Panorama

Bei "Black Lives Matter"-Protest Auto rast in Demo - eine Tote

Eine Gruppe von Menschen protestiert nachts auf einem abgeriegelten Autobahnstück gegen Rassismus und Polizeigewalt. Plötzlich rast ein weißer Jaguar auf die Menschengruppe zu. Zwei Frauen können sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Ein Mann ist mit seinem Auto in der US-Großstadt Seattle in eine Gruppe von Demonstranten gerast und hat dabei zwei Frauen überfahren. Eine 24-Jährige sei mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben, berichteten örtliche Medien unter Berufung auf das Krankenhaus. Eine 32-Jährige sei in ernstem Zustand.

Der 27-jährige Fahrer wurde festgenommen und soll am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden. Mit welcher Absicht er gehandelt hatte, sei unklar. Auch wie der Wagen, ein weißer Jaguar, auf die abgesperrte Autobahn kam, konnte die Polizei bislang nicht sagen. Die Ermittler vermuten, dass er über eine Abfahrt auf die Straße kam. Unwahrscheinlich ist nach erstem Anschein, dass der Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand.

Auf einem am Samstag von US-Medien verbreiteten Video ist zu sehen, wie das weiße Auto mit hoher Geschwindigkeit um andere Pkw herumfuhr, mit denen ein Autobahnabschnitt für die Protestaktion abgesperrt worden war. Danach wurden die zwei Frauen erfasst. Auf Twitter-Fotos, die von der Polizei geteilt wurden, ist zu erkennen, dass die Windschutzscheibe und der Kühlergrill des Wagens beschädigt sind.

In vielen US-Städten gibt es derzeit Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Ausgelöst worden waren sie durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz. Die Behörden erklärten, sie wollten künftig härter gegen unangekündigte Demonstrationen auf Fahrbahnen vorgehen.

Quelle: ntv.de, ino/fzö/dpa