Panorama

Polizei rechtfertigt sich Abrissfirma findet in Lügde weitere CDs

Die bereits zum Teil abgerissene Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz Eichwald. Foto: Guido Kirchner

Die bereits zum Teil abgerissene Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz Eichwald.

(Foto: Guido Kirchner/dpa)

Mehrfach durchsuchen Polizisten die Behausung des Dauercampers Andreas V. im nordrhein-westfälischen Lügde nach Kinderpornos. Jetzt findet ein Abrissunternehmer weitere CDs im Hohlraum des Wohnmobils. Peinlich für die Polizei, die wegen Pannen in dem Fall unter Druck steht.

Bei Abrissarbeiten am Tatort des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde sind weitere Datenträger gefunden worden. Arbeiter legten einen Zwischenraum in dem doppelten, fest verbauten Holzboden des Wohnwagens des Hauptbeschuldigten frei. Dort kamen in einem Hohlraum eine CD und zwei Disketten zum Vorschein, bestätigte die Polizei nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Das Abrissunternehmen habe den Fund an die Polizei übergeben. Ein Ermittlerteam habe die Fundstelle untersucht und im Abrissschutt eine weitere CD entdeckt. Der Ort des mutmaßlichen Kindesmissbrauchs wird seit Mittwoch abgerissen und soll zur Grünfläche werden. Der Bereich war Ende März von den Behörden freigegeben worden.

Die Datenträger hätten bei einer Durchsuchung mit zulässigen rechtlichen Mitteln nicht gefunden werden können, teilte die Polizei weiter mit. Das Datenmaterial werde nun ausgewertet und als Beweismittel gegebenenfalls zum Gegenstand der gerichtlichen Beweisaufnahme.

In dem Wohnwagen hatten die Ermittler Festplatten und andere Datenträgern mit rund 3,3 Millionen Bildern und fast 86 300 Videos sichergestellt. 155 CDs und DVDs waren aus der Obhut der Polizei verschwunden, woraufhin die Staatsanwaltschaft Detmold ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet hatte.

Seit Dezember bereits sechsmal durchsucht

Mindestens sechsmal hatten dutzende Polizisten und Experten der Spurensicherung die völlig vermüllte und unübersichtliche Behausung seit Dezember bereits durchsucht. Am 26. Februar musste Innenminister Reul im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags einräumen, dass die Detmolder Ermittler den Wohnwagen des Hauptverdächtigen V. zwar mehrfach durchsucht hatten, dabei aber nur sehr oberflächlich vorgegangen waren und Bielefelder Ermittler bei einer erneuten Durchsuchung in dem Caravan noch mehr Beweismittel gefunden hatten.

Innenminister Reul hatte nicht weniger als "vollständige Aufklärung" im Fall des tausendfachen sexuellen Kindesmissbrauchs auf dem Campingplatz versprochen. Ende Februar kündigte der CDU-Minister an, die Ermittler würden "an den Orten des Geschehens jeden Stein umdrehen, notfalls wird der Stein auch geröntgt".

Quelle: n-tv.de, mau/dpa