Panorama

Waffen und Drogen beschlagnahmt BKA nimmt illegale Chatgruppen hoch

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Telegram wird als Alternative zum Darknet verwendet, etwa um Rauschgift zu verkaufen.

(Foto: imago images/photothek)

Bei Kriminellen ist der Messenger-Dienst Telegram als digitaler Umschlagplatz für verbotene Waren aller Art beliebt. Ermittlern gelingt nun ein Schlag gegen die Strukturen des illegalen Onlinehandels. Sie schließen neun Chatgruppen und leiten Ermittlungen gegen fast 30 Personen ein.

Wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln, gefälschten Dokumenten und gestohlenen Daten sind Ermittler in mehreren Bundesländern gegen Administratoren des Messenger-Dienstes Telegram vorgegangen. Bei einer Aktion in sechs Bundesländern seien insgesamt neun Chatgruppen übernommen und sichergestellt worden, teilten das Bundeskriminalamt und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Es werde gegen insgesamt 28 Beschuldigte ermittelt. Dazu wurden am Vortag 30 Objekte in sechs Bundesländern durchsucht.

Sichergestellt worden seien mehr als vier Kilogramm Betäubungsmittel, acht Waffen sowie 8000 Euro in bar, zudem Datenträger und Smartphones, hieß es weiter. 13 Männern zwischen 18 und 54 Jahren wird unter anderem unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln in teils nicht geringer Menge vorgeworfen. Ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Offenbach in Hessen wurde den Angaben zufolge verhaftet, ein 19-Jähriger aus demselben Landkreis soll noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Telegram werde beim Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen als Alternative zu Handelsplattformen im Darknet verwendet, erklärten die Behörden. In teilweise öffentlich zugänglichen Kanälen und Chatgruppen erfolge die Anbahnung der illegalen Geschäfte, die Abwicklung danach in separaten Chats zwischen einzelnen Nutzern.

Beteiligt waren die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg sowie die Staatsanwaltschaften in Bremen, Chemnitz, Essen, Hagen, Konstanz und Mannheim. Zudem habe es in Österreich Durchsuchungen durch die Staatsanwaltschaft Feldkirch mit der Polizei Vorarlberg gegeben.

Die Chatgruppen heißen unter anderem "Silk Road", "Marktplatz//Schwarzmarkt", "GermanRefundCrew" oder "Cracked Accounts Shop". In den übernommenen Kanälen und Gruppen sei ein Sicherstellungsbanner veröffentlicht worden. Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität beobachte seit ein bis zwei Jahren, dass die Kriminalität auch in Messengerdienste wie Telegram abwandere, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Benjamin Krause. Dort sei die Kommunikation viel einfacher und schneller als im Darknet, sie könne einfach über das Smartphone erfolgen. Verkäufer fänden viel schneller Käufer. Es sei davon auszugehen, dass alle neuen Kommunikationsplattformen irgendwann auch für kriminelle Zwecke verwendet würden.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa