Panorama

Alle Flüchtigen in Haft Augsburg: Siebter Verdächtiger gefasst

Drei Tage nach der tödlichen Attacke in Augsburg sind alle Tatverdächtigen in Polizeigewahrsam. Die Frage nach dem "Warum?" bleibt.

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Passanten in Augsburg ist ein siebter Verdächtiger ebenfalls festgenommen worden. Damit sind nun alle Gesuchten gefasst. Unklar ist allerdings weiterhin, was genau am Freitagabend in Augsburg geschah. Im Laufe des Tages will die Polizei die Öffentlichkeit allerdings über die weiteren Erkenntnisse informieren.

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder zeigte sich am Montagmittag "erschüttert und bewegt" von dem Fall. Vor einer Vorstandssitzung seiner Partei kündigte er eine Prüfung dazu an, ob die Polizeipräsenz in den Innenstädten gerade in Wochen wie der Weihnachtszeit erhöht werden solle. "Die zunehmende Gewaltbereitschaft bleibt ein zunehmendes Übel und Problem in unserer Gesellschaft", sagte Söder.

Streit aus Nichtigkeiten

Der getötete 49 Jahre alte Feuerwehrmann war mit seiner Frau und einem befreundeten Paar am Freitagabend in der Augsburger Innenstadt auf dem Heimweg von einem Weihnachtsmarkt, als die Paare auf die Gruppe stießen. Aus offenbar eher nichtigen Gründen kam es dann zum Streit. Beim mutmaßlichen Haupttäter handelt es sich nach Angaben der Behörden um einen in Augsburg geborenen 17-Jährigen mit deutscher und weiteren Staatsangehörigkeiten. Ein zweiter Festgenommener ist ebenfalls in Augsburg geboren, 17 Jahre alt und hat eine südeuropäische Staatsbürgerschaft. Zu den anderen vier wurden zunächst keine Details verbreitet, außer dass es junge Männer sind.

Videoüberwachung sorgt für schnellen Fahndungserfolg

Unter anderem hatten Kamerabilder zu den Gesuchten geführt. Die Videoüberwachung am Augsburger Königsplatz, dem zentralen Bus- und Tram-Knotenpunkt der Stadt, war im Zuge eines Landesprogramms erst im Dezember 2018 ausgeweitet worden. Seitdem überwacht die Polizei mit 15 Kameras das Areal. Dort war der Tatort.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte die Bedeutung der Videoüberwachung bei den Festnahmen. "Die Bilder haben die Arbeit der Polizei deutlich erleichtert", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen".

"Wir haben das immer gefordert, und solche Fälle zeigen, dass sich die Forderung als richtig erwiesen hat", sagte Herrmann. Man wisse auch, dass es für Augenzeugen einer Straftat schwierig sei, Täter genau zu beschreiben, weshalb Videoaufnahmen für die Ermittlungen wichtig seien. Allerdings sei es richtig, den Einsatz auf bestimmte Punkte zu beschränken: "Wir wollen keine totale Überwachung, das gibt es nur in autoritären Staaten", sagte Herrmann. Entscheidender sei es, bei der Frage anzusetzen, warum es zu solchen Gewaltexzessen im öffentlichen Raum komme.

Quelle: ntv.de, tar/dpa