Panorama

Hirntoter Junge in England Ärzte lassen Archie am Montag sterben

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Paul Battersbee und Hollie Dance, die Eltern von Archie, hatten sich bis zuletzt dafür eingesetzt, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen bestehen bleiben.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

Durch mehrere Instanzen kämpfen sich die Eltern des kleinen Archie. Sie wollen erreichen, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen des Zwölfjährigen fortgesetzt werden. Vergebens. Schon morgen könnte der unheilbare Junge im Krankenhaus sterben.

Nach mehreren Gerichtsentscheidungen gegen die Familie eines hirntoten Zwölfjährigen in England stellt die Klinik die lebenserhaltenden Maßnahmen für den Jungen ein. Alle Infusionen und Medikamentengaben würden an diesem Montag um 14 Uhr (Ortszeit, 15 Uhr MESZ) beendet, meldete die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf ein Schreiben des Barts Health NHS Trust an die Eltern des Jungen.

Zuvor hatte Archies Mutter noch an Gesundheitsminister Steve Barclay appelliert, das Krankenhaus doch zur Fortführung der Pflege zu bringen, sowie an die UN. "Wir verstehen, dass alle Debatten um das Ende von Archies Behandlung sehr schwierig und schmerzhaft sind", hieß es in dem Brief weiter. "Dennoch wollen wir sicherstellen, dass Sie und Ihre Familie so stark eingebunden werden, wie Sie es wünschen." Ziel sei, die Würde des Jungen zu bewahren. "Sie oder ein Familienmitglied könnten den Wunsch haben, mit Archie auf seinem Bett zu liegen oder ihn in Ihren Armen zu halten, falls das praktisch möglich ist", zitierte PA.

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Archie hatte sich bei einem häuslichen Unfall im April schwere Hirnverletzungen zugezogen - womöglich bei einer Internet-Mutprobe. Er liegt seither im Koma. Ein Berufungsgericht hatte vergangenen Montag den Antrag der Eltern abgelehnt, die lebenserhaltenden Maßnahmen fortzusetzen. Das sei im besten Interesse von Archie.

Der Fall erinnert an ähnliche Auseinandersetzungen um unheilbar kranke Kinder in Großbritannien. Der finanziell stark unter Druck stehende britische Gesundheitsdienst neigt dazu, lebenserhaltende Maßnahmen sehr viel früher zu entziehen, als das in Deutschland der Fall wäre. Zudem werden die Wünsche von Eltern und Angehörigen dabei nicht im selben Maße berücksichtigt. Was im besten Sinne des Patienten ist, entscheiden oft Richter auf Empfehlung von Medizinern.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

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