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In der Einrichtung am Flughafen werden Menschen vor ihrer Abschiebung bis zu einige Tage lang in Gewahrsam genommen. In reguläre Gefängnisse dürfen Menschen nicht allein aufgrund ihrer Ausreisepflicht gesteckt werden.
In der Einrichtung am Flughafen werden Menschen vor ihrer Abschiebung bis zu einige Tage lang in Gewahrsam genommen. In reguläre Gefängnisse dürfen Menschen nicht allein aufgrund ihrer Ausreisepflicht gesteckt werden.(Foto: dpa)
Freitag, 10. November 2017

Flucht aus Gewahrsam in Hamburg: Asylbewerber legt Flughafen lahm

In einer Einrichtung am Hamburger Flughafen werden abgelehnte Asylbewerber festgehalten, damit sie nicht vor ihrer Abschiebung untertauchen können. Doch die Sicherheitsmaßnahmen reichen offenbar nicht aus. Nicht zum ersten Mal entkommt ein Gefangener.

Acht Flüge gestrichen, zwölf Flüge verspätet: Die Flucht eines abgelehnten Asylbewerbers aus Albanien aus einer Abschiebe-Einrichtung am Hamburger Flughafen hat erhebliche Probleme im Flugbetrieb verursacht. Es war befürchtet worden, dass er aufs Rollfeld gelaufen sein könnte. Der Zwischenfall hatte sich am Donnerstagabend ereignet.  

Nach Angaben der zuständigen Hamburger Innenbehörde wurde ein 24-jähriger Algerier am Zaun der Gewahrsams-Einrichtung entdeckt. Er gab später zu, dem Albaner über den Zaun geholfen zu haben. Am Hamburger Flughafen war vor etwa einem Jahr die bundesweit erste Abschiebe-Unterkunft eröffnet worden. Es ist nicht das erste Mal, dass jemand von dort verschwindet. So soll es nach unbestätigten Berichten bereits zwei, drei Fälle in der Vergangenheit gegeben haben. Deshalb soll in der kommenden Woche über bauliche Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit beraten werden, sagte die Sprecherin.  

Nach dem 22-jährigen Albaner wurde am Freitag noch gesucht. Er hatte seine Flucht offensichtlich gut vorbereitet. So war sein Bett in seinem Zimmer so gemacht, dass es aussah, als würde er dort schlafen, wie eine Sprecherin der Innenbehörde sagte. Als feststand, dass er verschwunden war, wurde der Flughafen informiert, da die Gefahr bestand, dass er aufs Rollfeld gelaufen seien könnte.

Nach Angaben des Flughafens und der Bundespolizei wurde der Flugverkehr um 20.15 Uhr eingestellt. Einsatzkräfte der Bundespolizei suchten das Areal ab, die Flughafenfeuerwehr leuchtete nach Angaben eines Bundespolizeisprechers das Rollfeld mit Scheinwerfern aus. Um 21.35 Uhr sei die Suche beendet worden.

Am Flughafen wurden die aufgeschobenen Flüge dann nach und nach abgearbeitet. Die Passagiere mussten in der Zwischenzeit im Terminal warten. "Das ist für die Fluggäste unangenehm, aber die meisten haben Verständnis, weil es sich um eine Sicherheitsfrage handelt", sagte Sprecherin Janet Niemeyer.

Nach Informationen der Flugsicherung in Bremen wurden vier Maschinen, die ursprünglich in Hamburg landen sollten, dorthin umgeleitet. Ein Sprecher des Flughafens Hannover teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit, weitere acht Maschinen seien in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelandet.

Quelle: n-tv.de

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