Panorama

Hitzewelle ein "stiller Killer" Australische Stadt meldet Rekordtemperatur

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Ohne eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen könnten solche Temperaturen alltäglich werden, sagt der australische Klimarat.

(Foto: picture alliance / AA)

Der Westen Australiens ächzt unter enormer Hitze. Die nun in einem Küstenstädtchen gemessene Temperatur zieht gleich mit einem über 60 Jahre alten nationalen Rekordwert. Ein Forscher warnt: Die Folgen des Extremwetters hätten bereits jetzt "tödliche, katastrophale Folgen".

Eine abgelegene Stadt in Australien hat mit 50,7 Grad Celsius beinahe einen neuen Rekord für den heißesten Tag in der Geschichte des Landes aufgestellt. Der Wetterdienst des Bundesstaates Western Australia teilte am Donnerstag auf Twitter mit, dass die Temperatur in dem Küstenstädtchen Onslow am Nachmittag einen neuen regionalen Rekordwert erreichte und mit dem bisherigen nationalen Rekord gleichzog.

Zuletzt wurde laut der Website der Behörde am 2. Januar 1960 auf dem südaustralischen Flughafen Oodnadatta eine Temperatur von 50,7 Grad gemessen. Es wird erwartet, dass die Temperaturmessung am Nachmittag offiziell bestätigt wird, nachdem die Qualitätskontrollen abgeschlossen sind.

Der Forschungsdirektor des Klimarats von Australien, Martin Rice, sagte, die Rekordhitze sei "Teil eines langfristigen Erwärmungstrends, der durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas angetrieben wird". Rice sagte, die extremen Temperaturen hätten in Australien bereits "tödliche, katastrophale Folgen". "Hitzewellen sind der stille Killer in Australien, sie verursachen mehr Todesfälle als alle anderen extremen Wetterereignisse." Rice warnte, ohne eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen könnten solche Rekordtemperaturen in Australien alltäglich werden.

2021 das sechstwärmste Jahr

Unterdessen berichtete die US-Klimabehörde NOAA, dass die neun Jahre zwischen 2013 und 2021 allesamt zu den zehn wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen gehörten. Demnach lag vergangenes Jahr die Durchschnittstemperatur auf der gesamten Erdoberfläche um 0,84 Grad Celsius über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Es war damit das sechstwärmste Jahr in der gesamten Aufzeichnung, die bis 1880 zurückreicht.

Auch NOAA-Klimatologe Russel Vose führte den Hitzetrend auf den Anstieg der Treibhausgase zurück. Ihm zufolge sei es zu "99 Prozent" wahrscheinlich, dass auch 2022 zu den "Top Ten" der heißesten Jahre gehört - außer, es gebe ein unvorhergesehenes Ereignis wie einen großen Vulkanausbruch oder einen großen Kometen, der auf der Erde einschlägt.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP

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