Panorama

Engpässe durch Covid-Fälle Anästhesisten: Versorgung anderer Patienten in Gefahr

Narkose-Ärzte zeigen sich besorgt. Patienten mit Herzinfarkten, schweren Verletzungen oder Krebserkrankungen könnten wegen der steigenden Corona-Zahlen womöglich nicht mehr ausreichend behandelt werden. Die Anästhesisten fordern deshalb eine flächendeckende 2G-Regel.

Nach den Intensivmedizinern schlagen auch Anästhesisten-Verbände Alarm, weil die rapide zunehmenden Corona-Infektionen die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu gefährden drohen. Es gehe inzwischen nicht mehr allein um Engpässe bei der Versorgung der Covid-19-Patienten in den Kliniken.

Mit größter Sorge betrachte man die aktuellen und mittelfristigen Auswirkungen für die Gesamtbevölkerung, zum Beispiel bei Herzinfarkten, schweren Verletzungen oder Krebserkrankungen, die nicht mehr ausreichend behandelt werden könnten, schreiben der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) in einem offenen Brief an die Gesundheitsminister von Bund und Ländern.

Sie forderten die Politiker auf, wirksamere Schritte zur Eindämmung der Corona-Pandemie einzuleiten. Die Narkose-Ärzte fordern unter anderem eine verbindliche 2G-Regelung für alle Bereiche des öffentlichen Lebens, besonders Großveranstaltungen. Das bedeutet, dass dort nur noch Geimpfte und Genesene Zugang bekämen, Ungeimpfte blieben auch mit einem Test ausgeschlossen. Kontaktbeschränkungen sollen strikt eingehalten werden. Außerdem setzen sich die Anästhesisten für Auffrischungsimpfungen für alle ein, ebenso wie für einfachere Regeln beim Impfen.

Die Verbände repräsentieren nach eigenen Angaben rund 30.000 Ärztinnen und Ärzte. Sie warnten auch generell vor der Überlastung der Intensivmedizin, die dazu führen werde, dass die Personalabwanderung sich weiter erhöhen und die Zahl der betreibbaren Intensivbetten damit weiter sinken werde. Die Ausbildung müsse attraktiver gestaltet werden, abgewanderte Pflegekräfte sollten zurückgewonnen werden.

Quelle: ntv.de, chl/dpa

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