Sechs Jahre auf der FluchtDeutscher Kokain-Boss in Dubai festgenommen

Mit 16 Tonnen verbucht die Polizei 2021 den größten Kokainfund Europas im Hamburger Hafen. In dem Fall sollen die verantwortlichen Drogenhändler auch einen Staatsanwalt bestochen haben und sind seit Jahren auf der Flucht. In Dubai gelingt nun die Festnahme des Anführers.
Ein seit Jahren in Deutschland gesuchter mutmaßlicher Anführer von Drogenhändlern ist in Dubai festgenommen worden. Das niedersächsische Justizministerium bestätigte die Festnahme von Konstantinos S. - Genaue Hintergründe der Festnahme sind nicht bekannt. Offen bleibt zunächst auch, wann S. nach Deutschland ausgeliefert wird. Einer Sprecherin zufolge hatte die Staatsanwaltschaft Hannover seit 2020 nach dem Mann gefahndet.
Dem Drogenhändler wird vorgeworfen, gemeinsam mit seiner Bande mehr als 23 Tonnen Kokain aus Süd- und Mittelamerika nach Europa geschmuggelt zu haben. Unter anderem wird der Bande der Rekordfund von 16 Tonnen Kokain im Hamburger Hafen im Februar 2021 zugeordnet - der bis dato größte Drogenfund der europäischen Geschichte mit einem geschätzten Verkaufswert von bis zu drei Milliarden Euro.
Den Ermittlern zufolge hatte sich Konstantinos S. schon Ende 2020 von Hannover aus in die Vereinigten Arabischen Emirate abgesetzt. Im Zuge der Ermittlungen wurde er im April 2022 von den dortigen Behörden bereits festgenommen, aber gegen eine Kaution von mehr als 40.000 Euro wieder freigelassen, wie die Zeitung "Bild" berichtet. Im Zuge der jahrelangen Ermittlungen wurden zudem zahlreiche Objekte in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Paraguay durchsucht. Dabei beschlagnahmten die Ermittler zahlreiche Beweismittel und Vermögenswerte in Millionenhöhe.
Staatsanwalt soll geholfen haben
Außerdem wird S. vorgeworfen, den ehemaligen Staatsanwalt Yashar G. aus Hannover angeworben zu haben, um Ermittler-Informationen zu bekommen. Der damalige Dezernent der Abteilung Betäubungsmittel hatte die Anklage für den Drogenfund in Hamburg geführt und soll die Bande vor einer Razzia gewarnt und so auch die Flucht zahlreicher Mitglieder ermöglicht haben. Mindestens 65.000 Euro soll der Beamte für seine Dienste zwischen Juni 2020 und März 2021 kassiert haben.
Im Oktober 2024 wurde G. deshalb festgenommen. Seit April vergangenen Jahres läuft der Prozess gegen ihn. Die Anklage wirft ihm insgesamt 14 Fälle von besonders schwerer Bestechlichkeit sowie Verletzung des Dienstgeheimnisses und Strafvereitelung im Amt vor. Im Januar hatte G. schließlich ein Geständnis abgelegt. Ihm drohen mehr als acht Jahre Haft.