Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 23:59 Kuba lässt wieder Besucher ins Land +++

Rechtzeitig zur Hauptsaison wird der Großteil Kubas wieder für ausländische Besucher geöffnet. Internationale Flüge sind seit Donnerstag an den Flughäfen des Karibikstaates - mit Ausnahme von Havanna - wieder zugelassen. Nach Angaben des kubanischen Gesundheitsministeriums werden Besucher bei Ankunft auf das Coronavirus getestet. In jedem Hotel werde es ein Ärzteteam geben, alles werde bargeldlos bezahlt. Kuba hatte im März wegen der Corona-Pandemie seine Grenzen geschlossen. Im Juli gab es zwar eine erste Wiederöffnung für ausländische Touristen; erlaubt waren aber nur Charter-Flüge und Aufenthalte in All-Inclusive-Resorts auf fünf bestimmten Inseln, ohne Kontakt zur Lokalbevölkerung. Kuba hat bisher etwas mehr als 6000 Infektionen mit Sars-CoV-2 und 123 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 offiziell registriert.

+++ 23:20 Helmholtz-Experte enttäuscht über Maßnahmen-Kompromiss +++
Der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig hat sich enttäuscht über die Ergebnisse der Bund-Länder-Runde im Kampf gegen Corona geäußert. Er habe am Mittwoch bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Kanzleramt eine "große Warnung" ausgesprochen, sagte Professor Michael Meyer-Hermann im ZDF-"heute-journal". "Die Maßnahmen, die erfolgt sind, sind nicht die, die ich mir erhofft hatte", bedauerte er. Die Nachverfolgung der Infektionen könne vielerorts nicht mehr gewährleistet werden. "Die Bevölkerung muss einfach verstehen, dass es jetzt um die Wurst geht", sagte der Experte. Die Menschen müssten Feste viel stärker einschränken und auf Reisen - wenn möglich - verzichten und konsequent Maske tragen.

+++ 22:31 Spanien meldet mehr als 13.300 Neuinfektionen und 140 Tote +++
In Spanien verzeichnen die Behörden mehr als 13.300 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen steigt damit auf 921.374. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt laut Gesundheitsministerium um 140 auf 33.553. Die Region Katalonien bereitet sich darauf vor, Bars und Restaurants zu schließen, um so eine Verbreitung des Virus einzudämmen.

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+++ 22:14 RKI: Vermehrte Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen +++
In seinem aktuellen Lagebericht meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Anstieg der Infektionszahlen in Pflegeeinrichtungen. "Es werden auch wieder vermehrt COVID-19-bedingte Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet", heißt es darin. "Da sich wieder vermehrt ältere Menschen anstecken, nimmt die Anzahl der schweren Fälle und Todesfälle zu." Die Angaben wurden am heutigen Donnerstag neu in die "Allgemeine aktuelle Einordnung" des Infektionsgeschehens in Deutschland aufgenommen. Zuletzt nahm die Zahl der Neuinfektionen bundesweit um 6898 binnen 24 Stunden zu. Die Todesfälle stiegen um 32 auf insgesamt 9724.

+++ 22:00 Spahn will schärfere Regeln für Einreise aus Auslands-Risikogebieten +++
Gesundheitsminister Jens Spahn dringt auf schärfere Regeln für Einreisen aus Risikogebieten im Ausland. Das geht aus einem Gesetzentwurf für ein "Drittes Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" hervor, über den das Nachrichtenportal "ThePioneer" berichtet. Konkret plant Spahns Ministerium Folgendes: Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland reisen will, kann demnach verpflichtet werden, gegenüber dem Robert-Koch-Institut (RKI) Angaben zur Person sowie zu Aufenthaltsorten zehn Tage vor und zehn Tage nach der Einreise zu machen. Zu diesem Zweck könnte eine digitale Einreiseanmeldung eingeführt werden. Das RKI würde die Daten an die jeweils zuständigen Behörden an den Zielorten der Reisenden weiterleiten, heißt es in dem Entwurf, der dem Portal nach eigenen Angaben vorliegt. Fluglinien sowie Bus- und Bahn-Unternehmen wären verpflichtet, Passagierlisten und Sitzpläne an das RKI weiterzugeben.

+++ 21:44 Parlamentarier sollen sich Trinkwasser aus WC holen +++
Aus Ärger über Kritik an den Corona-Maßnahmen der Regierung hat der slowakische Parlamentspräsident Boris Kollar allen Abgeordneten den Zutritt zur Parlamentskantine untersagt. Ab sofort sei Trinkwasser aus den WC-Räumen des Hauses die einzige Verpflegung, die den 150 Parlamentariern zur Verfügung gestellt werde, erklärte der Chef der zweitstärksten Regierungspartei "Wir sind eine Familie" in einer eigens einberufenen Pressekonferenz. "Damit sie sehen, wohin das ständige Kritisieren sie selbst geführt hat", begründete der Rechtspopulist seine Strafmaßnahme. Auf Facebook veröffentlichte er dazu das Foto eines Waschbeckens in einer der Parlamentstoiletten. Die Parlamentskantine stehe nur mehr den Angestellten der Parlamentsverwaltung zur Verfügung, erklärte Kollar.

+++ 21:29 Frankreich meldet mehr als 30.600 neue Fälle +++
In Frankreich haben die Gesundheitsbehörden 30.621 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Seit Beginn der Pandemie verzeichnen die Behörden insgesamt 809.684 Infektionen. Die Zahl der Todesfälle stieg um 88 auf 33.125. Dies betrifft Patienten, die in Kranken- oder Pflegeheimen gestorben sind und bei denen das Virus nachgewiesen wurde.

+++ 21:10 Elf Infizierte in päpstlicher Schweizergarde +++
Im Vatikan sind sieben weitere Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde positiv auf das Virus getestet worden. Damit stieg die Zahl der nachweislich infizierten Gardisten auf elf, wie die Schweizergarde mitteilt. Alle Infizierten seien isoliert worden, heißt es in der Mitteilung weiter. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus und seine Residenz. Ein größerer Virus-Ausbruch unter ihnen könnte daher auch für den Papst gefährlich werden, der mit seinen 83 Jahren zur Risikogruppe gehört. Dem Argentinier war im Alter von 21 Jahren wegen einer schweren Pneumonie ein Teil der rechten Lunge entfernt worden.

+++ 20:53 Mehr als 1000 neue Fälle in Bayern und NRW +++
Zwei Bundesländer melden mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden: Nordrhein-Westfalen (1805) und Bayern (1072). Baden-Württemberg steuert mit 967 neuen Fällen ebenfalls auf die 1000er-Marke zu.

+++ 20:36 Aktuelle Datenlage in Deutschland: Höchstwert von 6898 Neuinfektionen gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 344.391 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 6898 neue Fälle hinzu. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Im Vergleich zum Frühjahr finden derzeit jedoch auch mehr Tests statt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg zuletzt um 32 auf 9724. Als aktuell infiziert gelten rund 51.500 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,08 angegeben (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass 100 Infizierte im Durchschnitt 108 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,22 (Vortag: 1,16). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 655 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 329 davon werden beatmet. Rund 8719 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

+++ 19:56 Umfrage: Rund jeder Sechste von Beherbergungsverbot betroffen +++
Etwa jeder sechste Deutsche musste bislang geplante Reisen innerhalb Deutschlands wegen des Beherbergungsverbots absagen oder haben noch vor, dies zu tun. Das ergab eine Forsa-Umfrage in Auftrag von ntv, für die 1004 Bundesbürger befragt wurden. Nur 15 Prozent der Teilnehmer waren von der umstrittenen Regelung betroffen. Die große Mehrheit (81 Prozent) hat keine Reise abgesagt oder ohnehin keine geplant.

Mit der Corona-Politik von Bund und Ländern ist die Mehrheit der Deutschen unzufrieden. So fanden 74 Prozent der Befragten, dass die Zusammenarbeit im Kampf gegen die Pandemie nicht gut funktioniere. Dennoch hielt die Hälfte die beim Corona-Gipfel beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie für angemessen. Lediglich für 16 Prozent der Teilnehmer gehen die neuen Regelungen zu weit.

Der Großteil der Deutschen, nämlich 82 Prozent, rechnet mit starken Einschränkungen, ähnlich wie im Frühjahr. Nur 18 Prozent halten einen erneuten Lockdown für unwahrscheinlich - und damit weniger als noch vor einer Woche (33 Prozent).

+++ 19:34 Fast 19.000 Neuinfektionen in Großbritannien +++
In Großbritannien haben die Gesundheitsbehörden binnen 24 Stunden 18.980 neue Infektionsfälle registriert. 138 weitere Menschen, die zuvor positiv auf das Virus getestet worden waren, starben. Am Tag zuvor hatte die Regierung 19.724 Neuinfektionen und 137 Todesfälle gemeldet.

+++ 18:59 Franzosen hamstern Klopapier und Zigaretten aus Deutschland +++
Aus Furcht vor neuen Einreisebeschränkungen kam es im deutsch-französischen Grenzgebiet zwischen Straßburg und Kehl zu neuen Hamsterkäufen - und das bereits vor der Mitteilung des Robert-Koch-Instituts. Dieses teilte am Nachmittag mit, dass Frankreichs Grenzgebiet zu Deutschland ab Samstag erneut als Risikogebiet gilt. Auf der Europabrücke über den Rhein stauten sich Autos. In einigen Läden in Baden-Württemberg waren Toilettenpapier, Windeln und andere Hygieneprodukte ausverkauft. Franzosen schleppten säckeweise Zigaretten und Tabak nach Hause, die in Deutschland günstiger sind. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 18:43 Auch Saarland kippt Beherbergungsverbot +++
Auch das Saarland streicht das Beherbergungsverbot. Damit entfällt von diesem Freitag an für Reisende aus innerdeutschen Hotspots die Pflicht, bei der Übernachtung im Saarland einen negativen Test vorzulegen, wie Regierungssprecher Alexander Zeyer mitteilte. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 18:28 RKI-Präsident zieht Abriegelung von Risikogebieten in Betracht +++
Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, kann sich eine Abriegelung von Risikogebieten vorstellen, um das aktuelle Infektionsgeschehen in Deutschland unter Kontrolle zu halten. Vor neun Monaten habe er eine solche Maßnahme noch für undenkbar gehalten, sagte Wieler in einem Interview des Fernsehsender phoenix. Inzwischen halte er das aber für vorstellbar.

+++ 18:02 Video: Bulgarien desinfiziert Roma aus Flugzeugen +++
Die Minderheit der Roma gilt in Bulgarien wie in fast jedem Land als strukturell benachteiligt. Die Pandemie befeuert rassistische Vorurteile gegen sie. Als Sündenböcke gebrandmarkt, werden Roma aus Flugzeugen mit Desinfektionsmittel besprüht.

+++ 17:35 Von der Leyen begibt sich in Selbstisolation +++
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gibt auf Twitter bekannt, dass es in ihrem Büro einen Corona-Fall gab. Sie sei negativ getestet worden, verlasse nun aber den EU-Gipfel, um sich in häusliche Isolation zu begeben. Die Staats- und Regierungschefs, für die Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten, setzten die Beratungen fort. Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki war nicht nach Brüssel gereist, sondern hatte sich in häusliche Isolation begeben, weil er Kontakt zu einem Infizierten hatte. Er wird auf dem Gipfel vom tschechischen Ministerpräsidenten mit vertreten.

+++ 17:16 Niederlande und Frankreichs Grenzregion als Risikogebiete eingestuft +++
Die Bundesregierung hat die ganzen Niederlande, das gesamte französische Grenzgebiet zu Deutschland und erstmals auch Regionen in Italien und Polen mit Wirkung ab Samstag zu Risikogebieten erklärt. Außerdem werden Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilt. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 16:50 Bayern beschließt strengere Regeln +++
Bayern führt strengere Regeln ein als am Mittwoch beim Bund-Länder-Treffen beschlossen. Das kündigt Ministerpräsident Markus Söder in München an. Wenn die Zahl der Neuinfektionen in Regionen mehr als 50 pro 100.000 Einwohner in einer Woche erreicht, gelte künftig eine Maskenpflicht auch in Grundschulen, sagt er. Die Sperrstunde muss dann von 23 auf 22 Uhr vorverlegt werden. Auch bei privaten Treffen würden die Regeln zumindest für die kommenden vier Wochen verschärft: In betroffenen Regionen dürfen sich dann im privaten Bereich laut Söder nur noch fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Die Situation werde wöchentlich neu bewertet, sagt Söder.

+++ 16:27 Saarland bereit für Intensivpatienten aus Nachbarstaaten +++
Das Saarland ist bereit, Intensivpatienten aus den EU-Nachbarstaaten aufzunehmen, wenn diese überfordert sein sollten. "Das Angebot, französische Patienten im Saarland zu behandeln, besteht weiterhin", sagt ein Regierungssprecher in Saarbrücken. Daran habe sich seit dem Frühjahr nichts geändert.

+++ 16:07 Weil klagt über "Vollpfosten" in Merkel-Runde +++
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat sich mit geharnischten Worten über Indiskretionen aus der Runde der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel beschwert. "Irgendwelche Vollpfosten" hätten aus den laufenden Gesprächen am Mittwoch Inhalte an Medien gegeben, sagte der SPD-Politiker in Hannover. "Um der Sache willen halte ich das für hochgradig schädlich."

+++ 15:43 Niederlande melden höchsten Wert an Neuinfektionen +++
In den Niederlanden haben die Gesundheitsbehörden mehr als 7500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert - so viele wie nie zuvor. Um die rasche Verbreitung des Virus einzudämmen, hat die Regierung einen teilweisen Lockdown verhängt.

+++ 15:24 Gericht setzt Beherbergungsverbot in Niedersachsen aus +++
Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat das Beherbergungsverbot des Landes für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots in einem Eilverfahren für rechtswidrig erklärt. Der Beschluss sei unanfechtbar, teilte das Gericht in Lüneburg mit. Geklagt hatte der Betreiber eines Ferienparks.

+++ 15:10 Telefonische Krankschreibung ab Montag bundesweit möglich +++
Telefonische Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden sind ab kommendem Montag wieder bundesweit möglich. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschusses im Gesundheitswesen. Die Regelung soll zunächst bis zum Jahresende gelten. Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung könne telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden, hieß es in einer Mitteilung. Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Später war entschieden worden, diese nur noch abhängig vom Infektionsgeschehen auf Antrag regional und zeitlich befristet per Ausnahmeregelung zuzulassen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 14:48 Bayern nimmt tschechische Intensivpatienten auf +++
Bayern stellt Tschechien Betten für Intensivpatienten zur Verfügung. Das kündigt Ministerpräsident Markus Söder an. "Die Lage bei unserem Nachbarn Tschechien ist so, dass wir bereits heute die ersten Fragen bekommen haben von der tschechischen Regierung, ob wir Patientenbetten zur Verfügung stellen würden für Intensivpatienten - was wir natürlich machen werden", so der CSU-Politiker.

+++ 14:33 Leopoldina-Wissenschaftler: Neue Maßnahmen unzureichend +++
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hält die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen für nicht ausreichend. "In den kommenden Tagen und Wochen kann die Eindämmung der Pandemie nur noch dann gelingen, wenn die Bundesländer verpflichtende und einheitliche Schutzmaßnahmen vereinbaren und durchsetzen", sagt Leopoldina-Präsident Gerald Haug. "Sie müssen bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen verpflichtend gelten und nicht nur als Empfehlung formuliert sein." Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 14:18 Rekord an Neuinfektionen in Belgien +++
Die Zahl der Infektionen in Belgien ist auf Rekordhoch. Die Behörden des 11-Millionen-Einwohner-Landes melden 7481 registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen zwei Wochen seien auf 100.000 Einwohner rund 494 Infektionen gemeldet worden. In der vergangenen Woche lag die Zahl der Neuinfektionen mit 5421 den Angaben zufolge doppelt so hoch wie in der Vorwoche. Besonders hoch sind die Infektionszahlen in der Hauptstadt Brüssel. Dort gab es in den vergangenen zwei Wochen mehr als 880 registrierte Fälle pro 100.000 Einwohner. Allerdings war der Zuwachs in Brüssel zuletzt geringer als in allen anderen Regionen Belgiens.

+++ 13:59 Ministerpräsident Günther: "Die Lage ist dramatisch" +++
Ministerpräsident Daniel Günther hat sich mit einem dringenden Appell an die Menschen in Schleswig-Holstein gewandt. "Die Lage ist dramatisch. Wir stehen in Deutschland am Anfang eines ungebremsten exponentiellen Wachstums der Infektionszahlen und müssen jetzt dringend eine Haltlinie definieren", sagte der CDU-Politiker in Kiel. Zwar stehe Schleswig-Holstein im Vergleich zu anderen Ländern mit den Infektionszahlen noch relativ gut da. "Aber wir müssen uns wappnen und unsere Maßnahmen konsequent umsetzen, dass wir nicht in eine ähnliche Situation wie zum Beispiel in Berlin kommen." Ohne drastische Maßnahmen werde das nicht funktionieren.

+++ 13:24 Zahl der Intensivpatienten steigt weiter +++
Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten in Deutschland steigt weiter kontinuierlich an. Laut dem aktuellen Tagesreport des Divi-Intensivregisters werden derzeit 655 Infizierte (+53) intensivmedizinisch behandelt, 329 davon (+6) werden beatmet. Noch vor einer Woche hatte der Wert bei 487 (239 beatmet) gelegen. Rund 8719 Intensivbetten sind derzeit den Angaben zufolge in den deutschen Kliniken noch frei, das entspricht einem Plus von 7 Betten.

+++ 12:50 Geburtstagsparty wird zum Superspreader-Event +++
Nach einer großen Geburtstagsfeier eines Teenagers im US-Bundesstaat New York sind mindestens 37 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Dutzende Menschen von der Sweet-16-Party sind erkrankt", sagte Gouverneur Andrew Cuomo. "Das zeigt, wie ein Event so viele Fälle erzeugen kann". Mehr als 80 Menschen hätten an der Feier teilgenommen, die Ende September von einem Partyveranstalter auf der Halbinsel Long Island vor New York organisiert worden sei. Dabei ist die Teilnehmerzahl bei solchen Events in der Region aufgrund von Corona-Auflagen derzeit auf 50 beschränkt. Mehr als 270 Menschen mussten den Angaben nach im Zusammenhang mit der Party in Quarantäne, darunter zahlreiche Jugendliche aus umliegenden Schulen. Eine davon habe sogar vorübergehend geschlossen werden müssen.

+++ 12:50 Zahl der Neuinfektionen in Polen steigt auf mehr als 8000 +++
In Polen ist die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen sprunghaft gestiegen und hat erstmals die Marke von 8000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 8099 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (1306). Das teilte das polnische Gesundheitsministerium mit. Im gleichen Zeitraum starben 91 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Erst am Mittwoch hatten die Behörden 6526 neue Fälle gemeldet - dies war der bisherige Rekordwert.

+++ 12:33 Umweltbundesamt veröffentlicht Lüftungsempfehlungen für Schulen +++
Das Umweltbundesamt hat Empfehlungen für die Belüftung von Schulen in der Corona-Pandemie vorgelegt. "Um sich vor infektiösen Partikeln zu schützen, sollte pro Stunde ein dreifacher Luftwechsel erfolgen. Das bedeutet, dass die Raumluft dreimal pro Stunde komplett gegen Frischluft von außen ausgetauscht wird", schreibt das Amt. In der kalten Jahreszeit soll demnach während des Unterrichts alle 20 Minuten mit weit geöffneten Fenstern für 3 bis 5 Minuten gelüftet werden - sogenanntes Stoßlüften. Zudem solle während der gesamten Pausen gelüftet werden. Das Amt rät davon ab, nur die Tür zum Lüften zu öffnen, weil sich kleine Aerosole dann von einem Raum über den Flur in andere Klassenräume verbreiten könnten. Auch von Lüften mit nur einem offenen oder mit gekippten Fenstern wird abgeraten.

+++ 12:06 Gericht kippt Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg +++
Der Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg hat einem Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in dem Bundesland stattgegeben. Dieses gilt bislang für Gäste aus deutschen Regionen, in denen 50 neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen registriert wurden. Der Antragsteller kommt aus Nordrhein-Westfalen und hatte einen Urlaub im Kreis Ravensburg gebucht.

+++ 12:04 In Krise versagt? Durchsuchungen bei Frankreichs Gesundheitsminister +++
Im Zusammenhang mit der Pandemie haben französische Ermittler die Wohnung und das Büro von Gesundheitsminister Olivier Véran durchsucht. Auch die Räume des Generaldirektors für Gesundheit, Jérôme Salomon, wurden durchsucht, wie das Ministerium mitteilte. Dabei geht es um Vorwürfe unter anderem von Ärzten, die Regierung habe im Kampf gegen die Gesundheitskrise versagt und Corona-Tests sowie Schutzausrüstung zu spät bereitgestellt. Französische Untersuchungsrichter hatten Anfang Juli Ermittlungen gegen mehrere Regierungsmitglieder eingeleitet. Sie richten sich gegen Premierminister Jean Castex und seinen Vorgänger Edouard Philippe sowie die Verantwortlichen im Gesundheitsministerium.

+++ 11:43 Russland meldet Höchstwert bei Todesfällen +++
In Russland bleibt die Virus-Lage angespannt. Nach dem gestrigen Höchstwert ist die Zahl der Neuinfektionen zwar wieder gesunken, dennoch verzeichnet das Land den höchsten Anstieg an neuen Todesfällen seit Beginn der Pandemie. Behördenangaben zufolge haben sich binnen 24 Stunden nachweislich 13.754 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Somit beträgt die Gesamtzahl der registrierten Fälle in Russland 1.354.163. Die Zahl der registrierten Todesfälle erhöhte sich um den Rekordwert von 286 auf insgesamt 23.491.

+++ 11:13 Kretschmann will Beherbergungsverbot für Geschäftsreisende aufheben +++
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will das geltende Beherbergungsverbot etwas lockern. Er sagte im Stuttgarter Landtag, man werde grundsätzlich daran festhalten - mit einer Ausnahme. Für Geschäftsreisen solle es aufgehoben werden. Die Ausnahmeregelung soll bis zum 8. November gelten. Bei ihrem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel konnte sich die Runde der Regierungschefs auf keinen einheitlichen Kurs beim Thema Beherbergungsverbot einigen. Es soll nach den Herbstferien erneut diskutiert werden.

+++ 10:30 CSU-Vize Manfred Weber in Quarantäne +++
Der CSU-Vize Manfred Weber hat sich in Corona-Quarantäne begeben. Er sei darüber informiert worden, dass er mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person in Kontakt gewesen sei, schrieb der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament auf Twitter. Er sei nun in Selbstisolation und warte auf ein erstes Testergebnis. "Passt alle auf euch auf."

+++ 09:50 Stadt in China testet 10 Millionen Menschen in wenigen Tagen +++
Nach einem neuen Corona-Ausbruch hat die ostchinesische Metropole Qingdao innerhalb von vier Tagen einen Massentest bei zehn Millionen Menschen durchgeführt. Wie die lokale Gesundheitskommission mitteilte, wurden seit dem Wochenende 13 Infektionen entdeckt. 9,94 Millionen Proben seien gesammelt worden, von denen über sieben Millionen bereits ausgewertet seien. Die erste Infektion war über das Wochenende in einem Krankenhaus der Stadt entdeckt worden, woraufhin der Test der gesamten Bevölkerung angeordnet wurde. Getestet wurden auch Menschen aus anderen Städten, die in den letzten Tagen aus Qingdao zurückgekehrt waren.

+++ 09:16 Bundespolizei zählt 71.000 Maskenverweigerer in einem Monat +++
Die Bundespolizei hat einem Bericht zufolge binnen eines Monats mehr als 71.000 Mal Reisende wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht ermahnt. Von Mitte September bis Mitte Oktober seien 71.233 derartige Fälle an Bahnhöfen und in Zügen registriert worden, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Zahlen der Gewerkschaft der Polizei. Demnach wurden in 200 Fällen uneinsichtige Reisende von der Weiterfahrt ausgeschlossen oder des Bahnhofs verwiesen. In 1124 Fällen sei das zuständige Gesundheitsamt informiert worden, um Bußgelder zu verhängen. Der ganz überwiegende Teil der Reisenden habe sich bei Ermahnungen durch die Polizei einsichtig gezeigt, hieß es weiter.

+++ 08:39 Fast acht Millionen Fälle in den USA +++
In den USA bewegen sich die Neuinfektionszahlen weiter auf hohem Niveau. Binnen 24 Stunden stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle um 53.609 auf insgesamt 7.948.603. Das geht aus den täglich veröffentlichten Berechnungen der "New York Times" (NYT) hervor, auf die sich ntv.de seit Beginn der Pandemie bezieht. Demnach starben mindestens 869 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, insgesamt sind es damit 216.650 Todesopfer.

+++ 08:02 Infektionszahlen in Tschechien schießen weiter in die Höhe +++
In Tschechien ist die Zahl der Neuinfektionen auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete 9544 neu erkannte Ansteckungen binnen 24 Stunden, nachdem gestern ein Tagesanstieg von 8325 Fällen - dem bis dahin zweithöchsten Wert - registriert worden war. Insgesamt verzeichnet das deutsche Nachbarland seit März 139.290 Ansteckungen. Die Zahl der registrierten Todesfälle in Tschechien erhöhte sich um 35 auf insgesamt 1172.

+++ 07:44 60 Regionen überschreiten Obergrenze +++
Der Blick auf die Infektions-Karte offenbart die großflächige Ausbreitung des Virus in Deutschland – abermals ist die Zahl der roten Flecke auf einen neuen Höchstwert gestiegen: Dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge (15. Oktober, 0 Uhr) überschreiten 60 Regionen die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Das bedeutet einen Zuwachs von 13 Kreisen und kreisfreien Städten im Vergleich zum Vortag. Noch vor einer Woche hatten elf Regionen die Obergrenze gerissen. Unter den betroffenen Regionen befinden sich sieben Berliner Bezirke, wobei Neukölln die bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von 153,2 bestätigten Infektionen je 100.000 Einwohner aufweist. Die Hauptstadt selbst hatte gestern Abend eine Gesamt-Sieben-Tage-Inzidenz von 76,3 angegeben. Mit einem Wert über 40 liegen nun 34 Regionen nahe der kritischen Marke, allen voran der Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 49,8. Zudem liegen 18 weitere Regionen mit einem Wert über 40 nahe der kritischen Marke, allen voran die Stadt Augsburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 49,9.

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+++ 07:30 Erneut keine Region in Deutschland mit Sieben-Tage-Inzidenz von Null +++
Abermals gibt es in Deutschland keine einzige Region mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von Null. In allen 400 Städten und Landkreisen sowie den vom RKI ausgewiesenen zwölf Berliner Bezirken werden dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge (15.Oktober, 0 Uhr) aktuell im Sieben-Tage-Zeitraum Coronavirus-Fälle verzeichnet.

+++ 07:25 JU-Chef Kuban: Junge Generation ist dreifacher Krisen-Verlierer +++
Die Jugend ist nach Einschätzung des Vorsitzenden der Jungen Union, Tilman Kuban, ein großer Verlierer der Pandemie und muss daher gefördert werden. "Die junge Generation wird immer mehr zum doppelten, wenn nicht sogar zum dreifachen Verlierer der Pandemie - im Bereich der Bildung, des Arbeitsmarkts und der Rekordschulden", sagte Kuban der "Rheinischen Post". Er sprach sich für einen Berufsstarterbonus und eine konsequente Umsetzung des Digitalpakts Schule aus. Die Junge Union wolle außerdem die Weiterbildungskultur stärker vereinheitlichen - mit bundesweit einheitlichen Zertifikaten und Abschlüssen in der beruflichen Weiterbildung.

+++ 06:45 Mehr als 151.000 Corona-Tote in Brasilien +++
In Brasilien starben in den vergangenen 24 Stunden 749 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Angaben des brasilianischen Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der positiv Getesteten innerhalb eines Tages um 27.235 auf 5.140.863. Insgesamt sind bislang 151.747 Menschen nachweislich an den Folgen einer Ansteckung gestorben.

+++ 06:15 Kretschmer: Beherbergungsverbot nicht verhältnismäßig +++
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Vertagung einer Entscheidung zum Beherbergungsverbot für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten kritisiert. Der CDU-Politiker sagte nach Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel: "Das ist eine Enttäuschung. Das Beherbergungsverbot in der jetzigen Form ist nicht verhältnismäßig. Es trifft so viele Menschen, die nichts mit dieser Krankheit zu tun haben, und deswegen wäre es besser gewesen, wenn es hier eine Verständigung gegeben hätte. Wir sind ein Land und deswegen muss es auch möglich sein, dass die Menschen sich bewegen können." Die sächsische Staatsregierung werde heute darüber beraten. "Wir werden auch jetzt noch vor den Ferien die Möglichkeit schaffen, dass die Sachsen in den Urlaub fahren können."

+++ 05:02 RKI: Neuinfektionen in Deutschland so hoch wie noch nie +++
Das Robert-Koch-Institut meldet am Donnerstag 6638 Neuinfektionen an einem Tag - so viele wie noch nie seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. Bislang wurde der höchste Wert mit 6294 Fällen am 28. März erfasst. Weitere 33 Menschen sind nach Angaben des RKI an oder mit dem Virus gestorben. Deutschland verzeichnet demnach insgesamt 9710 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

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+++ 04:32 Corona-Testzentrum am Flughafen Tegel schließt +++
Fluggäste können von heute an keine Corona-Tests mehr am Flughafen Tegel vornehmen lassen. "Vor dem Hintergrund der kommenden Schließung Tegels werden Reisende aus Risikogebieten an den Zentralen Omnibusbahnhof und den Hauptbahnhof verwiesen", sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit. Man halte das für zumutbar. Der Flughafen geht am 8. November vom Netz, der Berliner Flugverkehr wird dann in Schönefeld konzentriert. Die Teststelle in Tegel war zum Ende der Urlaubssaison Ende Juli in Betrieb gegangen.

+++ 04:10 WHO beklagt Rückschlag im Kampf gegen Tuberkulose +++
Die Corona-Pandemie droht nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die bislang erzielten Erfolge im Kampf gegen die Tuberkulose zunichtezumachen. In von der Tuberkulose schwer getroffenen Ländern wie Indien und Südafrika seien wichtige Ressourcen in die Bekämpfung des Coronavirus umgeleitet worden, berichtet die WHO. Demnach könnten in diesem Jahr 200.000 bis 400.000 Menschen mehr an Tuberkulose sterben als im vergangenen Jahr. "Die Auswirkung der Pandemie auf die Tuberkulosebehandlung war gewaltig", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Abgesehen von der erschwerten Patientenversorgung durch örtliche Lockdowns seien zur Bekämpfung des Coronavirus auch wichtige finanzielle und technische Ressourcen abgezogen worden. Bis heute zählt die Infektionskrankheit Tuberkulose zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit, wobei 95 Prozent aller Fälle in Entwicklungsländern auftreten.

+++ 03:19 Auch Trumps Sohn Barron war Corona-positiv +++
Der 14-jährige Sohn von US-Präsident Donald Trump, Barron Trump, war nach der Infektion seiner Eltern ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Zum Glück ist er ein starker Teenager und zeigte keine Symptome", erklärt seine Mutter, First Lady Melania Trump. Bei ihr und Barron sei das Virus inzwischen nicht mehr nachweisbar. Die Infektion bei Präsident Trump und seiner Frau Melania war vor knapp zwei Wochen bekannt geworden.

+++ 02:45 Fünf Todesfälle in Seniorenheim bei Karlsruhe +++
In einem Seniorenheim in Marxzell im Kreis Karlsruhe sind inzwischen fünf Bewohner an Covid-19 gestorben. Das teilte das Landratsamt Karlsruhe mit. Die Behörde rechnet mit weiteren Todesfällen. Bei Hochbetagten, die sich zur Pflege in ein Heim begeben müssten, sei das Immunsystem in der Regel geschwächt, so dass es leichter zu schweren Krankheitsverläufen kommen könne, hieß es. Derzeit seien 39 Bewohner und 15 Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert. Nach Bekanntwerden der ersten Infektionen gab es in dem Heim ein Besuchsverbot und einen Aufnahmestopp. Versäumnisse der Beschäftigten oder der Heimleitung seien nicht festgestellt worden, so die Behörde. Ein Grund für das schnelle Ausbreiten des Virus könnte gewesen sein, dass viele Infizierte symptomlos waren. Insgesamt leben in dem Heim knapp 100 Senioren.

+++ 02:16 Risikoreisende sollen sich digital registrieren +++
Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten im Ausland sollen sich ab November noch vor der Einreise nach Deutschland online registrieren. Gedruckte Aussteigekarten, wie sie zum Beispiel von Fluggesellschaften an Passagiere verteilt wurden, entfallen dann. Für Individualreisende, die zum Beispiel im eigenen Auto unterwegs sind, ist die Registrierungspflicht neu. Sie mussten sich nach ihrer Rückkehr aus einem ausländischen Risikogebiet aber bislang schon beim Gesundheitsamt melden, wenn sie keine Aussteigekarte ausgefüllt hatten. Dieser Schritt ist künftig nicht mehr nötig, weil die Gesundheitsämter direkten Zugriff haben sollen auf die Daten aus der Online-Registrierung. Das neue System soll Nutzern zur Verfügung stehen, sobald die Länder die neuen Quarantäneregeln für Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten in Kraft setzen. Das ist nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert für den 8. November geplant.

+++ 01:56 Putin verkündet: Russland besitzt jetzt weiteren Impfstoff +++
In Russland ist ein zweiter Impfstoff registriert worden. Das Serum wurde laut Staatschef Wladimir Putin im Forschungszentrum "Vektor" in der sibirischen Großstadt Nowosibirsk entwickelt und trägt den Namen "EpiVacCorona". "Soweit ich weiß, haben wir bereits einen dritten Impfstoff in der Entwicklung", sagte Putin. Dieses Serum werde derzeit am Tschumakow-Forschungszentrum für immunobiologische Präparate der Russischen Akademie der Wissenschaften getestet. Russland hatte Mitte August den weltweit ersten Impfstoff gegen das Coronavirus für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben. International haben Wissenschaftler erhebliche Bedenken gegen "Sputnik V" geäußert, weil das Serum noch vor Abschluss wichtiger Tests registriert wurde.

+++ 01:30 Mehr als 71.000 Maskenlose in Bus und Bahn verwarnt +++
Die Bundespolizei hat von Mitte September bis Mitte Oktober bei Maskenkontrollen in Bahnhöfen und Zügen in 71.233 Fällen Ermahnungen gegen Reisende ohne Mund-Nase-Schutz ausgesprochen. Das geht aus Zahlen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hervor, die den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" vorliegen. In genau 200 Fällen seien uneinsichtige Reisende durch die Bundespolizei von der Weiterfahrt ausgeschlossen beziehungsweise des Bahnhofs verwiesen worden. In 1124 Fällen wurde das zuständige Gesundheitsamt informiert, um Bußgelder zu verhängen. Der ganz überwiegende Teil der Reisenden habe sich bei Ermahnungen durch die Polizei einsichtig gezeigt.

+++ 01:11 Portugal ruft Katastrophenfall aus +++
Portugal hat den landesweiten Katastrophenfall ausgerufen. Die Anordnung gelte zunächst ab Donnerstag für 15 Tage und ermögliche es der Regierung, bei Bedarf Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und andere einschneidende Maßnahmen zu durchzusetzen, teilte Regierungschef António Costa mit. In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal fünf Menschen versammeln dürfen, bei privaten Feiern soll die Höchstzahl der Teilnehmer auf 50 reduziert werden. Außerdem soll es eine Maskenpflicht außerhalb der eigenen Wohnung geben. Das Parlament muss den Maßnahmen noch zustimmen.

+++ 00:34 Fast 20.000 neue Fälle in Großbritannien +++
Knapp 20.000 Menschen in Großbritannien haben sich innerhalb von 24 Stunden nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das entspricht einem Anstieg von etwa 2500 im Vergleich zum Vortag. 137 Menschen sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Besonders stark betroffen von der Pandemie sind der Norden Englands, Nordirland, Schottland und Teile von Wales. Die tatsächliche Zahl der Neu-Infektionen dürfte aber noch höher liegen, da nicht genügend Tests zur Verfügung stehen.

+++ 23:56 Thüringen will Beschlüsse umsetzen +++
Thüringen will die neuen Corona-Regeln umsetzen, die Bund und Länder heute beschlossen haben. "Das sind die Maßnahmen, auf die sich dann auch Thüringen wird einstellen müssen", sagte Ramelow nach dem Treffen der Regierungschefs der Länder mit Merkel am Mittwoch in Berlin. Die aktuelle Corona-Verordnung läuft im Freistaat noch bis Ende Oktober. Es werde Anpassungen geben, machte Ramelow klar, "aber immer abhängig vom Infektionsgeschehen." Auch ein Beherbergungsverbot schließt Ramelow für die Zukunft nicht aus. Bislang lehnt die Landesregierung ein solches Verbot ab.

+++ 22:59 Merkel: Auf nicht erforderliche Reisen verzichten +++
Die Länder hatten sich nicht auf einen einheitlichen Kurs beim umstrittenen Beherbergungsverbot einigen können, am 8. November soll das Thema neu verhandelt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert die Bürger derweil auf, auf nicht erforderliche innerdeutsche Reisen in Gebiete und aus Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen zu verzichten. Darin seien sich alle einig, sagte Merkel am Abend. Wenn dies umgesetzt werden solle, stelle sich dies aber schwieriger heraus als der Satz klinge. Merkel sagte, sie finde es vernünftig, dass nun bis nach den Herbstferien abgewartet werden und Erfahrungen gemacht werden sollten.

+++ 22:29 Merkel: Unkontrolliertes Ausbreiten der Pandemie verhindern +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Ziel von Bund und Ländern betont, eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verhindern. Deutschland ist der Kanzlerin zufolge bereits in einer exponentiellen Phase. Merkel betont nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten den Ernst der Lage. Man stehe an einem entscheidenden Punkt. Die Frage sei, ob die Maßnahmen ausreichten oder nicht. Sie appellierte an die Bürger, in dieser "entscheidenden und kritischen Phase", dass alle mitmachten und die Regeln befolgten. "Wir können gegen dieses Virus ankämpfen." Es komme darauf an, die Zahl der Kontakte zu verringern.

+++ 22:02 Einheitsregel zum Beherbergungsverbot erst nach Ende der Herbstferien +++
Diese Begründung dürfte den Ärger weiter anheizen: Ab dem 8. November sollen die Regeln für das Beherbergen von innerdeutschen Touristen aus Risikogebieten nach Möglichkeit vereinheitlicht werden. Den Zeitpunkt habe man gewählt, weil am 6. November in Bayern als letztem Bundesland die Herbstferien enden, heißt es aus Teilnehmerkreisen der Beratungen im Kanzleramt.

+++ 21.30 "Nicht hart genug": Merkel sehr unzufrieden +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die bisherigen Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz massiv kritisiert. "Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden", sagte die CDU-Politikerin nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern am Mittwochabend während der Sitzung in Berlin. Mit den nun festgelegten Maßnahmen würden Bund und Länder "in zwei Wochen eben wieder hier" sitzen. "Es reicht einfach nicht, was wir hier machen." Die Grundstimmung sei, dass sich jedes Land ein kleines Schlupfloch suche. "Das ist das, was mich bekümmert. Und die Liste der Gesundheitsämter, die es nicht schaffen, wird immer länger."
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+++ 21.10 Beherberungsverbot: NRW dagegen, Meckpomm dafür, Söder schweigt +++
Die 16 Bundesländer werden wohl weiter unterschiedliche Regeln bei der Beherbergung von Urlaubern aus anderen Ländern haben. In der Debatte im Kanzleramt zeichnete sich nach Informationen aus Teilnehmerkreisen ab, dass eine Mehrzahl der Landesregierungen keine Negativ-Tests von Urlaubern aus Risikogebieten als Voraussetzung für Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen einfordern will. Die Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt hätten weiter dafür plädiert. Dagegen hätten sich etwa die Länderchefs von Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg, Hamburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der zunächst ein Befürworter des sogenannten "Beherbergungsverbots" gewesen war, habe sich auf Frage von Kanzlerin Angela Merkel zunächst unentschieden gezeigt. Möglicherweise werde man nach den Herbstferien versuchen, ein einheitliches Vorgehen zu erreichen. Die 16 Ministerpräsidenten und die Bundesregierung verhandeln seit 14 Uhr über strengere Corona-Maßnahmen.

+++ 20:52 Neuansteckungen: NRW über 1000, Berlin über 500 +++
Nordrhein-Westfalen ist mit 1164 neuen Fällen unangefochten der Spitzenreiter unter den Bundesländern. Es folgen Baden-Württemberg (850) und mit Abstand Bayern (588) und Hessen (509). Bei den Neuinfektionen überspringt auch Berlin inzwischen die 500er-Marke: Die Hauptstadt meldet binnen 24 Stunden 503 neue Fälle.

+++ 20:22 Aktuelle Datenlage in Deutschland: Fast 5200 Neuinfektionen gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 337.493 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 5185 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 32 auf 9692. Als aktuell infiziert gelten rund 47.900 Personen. Auch im 7-Tage-Schnitt geht die Ansteckungskurve weiter steil nach oben.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,04 angegeben (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 10 Infizierte 10 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 602 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 323 davon werden beatmet. Rund 8700 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

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Quelle: ntv.de, chf/jpe/ino/dpa/rts/AFP