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Eindämmung der Infektionsgefahr Krankschreibung per Telefon kommt wieder

Lass ich mich krank schreiben oder nicht? Dieser Entschluss hängt auch vom Verhältnis zu den Kollegen ab. Das ist das Ergebnis einer Studie. Foto: Arno Burgi

Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich.

(Foto: dpa)

Krankschreibungen per Telefon sollen wegen der Corona-Krise nun wieder möglich gemacht werden. Wer krank war und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung brauchte, konnte bereits im Frühjahr beim Arzt durchklingeln und kam so um einen persönlichen Besuch herum.

Schon im Frühjahr 2020 war die telefonische Krankschreibung möglich, um Arztpraxen zu entlasten. Wer unter leichten Erkrankungen der oberen Atemwege litt, musste nicht mehr zum Hausarzt gehen, sondern konnte sich auch am Telefon krankschreiben lassen. Nun sollen telefonische Krankschreibungen beim Arzt wegen Erkältungsbeschwerden wegen der Corona-Lage bis zum Jahresende wieder umfangreicher möglich gemacht werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte gestern in Berlin einen entsprechenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen für den heutigen Donnerstag an. Das Gremium ist mit Vertretern von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen besetzt. "Wir wollen natürlich mögliche Infektionen im Gesundheitswesen selbst und in der Arztpraxis bei Grippe sowie bei Corona vermeiden", sagte Spahn.

Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Später war entschieden worden, diese nur noch abhängig vom Infektionsgeschehen auf Antrag regional und zeitlich befristet per Ausnahmeregelung zuzulassen.

Fristen blieben erhalten

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Zuvor hatten sich die Kassenärzte bereits angesichts steigender Corona-Infektionszahlen dafür starkgemacht, im Herbst und Winter auch wieder Krankschreibungen per Telefon zu ermöglichen. "Dieses Instrument hat die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet", sagte der stellvertretende Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, am Mittwoch. Damit könne man schneller agieren, wenn es regional hohe Corona-Fallzahlen und Überschneidungen mit Symptomen von Grippe- und Erkältungskrankheiten gebe.

An den Fristen, bis wann der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit mitteilen muss, ändert sich nichts. Dies ist nach wie vor "unverzüglich" zu tun. Die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung muss spätestens nach dem dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit beim Arbeitgeber sein. Abgesehen davon darf der Arbeitgeber aktuell von der gesetzlichen Regelung abweichen und von Arbeitnehmern schon ab dem ersten Tag eine Bescheinigung verlangen oder im Arbeitsvertrag eine andere Frist festlegen. Hier muss sich der Arbeitnehmer erkundigen, was für ihn gilt.

Quelle: ntv.de, awi/dpa