Panorama

Protest gegen Automesse IAA Aktivisten seilen sich auf A96 von Brücke ab

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Die IAA-Gegner verursachten mit ihrer Protestaktion einen längeren Stau an einer Autobahnbrücke auf der A96.

(Foto: picture alliance/dpa)

Protest gegen klimaschädliche Verbrennungsmotoren: Umweltaktivisten seilen sich auf der A96 von einer Autobahnbrücke ab, um mit dem Banner "Block IAA" zum Boykott der Automesse in München aufzurufen. Es ist nicht die einzige Aktion am Eröffnungstag und weitere sind bereits geplant.

Klima- und Umweltaktivisten unterschiedlicher Gruppen haben sich am Eröffnungstag der Automesse IAA Mobility von Autobahnbrücken rund um München abgeseilt, den Verkehr behindert und Banner entrollt. Das teilte die Polizei in München mit. Auch am Veranstaltungsort protestierten Umweltaktivisten von Greenpeace.

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Aktivisten überklebten Verkehrsschilder auf Autobahnen mit Schriftzügen wie "Verkehrskollaps" und "No IAA".

(Foto: dpa)

Auf der A8 und der A96 sei die Fahrbahn am Morgen zum Teil gesperrt und der Verkehr umgeleitet worden, um die Demonstranten herunterholen zu können, sagte ein Polizeisprecher in München. Auf der A9 sorgten Aktivisten ebenfalls für einen Polizeieinsatz. Dort überklebten sie die Aufschriften auf Verkehrsschildern. Auch auf der A92, der A94 und der A95 entrollten Aktivisten Transparente.

Auf der A96 bei der Ausfahrt Germering-Süd stand unterhalb der Autobahnbrücke der Schriftzug „Block IAA“ geschrieben. Auf Bildern ist eine Polizeistreife unterhalb der Brücke zu sehen und ein Hubschrauber, der in der Luft über der Autobahn steht. Die Aktion ist inzwischen beendet, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Die Automesse IAA findet in diesem Jahr erstmals mit neuem Konzept in München statt. Den Fokus der diesjährigen Veranstaltung auf klimaneutrale Mobilität kritisierten die Aktivisten als "Greenwashing".

"Die Zerstörungskraft von Elektroautos ist mindestens genauso groß wie die der Verbrenner", erklärte eine Aktivistin. "Unser Ziel ist nicht weniger als die Automobilindustrie und ihre Lobby zu zerschlagen." Die Gegner der Messe wollen deren Ablauf stören, um für eine klimagerechte Mobilitätswende zu demonstrieren. "Wir fordern autofreie Städte, einen stark ausgebauten und kostenlosen ÖPNV - vor allem auf dem Land. Und den sofortigen Baustopp aller Autobahnprojekte", hieß es in einer Pressemitteilung.

Der Autobranchenverband VDA kritisierte die Aktionen und wies die Kritik zurück. "Die IAA Mobility zeigt den Weg zur klimaneutralen Mobilität", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. "Und wir diskutieren auch mit denen, die anderer Meinung sind. Unser Angebot zum Dialog steht. Gewalt und Nötigung lehnen wir ab."

Bundeskanzlerin Angela Merkel von der CDU wird am frühen Nachmittag zur Eröffnungsveranstaltung erwartet, auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder von der CSU wird an der Veranstaltung teilnehmen.

Greenpeace-Aktivisten steigen ins Wasser

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Greenpeace-Aktivisten protestierten vor dem Messegelände.

(Foto: dpa)

Auch Greenpeace-Aktivisten demonstrierten am Eingang zum Messegelände für einen schnelleren Abschied vom Verbrennungsmotor. Bei etwa zehn Grad Außentemperatur stiegen am Morgen 14 junge Menschen mit Plakaten in das Wasserbecken vor der Messe München.

Auf den Plakaten waren Bilder von Überschwemmungen und Waldbränden der vergangenen Jahre zu sehen, zudem Slogans wie "Die Klimakrise startet hier". Die am Messegelände zahlreich vertretene Polizei ließ die Aktivisten gewähren, nach etwa einer halben Stunde verließen sie das kalte Wasser.

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"Die deutsche Autoindustrie befeuert die Klimakrise immer weiter", kritisierte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. "Mit ihren rücksichtslosen Geschäften schränken VW, Mercedes-Benz und BMW die Freiheit junger Menschen ein. Damit sich das ändert, müssen die Konzerne viel schneller weg von klimaschädlichen Verbrennungsmotoren."

Zur IAA wollen zahlreiche Gruppen demonstrieren. Unter anderem sind für den kommenden Freitag Blockaden und für Samstag eine Großdemonstration sowie eine Fahrradsternfahrt mit Zehntausenden Teilnehmern angekündigt.

Quelle: ntv.de, joh/dpa/AFP

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