Panorama

Tatverdächtiger im Fall Susanna Ali B. ist wieder in Deutschland

Der Tatverdächtige im Mordfall Susanna, Ali B., ist in Begleitung der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen gelandet. Noch in der Nacht soll er verhört werden. Die Kanzlerin zeigt sich erschüttert angesichts des Verbrechens - und fordert ein klares Urteil der Justiz.

Nach seiner Flucht in den Irak ist der mutmaßliche Mörder von Susanna F. wieder in Deutschland. Eine Lufthansa-Maschine brachte Ali B. von der nordirakischen Stadt Erbil nach Frankfurt am Main. Von dort wurde der 20-Jährige sofort mit einem Hubschrauber zum Polizeipräsidium Westhessen nach Wiesbaden gebracht, wo er noch am Abend vernommen werden soll.

"Ich bin froh, dass der von der deutschen Justiz gesuchte, mutmaßliche Täter wieder in Deutschland ist", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer am Abend. "So kann das Ermittlungsverfahren schnell vorangetrieben werden." Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, reiste Bundespolizei-Chef Dieter Romann selbst nach Erbil, um den 20-Jährigen abzuholen. Am Sonntag soll Ali B. einem Haftrichter vorgeführt werden.

Ali B. steht im Verdacht, die am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefundene Susanna F. in der Nacht vom 22. zum 23. Mai vergewaltigt und anschließend durch Gewalt gegen den Hals getötet zu haben. Der 20-Jährige hatte sich in den Nordirak abgesetzt und war dort in der Nacht zum Freitag von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Kurdischen Ermittlern zufolge hat Ali B. die Tötung des 14-jährigen Mädchens aus Mainz gestanden.

Merkel: "Abscheulicher Mord"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bestürzt über den Tod der 14-jährigen Susanna aus Mainz geäußert. "Das unfassbare Leid, dass der Familie und dem Opfer widerfahren ist, bewegt jeden und erfasst auch mich", sagte Merkel am Rande des G7-Gipfels im kanadischen La Malbaie. Es sei gut, dass der mutmaßliche Täter gefasst worden sei und wahrscheinlich nach Deutschland zurückkehre. Sie sprach von einem "abscheulichen Mord" und plädierte für eine entschiedene Ahndung solcher Straftaten.

Wenn die Tat bewiesen sei, müsse die Justiz "mit aller Klarheit ein Urteil sprechen", forderte die Kanzlerin. Das Verbrechen sei zudem ein Auftrag, die Integration sehr ernst zu nehmen und Werte klar zu machen. "Wir können nur zusammenleben, wenn wir uns gemeinsam an unsere Gesetze halten", sagte sie.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/rts