Panorama

Staatsanwalt zum Fall Maddie Anklage von Christian B. "sehr sicher"

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2007 verschwand die Britin Madeleine "Maddie" McCann aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit 13 Jahren quält die Eltern von Maddie McCann die Frage, was mit ihrer Tochter passiert ist. Staatsanwalt Hans Christian Wolters ist "sehr sicher", dass ein Deutscher für das Verschwinden der jungen Britin verantwortlich ist - und schürt mit einer Aussage Hoffnung, dass der Fall bald gelöst sein könnte.

Steht der Fall um die vermisste Britin Madeleine "Maddie" McCann kurz vor der Aufklärung? Der Braunschweiger Staatsanwalt Hans Christian Wolters ist jedenfalls fest überzeugt, dass der vorbestrafte Sexualstraftäter Christian B. das Mädchen im Jahr 2007 aus einer portugiesischen Ferienanlage entführt und getötet hat. In einem Interview mit der BBC äußerte sich der Ermittler als "sehr sicher", den Verantwortlichen zu kennen und auch überführen zu können. "Wenn Sie die Beweise kennen würden, die wir haben, würden Sie zu dem gleichen Schluss kommen wie ich", wird Wolters in dem Bericht zitiert.

Doch für eine Anklage reiche die Beweislage momentan noch nicht aus, so Wolters. "Deshalb kann ich keine Details nennen, denn wir wollen nicht, dass der Beschuldigte erfährt, was wir gegen ihn in der Hand haben - das sind taktische Überlegungen", sagte der Staatsanwalt. Wie stark die Indizien gegen den Deutschen, der zurzeit eine Haftstrafe wegen eines Drogendelikts verbüßt, tatsächlich sind, bleibt damit weiterhin unklar.

Seit etwa einem halben Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Mordverdachts gegen B., auf dessen Spur sie bereits 2013 kam und der sich zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der portugiesischen Küste aufhielt. 18 Monate vor dem Verschwinden der jungen Britin, vergewaltigte B. ebenfalls in Praia da Luz eine 72 Jahre alte US-Amerikanerin. Dafür wurde er zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt.

Im Zuge der Ermittlungen im Fall Maddie wurden Ende Juli auch Grabungen in einem Kleingarten am Stadtrand von Hannover ausgeführt. Ob und möglicherweise was bei der Polizeiaktion gefunden wurde, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig bislang nicht mit. Die sechsmonatige Untersuchung soll nach Angaben des Staatsanwalts zudem Hinweise auf weitere Sexualverbrechen ergeben haben, die der Deutsche begangen haben soll, in zwei Fällen an Kindern.

Im Fall Maddie gehe es nur langsam voran, weil ihr Verschwinden so viele Jahre zurückliegt und mehrere Länder in die Ermittlungen involviert seien, erklärte Wolters. Er und sein Team arbeiten gerade daran, eine wasserdichte Anklage gegen Christian B. vorzubereiten. "Ich kann es nicht versprechen oder garantieren, dass wir genug in der Hand haben für eine Anklage", sagte der Staatsanwalt, "aber ich bin sehr sicher, dass das, was wir haben, keine andere Schlussfolgerung zulässt." Er glaubt, dass eine Anklage im Frühjahr möglich sein könnte.

Auch wenn Wolters und sein Team Erfolg haben, bleibt immer noch die Frage, wo Madeleine McCann ist. Letzte Woche sagte die Kommissarin der Met-Polizei, Cressida Dick, dass sie wie bereits im Sommer um eine Vermisstensuche handelt, da es keine "endgültigen Beweise dafür gibt, ob Madeleine lebt oder tot ist".

Quelle: ntv.de, joh