Panorama

Nach 800 Jahren ausgegrabenAssisi zeigt erstmals Gebeine des Heiligen Franziskus

17.02.2026, 08:04 Uhr
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Figuren-von-Franz-von-Assisi-und-dem-2006-gestorbenen-italienischen-Teenager-Carlo-Acutis-stehen-zum-Verkauf-an-einem-Souvenirshop-Acutis-wurde-nur-15-Jahre-alt-2006-starb-der-italienische-Teenager-an-Leukaemie-Jetzt-wird-er-heiliggesprochen
Figuren des Heiligen Franz werden rund um die Basilika zum Verkauf angeboten. (Foto: picture alliance/dpa)

Franz von Assisi ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Jahrhundertelang wurde sein Leichnam aus Angst vor Grabräubern versteckt. Nun wird er der Öffentlichkeit gezeigt. Er ist nicht der einzige Heilige, der in Assisi ruht.

Nach fast acht Jahrhunderten werden die sterblichen Überreste des katholischen Heiligen Franz von Assisi erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen sein. Seine Heimatstadt, die 27.500-Einwohner-Gemeinde Assisi in Mittelitalien, erwartet dazu mehrere Hunderttausend Besucher.

Die Stadt Assisi hat nicht weniger als fünf Heilige: Franz von Assisi, der bekannteste von allen, sowie Klara, Agnes, Rufinus, alle ebenfalls von Assisi, und Carlo Acutis. Ergibt einen (beziehungsweise eine) auf 5500 Einwohner. Pro Kopf der Bevölkerung liegen in keiner anderen Stadt der Welt mehr Heilige begraben als hier in den Hügeln von Umbrien, auch nicht im zwei Autostunden entfernten Rom.

Die Ausstellung beginnt am Wochenende. Nach Angaben des Franziskanerordens haben sich bereits mehr als 350.000 Menschen angemeldet, um in der päpstlichen Basilika San Francesco die Reliquien zu sehen.

800. Todestag des Schutzpatrons

Franz von Assisi (1181/82-1226) gehört zu den bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Er war auch Namensgeber für den im vergangenen Jahr verstorbenen Papst Franziskus. Der Sohn eines reichen Tuchhändlers aus Assisi sagte sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts mit Anfang 20 von seiner Familie los, verschrieb sich dem Glauben und führte ein Leben in absoluter Armut. Schon zwei Jahre nach dem Tod mit Mitte 40 wurde er für heilig erklärt.

Sein Leichnam wurde an einem versteckten Ort tief in die Erde eingelassen, auch aus Angst vor Grabräubern. Dort blieb er fast sechs Jahrhunderte lang. 1818 gab Papst Pius VII. den Franziskanern die Erlaubnis, das Grab freizulegen. Für den Sarkophag baute man in der Unterkirche der Basilika eigens eine neue Krypta. Seither wurden die Knochen mehrfach wissenschaftlich untersucht und auf Echtheit geprüft, zuletzt 2015.

Die Ausstellung wird von der Kirche damit begründet, dass Gläubigen zum 800. Todestag ein "unmittelbares, sinnliches Erlebnis" ermöglicht werden solle. Die Ausstellung dauert bis zum 22. März. In Italien, als dessen Schutzpatron Franz von Assisi gilt, gehen die Feierlichkeiten auch danach weiter. Auch Papst Leo hat sich in Assisi angesagt. Der 4. Oktober, der mutmaßliche Todestag des Heiligen, wurde sogar zum gesetzlichen Feiertag erklärt.

"Internet-Heiliger" ruht in Assisi

Nur wenige Hundert Meter von der Basilika entfernt, in der Wallfahrtskirche Santa Maria Maggiore, ruht ebenfalls im Tageslicht Carlo Acutis. Er ist der neueste Heilige der katholischen Glaubensgemeinschaft. Die Leiche des Italieners, der 2006 mit 15 Jahren an Leukämie starb, liegt in einem Sarkophag mit Glasscheibe, durch die man hineinsehen kann.

Seit seiner Heiligsprechung durch Papst Leo XIV. im vergangenen Jahr ist Acutis rund um die Welt als erster "Internet-Heiliger" bekannt. Von den mehr als 3,5 Millionen Besuchern, die übers Jahr hinweg nach Assisi kommen, ziehen die meisten nun auch bei ihm vorbei. Auch viele Schulklassen: Der Blick auf den toten Teenager in Jeans und Turnschuhen hat einen gewissen Gruselfaktor, auch wenn Gesicht und Hände mit Silikon nachmodelliert wurden.

Quelle: ntv.de, raf/dpa

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