Panorama

Tod der kleinen JohannaAngeklagter hält an Unfalltheorie fest

09.05.2018, 16:36 Uhr
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Johanna verschwand auf dem Heimweg. Jahrelang konnte der Täter nicht gefunden werden. (Foto: picture alliance / dpa)

Viele Jahre sind seit dem Tod von Johanna vergangen, im Prozess kann sich der Angeklagte angeblich nur schwer erinnern. Doch in einem Punkt ist er sicher: Ermordet hat er das Kind nicht.

Der mutmaßliche Mörder der kleinen Johanna hat gestanden, das Mädchen vor 19 Jahren von einem Radweg entführt zu haben. Den Tod des Kindes aber stellte der 42-Jährige vor dem Landgericht Gießen als als eine Art Unfall und nicht geplant dar. Auch zu einem sexuellen Missbrauch soll es nicht gekommen sein.

Rick J. räumte allerdings ein, so etwas an dem Tattag vorgehabt zu haben. Der Angeklagte fesselte nach eigenen Angaben Johanna und packte sie in den Kofferraum seines Autos. Ihre Augen und den Mund habe er mehrfach mit Klebeband umwickelt. Als er später den Kofferraum wieder geöffnet habe, sei das Mädchen tot gewesen.

Widersprüche in seiner Aussage, auf die ihn das Gericht hinwies, erklärte der Angeklagte mit seinem damaligen Drogenkonsum sowie Erinnerungslücken nach den vielen Jahren seit der Tat. Der Mann soll im September 1999 die damals achtjährige Johanna aus der Wetterau (Hessen) in sein Auto gezerrt, missbraucht und ermordet haben.

Fast 20 Jahre Ermittlungen

Der Angeklagte wurde erst im Oktober 2017 nach jahrelangen Ermittlungen festgenommen. Auf die Spur von J. waren die Ermittler gekommen, als dieser bei sexuell motivierten Fesselungsspielen mit einer 14-Jährigen in einem Maisfeld von Passanten beobachtet wurde.

Die Polizei stellte damals fest, dass J. wie im Fall Johanna Klebeband benutzte. An den sterblichen Überresten der im April 2000, rund ein halbes Jahr nach der Tat, in einem Wald gefundenen Johanna war ein Klebeband mit einem Teil eines Fingerabdrucks von J. gefunden worden.

Quelle: sba/dpa

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