Panorama

Kreuzfahrtschiff vor Kalifornien 21 Infizierte an Bord der "Grand Princess"

Vor der Küste Kaliforniens kreuzt ein schwimmendes Ansteckungsrisiko: Im Inneren des 290 Meter langen Kreuzfahrtschiffs "Grand Princess" gibt es fast zwei Dutzend Coronavirus-Fälle. US-Vizepräsident Pence erläutert die nächsten Schritte.

Auf einem vor der Küste Kaliforniens gestoppten Kreuzfahrtschiff haben sich bislang mindestens 21 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 46 Personen an Bord der "Grand Princess" seien bislang getestet worden, erklärte US-Vizepräsident Mike Pence. Bei 21 von ihnen sei der Test positiv ausgefallen. Betroffen sind demnach 19 Crewmitglieder und 2 Passagiere.

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Hilfe kommt per Hubschrauber: Spezialisten des US-Militärs erreichen die "Grand Princess".

(Foto: via REUTERS)

Pence leitet in den USA die Bemühungen der US-Regierung zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie. Das 290 Meter lange Schiff soll seinen Angaben zufolge nun einen nicht genannten Hafen anlaufen. Pence erwähnte lediglich, dass es sich dabei um einen nicht kommerziell genutzten Hafen handeln sollte.

Wo genau die "Grand Princess" anlegen soll, ist noch unklar. Wie der US-Vizepräsident bei der Bekanntgabe der Fallzahlen weiter erklärte, sollten in einem nächsten Schritt alle Menschen an Bord getestet und im Fall einer möglichen Infektion in Quarantäne untergebracht werden.

Die Behörden hatten das Schiff nach dem Coronavirus-Tod eines früheren Passagiers rund 100 Kilometer vor der Küste Kaliforniens gestoppt. Vier ehemalige Passagiere seien zudem nach einer vorherigen Reise mit dem Schiff positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, hieß es.

Schiffsriese unter Quarantäne

In einer dramatischen Aktion brachten US-Spezialisten Coronavirus-Testkits auf das Kreuzfahrtschiff: Mitglieder der Nationalgarde seilten sich Medienberichten zufolge von einem Hubschrauber ab, um das Material an Bord zu bringen. Später wurden die Proben in ein Labor geflogen.

Insgesamt sollen sich rund 2400 Passagiere und 1100 Crewmitglieder an Bord des unter der Flagge Bermudas fahrenden Schiffsriesen befinden. Betrieben wird die 1998 in Italien gebaute "Grand Princess" von der Reederei Princess Cruises, die zu dem US-Kreuzfahrtkonzern Carnival Corp gehört.

Pence versicherte, die US-Behörden unternähmen alles Notwendige, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. "Das allgemeine Risiko für die amerikanische Bevölkerung bleibt gering." Eine Gefahr bestehe vor allem für ältere und kranke Menschen. Sie sollten mit Blick auf die möglichen Ansteckungsrisiken etwa ihre Reisepläne überdenken.

Trump: "Sind auf alles vorbereitet"

Auch US-Präsident Donald Trump bemühte sich, die amerikanische Bevölkerung zu beruhigen. "Die Menschen müssen ruhig bleiben", sagte Trump bei einem Besuch in der Zentrale der US-Gesundheitsbehörde CDC in Atlanta. Verglichen mit anderen Ländern sei die Zahl der Krankheits- und Todesfälle in den USA gering. Bislang sind nach offiziellen Angaben 15 Menschen in den Vereinigten Staaten an dem Virus gestorben.

Trump sagte, die US-Behörden hätten früh mit der Entwicklung von Tests für das Virus begonnen und machten einen hervorragenden Job. "Jeder, der einen Test braucht, kann einen bekommen", versprach er und versicherte auch: "Wir sind auf alles vorbereitet." Das Virus werde, so Trump, "wieder weggehen".

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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