Panorama

Barfuß durch die KälteAlle sechs verwahrlosten Kinder aus Krankenhaus entlassen

10.01.2026, 16:11 Uhr
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Nach einer ersten Untersuchung ist klar: Keines der Kinder muss länger im Krankenhaus behandelt werden. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach stationärer Untersuchung im Krankenhaus werden die sechs verwahrlosten Kinder aus Menden vorerst von ihren Eltern getrennt. Körperliche Misshandlungen wurden nicht festgestellt, der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht dennoch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Nach der Inobhutnahme von sechs verwahrlost wirkenden Mädchen und Jungen im Sauerland haben die Ärzte alle wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Keines der Kinder im Alter zwischen zwei und elf Jahren müsse weiter stationär behandelt werden. "Alle Kinder sind altersgerecht entwickelt. Sie weisen keine Anzeichen für körperliche Misshandlungen auf", teilten die Stadt Menden und die ermittelnde Staatsanwaltschaft mit.

Aufgrund der Gesamtumstände habe das Jugendamt trotzdem entschieden, die drei Mädchen und drei Jungen wegen des Verdachts auf eine Kindeswohlgefährdung zunächst getrennt von ihren Eltern unterzubringen. "Weitere Maßnahmen werden nunmehr sorgfältig geprüft", teilte die Stadt mit.

Ein Autofahrer hatte am Freitagnachmittag die Behörden alarmiert, weil in Menden bei klirrender Kälte ein zweijähriges Kind leicht bekleidet und barfuß über die Straße gelaufen war. Die Polizei fand in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus nach eigenen Angaben fünf weitere Kinder in einem verwahrlosten Zustand. Die Feuerwehr betrat die Wohnung zunächst nur mit Atemschutz.

Erziehungsberechtigte waren zunächst nicht vor Ort. Im Verlauf des Einsatzes sei die Mutter zurückgekehrt. Zu dem Vater, der eigentlich auch in der Wohnung lebt, gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang keinen Kontakt. Gegen beide werde unter anderem wegen Körperverletzung durch Unterlassen ermittelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Einen Grund, sie in Untersuchungshaft zu nehmen, gebe es aber derzeit nicht. Außerdem laufen Ermittlungen wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln. Denn bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Beamten unter anderem Cannabis und weitere Drogen.

Quelle: ntv.de, lno/dpa

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