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Widerspruchslösung durchgesetzt Alle Schotten sind ab sofort Organspender

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In Deutschland müssen sich Bürger aktiv für die Organspende entscheiden.

(Foto: picture alliance / ANP)

Die Schotten setzen durch, was in Deutschland keine Mehrheit fand: die Widerspruchslösung für Organspenden. Befürworter erhoffen sich davon eine bessere Versorgung von Patienten, die auf wichtige Organe warten.

In Schottland ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, die alle Bürger automatisch als Organspender erfasst, sofern sie sich nicht aktiv dagegen entscheiden. Mit einem Formular können die Schotten sich dagegen aussprechen, dass ihre Organe im Todesfall gespendet werden. Damit folgt der britische Landesteil Wales und England, die bereits in den vergangenen Jahren die sogenannte Widerspruchslösung für Organspenden eingeführt haben.

Befürworter dieser Regelung erwarten, dass dadurch deutlich mehr Patienten mit dringend notwendigen Spenderorganen versorgt werden können. Zuvor waren gut die Hälfte der schottischen Bevölkerung als Organspender registriert.

Bundestag entscheidet gegen diese Lösung

Angesichts mangelnder Organspenden ist auch in Deutschland immer wieder kontrovers diskutiert worden, wie sich die Zahl der Spender am besten erhöhen lässt. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte sich zeitweise ebenfalls für eine Widerspruchsregelung ausgesprochen. Mit einem entsprechenden Gesetzentwurf war der CDU-Politiker jedoch im vergangenen Jahr im Bundestag gescheitert. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte stattdessen für einen Gegenentwurf. In Deutschland muss man sich daher weiterhin aktiv dafür entscheiden, an der Organspende teilzunehmen.

Im vergangenen Jahr ist die Nachfrage nach Organspendeausweisen in Deutschland einem Bericht zufolge deutlich gesunken. Insgesamt seien 2020 bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 3,46 Millionen Organspendeausweise bestellt worden, berichtete das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" unter Berufung auf Zahlen der Behörde. 2019 lag die Zahl der Bestellungen demnach noch bei vier Millionen Ausweisen.

Quelle: ntv.de, cja/dpa

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