn mit zur Dienststelle nehmen. Daraufhin ballte der Mönchengladbacher den Angaben zufolge die Fäuste, trat mehrfach nach den Polizisten und bespuckte sie. Auch auf der Wache habe er keine Ruhe gegeben und eine Matratze zerstört. Nach dem Vorfall am Mittwochmorgen wurde er für den Rest des Tages in Gewahrsam genommen. Gegen den Mann wird nun wegen Widerstands gegen Beamte und Sachbeschädigung ermittelt.

+++ 11:37 55 Mitarbeiter eines Fleischbetriebs in NRW sind infiziert +++
In einem fleischverarbeitenden Betrieb in Frechen bei Köln haben sich 55 Beschäftigte mit Corona infiziert. Am 28. Dezember sei bei einer der Mitarbeiterinnen eine Covid-19-Erkrankung nachgewiesen worden, teilte der Rhein-Erft-Kreis mit. Daraufhin seien die Mitbewohner in einer Gemeinschaftsunterkunft ebenfalls getestet worden. Bisher sei bei 55 Beschäftigten eine Infizierung mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, sagte eine Sprecherin. Vor der Infektion seien die überwiegend ausländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht in Risikogebiete gereist. Der Betrieb sei nach der Corona-Fleischwirtschaftsverordnung an strenge Hygienevorgaben gebunden. Das Gesundheitsamt habe für alle in der Produktion arbeitenden Beschäftigten eine Quarantäne angeordnet.

+++ 11:25 Bundestag beschließt Verdopplung von Kinderkrankentagen +++
Die Zahl der Kinderkrankentage wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie pro Elternteil von 10 auf 20 verdoppelt. Alleinerziehende erhalten 40 statt der üblichen 20 Tage. Das beschloss der Bundestag heute vor dem Hintergrund der Einschränkungen an Schulen und Kitas. Der Bundesrat soll am Montag in einer Sondersitzung noch zustimmen. Die Regelung soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Bund und Länder hatten sich bei ihren Corona-Krisenberatungen am Dienstag vor einer Woche auf die Aufstockung der Krankentage verständigt. Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken unter 12-jährigen Kindes nicht arbeiten gehen können. Es beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes. Das Krankengeld soll es nun aber auch geben, wenn Schulen und Kitas geschlossen sind oder der Zugang eingeschränkt ist.

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+++ 11:04 Studie: Neu-Ansteckungsgefahr zunächst sehr gering +++
Die Wahrscheinlichkeit, sich nach einer Coronavirus-Infektion erneut anzustecken, ist laut einer neuen Studie aus Großbritannien zumindest binnen fünf Monaten äußerst gering. Für die Studie untersuchten Wissenschaftler der Gesundheitsbehörde Public Health England 6614 Beschäftigte im Gesundheitswesen, die zwischen Juni und November positiv auf Corona-Antikörper getestet worden waren. Nur bei 44 Probanden wurde innerhalb dieses Fünf-Monats-Zeitraums eine Neuinfektion festgestellt. 83 Prozent der Studienteilnehmer waren also für mindestens fünf Monate immun. Die Studie wurde bisher nur in vorläufiger Form veröffentlicht und noch nicht von Fachkollegen begutachtet. Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass erste Ergebnisse aus der nächsten Studienphase darauf hindeuten, dass einige der erneut Infizierten wieder eine hohe Viruslast aufweisen und auch andere anstecken können.

+++ 10:35 RKI-Präsident: "Besteht die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmert" +++
Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland ist nach Einschätzung des Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, derzeit "wichtiger denn je". Es sei noch nicht abschätzbar, wie sich die auch in Deutschland aufgetretenen Mutationen des Coronavirus verbreiten, sagte Wieler in Berlin. "Es besteht also die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmert." Wieler appellierte nachdrücklich, die bereits seit Monaten bekannten Abstandsregeln einzuhalten. Wer sich jetzt mit einem Arbeitskollegen zum Mittagessen treffe und sich beim Essen gegenüber sitze, könne nicht behaupten, die Maßnahmen würden nicht funktionieren. Diese müssten schon richtig genutzt werden, damit sie wirken.

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+++ 10:18 Nach Gesundheitstest: China verhindert Einreise zweier WHO-Experten +++
Zwei Experten des internationalen Teams, das im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China nach den Ursprüngen des Coronavirus forschen soll, dürfen nach einem Medienbericht nicht einreisen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, verhinderten chinesische Beamte beim Transit in Singapur, dass zwei Wissenschaftler an Bord des Flugzeugs nach Wuhan gingen. Ihr Gesundheitstest vor dem Abflug habe Covid-19-Antikörper gezeigt, was auf eine vorausgegangene Infektion hindeutet. Der Coronatest sei hingegen negativ gewesen, berichtete das Blatt unter Hinweis auf informierte Personen. Die anderen Mitglieder des rund 15-köpfigen Teams trafen in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ein. Chinas Außenamtssprecher Zhao Lijian wollte den Vorfall in Peking nicht direkt bestätigen. Nach Fragen von Journalisten betonte er aber, dass die Vorschriften gegen die Pandemie "streng befolgt" werden.

+++ 09:48 Laschet schließt Lockdown bis Ostern nicht aus +++
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat eine Fortsetzung des aktuellen Lockdowns bis Ostern nicht ausgeschlossen. "Die Lage ist sehr ernst. Es wäre falsch, jetzt etwas auszuschließen", antwortete der CDU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger" auf eine entsprechende Frage. Ohnehin werde es erst ab kommender Woche nach der Zeit der Feiertage wieder ein "realistisches Bild" der Corona-Lage geben. Kritik übte Laschet an der vielerorts relativ geringen Impfbereitschaft des medizinischen Personals in Kliniken und Pflegeheimen. "Die Impfbereitschaft gerade bei Pflegekräften ist noch zu niedrig. Das muss deutlich besser werden", sagte der CDU-Politiker.

+++ 09:33 Israel meldet dritten Tag in Folge mehr als 9000 Neuinfektionen +++
In Israel sind den dritten Tag in Folge mehr als 9000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 9388 Fälle gemeldet. Dies ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Zum Vergleich: Israel hat etwas mehr als neun Millionen Einwohner, Deutschland etwa neunmal so viele. Israel steckt mitten in einer dritten Corona-Welle. Seit Freitag gilt ein zweiwöchiger harter Lockdown mit Maßnahmen wie der Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von 1000 Metern verlassen. Israels Corona-Beauftragter Nachman Asch sagte dem Online-Portal "ynet", der Lockdown könnte angesichts der hohen Infektionszahlen um eine Woche verlängert werden.

+++ 09:10 Schwesig kritisiert Spahn: Brauchen jetzt Impfstoff +++
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat von der Bundesregierung eine zügigere Impfstoffbeschaffung gefordert. "Es reicht nicht, erst in ein paar Monaten unzählige Impfdosen vor die Tür zu stellen", sagte die SPD-Politikerin im ZDF-"Morgenmagazin". Die Bundesländer brauchten jetzt mehr Impfstoff. Das Versprechen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass man voraussichtlich bis Sommer allen Bürgern ein Impf-Angebot machen könne, sehe sie vor diesem Hintergrund kritisch. "Wir haben bislang keine verlässlichen Informationen, ob genug Impfstoff da ist, um das zu schaffen", sagte Schwesig. In Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin würden etwa 600 Dosen pro Tag gebraucht, um innerhalb der kommenden fünf Monaten die Hälfte der Bevölkerung zu impfen. Aktuell kämen aber nur 600 Impfdosen pro Woche an.

+++ 08:55 Corona-Warn-App läuft wieder: Google behebt Störung +++
Google hat den Fehler an der technischen Schnittstelle der Corona-Warn-App für Android-Smartphones beseitigt. Das teilte der Internet-Konzern mit. Der Fehler hatte dazu geführt, dass seit Dienstagabend etliche Nutzer der Corona-Warn-App kein aktuelles Ergebnis bei der Risiko-Ermittlung erhalten hatten. Auf Twitter und der Entwicklerplattform Github berichteten mehrere Anwender, dass die App nicht den Risiko-Status aktualisiere. Auf dem iPhone von Apple tauchte der Fehler hingegen nicht auf. Google erklärte, man habe am späten Abend des 12. Januar ein Problem mit dem Benachrichtigungssystem auf Android entdeckt. "Wir haben eine Fehlerbereinigung herausgegeben. Es kann ein paar Stunden dauern, bis die Geräte wieder auf dem neuesten Stand sind."

+++ 08:37 USA melden diese Woche bereits mehr als 10.000 Virus-Tote +++
In den USA bleibt die Virus-Lage prekär: Binnen eines Tages verzeichneten die Behörden mindestens 3922 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus - der dritthöchste Wert. Das geht aus den Zählungen der "New York Times" (NYT) hervor, auf die sich ntv.de täglich seit Beginn der Pandemie bezieht. Die Gesamtzahl der US-Todesopfer beträgt demnach nun 384.804. Am Mittwoch war der bisherige Tageshöchstwert von 4406 Sterbefällen registriert worden. Insgesamt wurden in den USA in dieser Woche bereits mehr als 10.000 neue Corona-Todesfälle gemeldet. Die Zahl der binnen 24 Stunden nachgewiesenen Ansteckungsfälle in den Vereinigten Staaten stieg laut NYT um mindestens 230.476 neue Infektionen auf insgesamt mehr als 23,1 Millionen.

+++ 08:05 Grünen-Politikerin: "Kontaktbeschränkung muss vertieft werden" +++
Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink hat sich dafür ausgesprochen, den aktuellen Corona-Lockdown zu verschärfen. "Wir sind nach den laufenden Zahlen weit entfernt von einer Inzidenz, die es den Gesundheitsämtern erlaubt, Infektionsketten nachzuverfolgen, und in vielen Regionen stehen die Intensivkapazitäten der Krankenhäuser am absoluten Limit", sagte Klein-Schmeink dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Es liegt im Interesse aller, wenn wir jetzt konsequent nachsteuern", so die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion. Es reiche nicht aus, auf die bedrohliche Lage in England und den Infektionsanstieg in Irland hinzuweisen. Man müsse jetzt vorausschauend handeln. "Deshalb muss die Kontaktbeschränkung vertieft werden", forderte sie. Konkret hat sie dabei die Wirtschaft im Blick. "Der Lockdown muss dringend auch die Arbeitswelt stärker durch ein Recht auf Homeoffice einbeziehen", verlangte die Grünen-Politikerin. Das führe dann auch zur Reduktion von Kontakten im öffentlichen Nahverkehr.

+++ 07:36 Epidemiologe hält Schulschließungen derzeit für sinnvoll +++
Der Epidemiologe Timo Ulrichs sieht das Schließen von Schulen derzeit als geboten und verhältnismäßig an. "Sie sind zwar keine Treiber der Pandemie, aber sie können sehr stark betroffen sein und dazu beitragen, dass sich das Virus noch weiter ausbreitet", so Ulrichs, der Professor für internationale Not- und Katastrophenhilfe an der Akkon Hochschule in Berlin ist. Momentan sei der Infektionsdruck von außen zu groß. Seiner Ansicht nach sollten die Schulen mindestens den ganzen Januar geschlossen bleiben. Auch die Leiterin der Abteilung für Pädiatrische Pneumologie der Uni-Kinderklinik Bochum, Folke Brinkmann, hält die momentanen Schulschließungen für sinnvoll. Ab einer bestimmten Anzahl von Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner solle man "alles versuchen". Wenn die Schulen wieder öffneten, sollten zuerst die Jüngeren wieder hingehen, so die Kinder-Pneumologin. Bisherige wissenschaftliche Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich Kinder bis zum Grundschulalter weniger häufig anstecken und das Virus weitergeben.

+++ 07:17 Studie: Weniger Krebsbehandlungen im und nach Lockdown 2020 +++
Im und nach dem ersten Lockdown 2020 hat es nach Daten eines großen deutschen Klinikbetreibers weniger Krebsbehandlungen gegeben als in der gleichen Zeit 2019. Der Rückgang der stationären Aufnahmen für Diagnostik und/oder Therapien betrage im Schnitt 10 bis 20 Prozent, heißt es in einer Studie von Autoren um den Mediziner Peter Reichardt vom Helios-Klinikum Berlin-Buch. Besonders betroffen seien Patienten über 75, bei denen im Schnitt ein Fünftel weniger Behandlungen durchgeführt worden seien. Für die Studie wurden rund 69.000 Fälle von 75 Helios-Kliniken in 13 Bundesländern analysiert. Die Autoren halten die Ergebnisse für repräsentativ für Deutschland. Betrachtet wurden Krankenhausaufnahmen zwischen Mitte März und Ende April sowie der Zeit unmittelbar danach bis Mitte Juni 2020 - im Vergleich zu den entsprechenden Zeiträumen 2019.

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+++ 06:48 RKI meldet so viele Tote binnen 24 Stunden wie nie zuvor +++
Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer durch die Corona-Pandemie in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 1244 weitere Todesfälle gezählt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte. Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Freitag mit 1188 Verstorbenen erreicht worden. Laut den jüngsten Angaben des RKI stieg die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie auf 43.881. Das RKI gab am Donnerstag zudem 25.164 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs damit auf 1.978.590.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 06:32 Experte: Irlands "Regierung ist eingeknickt" +++
Das bisherige Vorzeigeland Irland hat sich innerhalb weniger Wochen zum Corona-Sorgenkind entwickelt. Der EU-Staat meldet umgerechnet auf die Bevölkerung derzeit hohe Infektionszahlen. Experten machen die Regierung verantwortlich. Der zweite Lockdown sei zu früh beendet worden, außerdem habe es über die Weihnachtsfeiertage zu viele Kontakte gegeben, sagte Tomás Ryan vom Trinity College Dublin der Deutschen Presse-Agentur. "Die Regierung ist vor kurzfristigen Interessen von Unternehmen eingeknickt." Irland hatte noch Anfang Dezember EU-weit die niedrigste Infektionsrate, kürzlich aber weltweit mit die höchste. Die Anzahl war von gut 150 neuen Fällen Anfang Dezember zum Jahreswechsel sprunghaft gestiegen und hatte am 8. Januar über 8000 gelegen. Die Behörden machen dafür auch die rasche Ausbreitung der in Großbritannien entdeckten Virus-Mutation verantwortlich.

+++ 06:08 Zunächst in Quarantäne: WHO-Team in Wuhan eingetroffen +++
Nach tagelanger Verzögerung ist ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der chinesischen Stadt Wuhan eingetroffen, um die Ursprünge des neuartigen Coronavirus zu erforschen. Aufnahmen des staatlichen chinesischen Fernsehsenders CGTN zeigen, wie die aus Singapur kommende Maschine mit den WHO-Experten in Wuhan landet. Ursprünglich war der Beginn der Mission bereits für vergangene Woche geplant gewesen. Fehlende Genehmigungen von chinesischer Seite verzögerten den Start jedoch. Die zehn WHO-Experten, darunter Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut in Berlin, müssen sich wegen der strikten chinesischen Einreisebestimmungen zunächst für zwei Wochen in Quarantäne begeben. In der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des neuartigen Erregers festgestellt worden. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte der Coronaviren waren. Ungeklärt ist aber, welches Tier bei der Übertragung auf den Menschen als sogenannter Zwischenwirt diente.

+++ 05:38 GEW fordert: Kein Sitzenbleiben im Corona-Schuljahr +++
Schulzeugnisse und Abschlussprüfungen sollten in diesem Jahr aus Sicht von Lehrerverbänden die erschwerten Umstände der Corona-Pandemie berücksichtigen. "Eine Ausnahmesituation wie die Corona-Krise verlangt besondere Regelungen: In diesem Schuljahr darf niemand sitzenbleiben", sagte die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Abitur und Mittlerer Abschluss müssten auch ohne Prüfung auf Basis von Vorleistungen abgelegt werden können. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sprach sich für eine flexible Bewertung der Leistungen und Umstände der Schüler durch die Lehrkräfte aus.

+++ 05:02 Zahl der Infektionen in China mit höchstem Anstieg seit 10 Monaten +++
In China ist die Zahl der Neuinfektionen so stark gestiegen wie seit über zehn Monaten nicht mehr. Binnen 24 Stunden wurden 138 neue Covid-19-Fälle bekannt, wie die Gesundheitsbehörde in Peking mitteilte. Tags zuvor waren es noch 115. Der Nationalen Gesundheitskommission zufolge handelt es sich bei 124 der neuen Fälle um lokale Infektionen, von denen 81 in der Provinz Hebei rund um die Hauptstadt Peking und 43 in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang gemeldet wurden. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Fälle liegt offiziellen Angaben zufolge nunmehr bei 87.844. Die Zahl der Todesfälle legte um einen auf 4635 zu und damit erstmals seit Mai 2020.

+++ 03:49 Tourismuswirtschaft gegen Reiseprivilegien für Geimpfte +++
Die Tourismuswirtschaft lehnt Reiseprivilegien für Geimpfte derzeit ab. "Das Reisen generell zu einem Privileg für Geimpfte zu machen, halten wir für den falschen politischen Weg - insbesondere solange Impfungen nicht für alle verfügbar sind", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Denn im schlimmsten Fall würde ein Freifahrtschein per Gesundheitspass für Geimpfte ein Reiseverbot für Nicht-Geimpfte nach sich ziehen." Auch der Deutsche Reiseverband (DRV) bezeichnete die Frage nach Vorteilen für bereits geimpfte Personen zum jetzigen Zeitpunkt als sehr theoretisch.

+++ 02:14 Mehr als zehn Millionen Menschen in den USA geimpft +++
In den USA sind seit dem Start der Impfkampagne mehr als zehn Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Wie die Gesundheitsbehörde CDC mitteilte, wurden rund 10,3 Millionen Dosen der Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna verabreicht. Damit erhielten rund 3,1 Prozent aller 330 Millionen Menschen in den USA bislang ihre erste Impfdosis. Insgesamt wurden den Angaben zufolge rund 29,4 Millionen Dosen der beiden Impfstoffe an die Bundesstaaten verteilt. Weltweit wurden binnen 36 Tagen rund 28 Millionen Impfdosen verabreicht, wie der Direktor für medizinische Notfälle bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, mitteilte. Impfungen erfolgten demnach zunächst in 46 Ländern.

+++ 00:58 Lockdown in Dänemark wird um drei Wochen verlängert +++
In Dänemark wird der Lockdown um drei Wochen bis zum 7. Februar verlängert. Das gab Gesundheitsminister Magnus Heunicke bekannt. Es gehe vor allem darum, die zunächst in England aufgetretene mutierte Virusvariante an der weiteren Ausbreitung zu hindern, sagte der Minister. Somit bleiben Geschäfte, Einkaufszentren, Restaurants und andere Lokale sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Schüler der in Dänemark bis zur neunten Klasse gehenden Folkeskole werden weiter aus der Distanz unterrichtet. Die maximal erlaubte Teilnehmerzahl für Zusammenkünfte ist auf fünf Personen herabgesetzt worden, auch der Reiseverkehr in und aus dem Ausland wurde von der dänischen Regierung stark eingeschränkt.

+++ 23:33 WHO: Zweites Jahr der Pandemie könnte noch härter werden +++
Das zweite Jahr der Pandemie könnte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge härter sein als das vergangene. Grund seien einige Aspekte der Virusausbreitung, sagt WHO-Experte Mike Ryan. Dies gelte insbesondere auf der Nordhalbkugel angesichts der neuen, ansteckenderen Varianten. Seine Kollegin Maria Van Kerkhove verweist zudem auf die Folgen der Feiertage. "In einigen Ländern wird die Situation sehr viel schlimmer werden bevor es besser wird", sagt sie.

+++ 22:34 Südkoreanischer Sektenanführer nach Corona-Ausbruch freigesprochen +++
Die Shincheonji-Sekte in Südkorea war einer der ersten Corona-Hotspots des Landes - nun ist ihr Anführer vom Vorwurf der Behinderung der Pandemiebekämpfung freigesprochen worden. Lee Man Hee wurde vorgeworfen, gegenüber den Gesundheitsbehörden falsche Angaben zur Zahl der Besucher von Gottesdiensten und den Mitgliedern seiner Sekte gemacht zu haben. Ein Gericht in Seoul sprach ihn jedoch vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz frei. Zugleich verurteilte ihn Gericht zu drei Jahren auf Bewährung – unter anderem für die Veruntreuung von Kirchengeldern in Höhe von umgerechnet 4,3 Millionen Euro. Südkorea war im Februar und März als eines der ersten Länder weltweit hart vom Coronavirus getroffen worden. Mehr als die Hälfte aller landesweit registrierten Infektionsfälle entfielen damals auf Mitglieder der christlichen Shincheonji-Sekte.

+++ 22:21 Lehrer sehen bei vielen Schülern Lernrückstände +++
Die Corona-Pandemie hat aus Sicht der Lehrer bereits jetzt zu erheblichen Lernrückständen bei vielen Schülern in Deutschland geführt. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung, über die "Die Zeit" berichtet. Demnach bemängelt fast jeder dritte Lehrer (27 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schüler messbare Defizite. 11 Prozent gaben an, dass die Pandemie zu Lernrückständen bei fast allen Schülern geführt habe. 29 Prozent gehen davon aus, dass weniger als die Hälfte der Schüler Lernrückstände aufweisen. Besonders Förderschüler leiden der Umfrage zufolge unter den Corona-Bedingungen. Hier bestätigt jede zweite Lehrkraft (54 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schülerschaft messbare Defizite.

+++ 22:03 Letzte Woche wurde wieder mehr getestet, Positivenquote gesunken +++
Die Zahl der Corona-Tests in Deutschland ist in der zurückliegenden Woche wieder deutlich angestiegen, während die Quote der positiven Testergebnisse zurückging. Der Wochenauswertung der Labordaten aus dem Robert-Koch-Institut zufolge wurden 1.210.515 Tests gemacht. Bei 12,78 Prozent der Tests wurde das Coronavirus nachgewiesen.

Der Probenrückstau nahm wieder leicht zu.

+++ 21:21 Düsterste Tagesbilanz seit Pandemie-Beginn: Deutschland verzeichnet mehr als 1300 Tote +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 1.970.295 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 22.313 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 1340 auf 43.619. Der bisherige Höchstwert in den von ntv.de ausgewerteten Länderangaben stammt vom Mittwoch vergangener Woche, 6.1. An jenem Tag wurden in Deutschland 1145 Todesfälle verzeichnet. Als aktuell infiziert gelten 315.951 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,82 angegeben (Vortag: 0,99). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 82 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,02 (Vortag: 1,07). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 5185 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2970 davon werden beatmet. Rund 4400 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

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Quelle: ntv.de, mra/ara/ino/rts/dpa/AFP