Panorama

Wieder Todesopfer in Italien Baby stirbt nach illegaler Beschneidung

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In Italien werden Medienberichten zufolge jedes Jahr bis zu 5000 Kinder beschnitten, 35 Prozent davon illegal.

(Foto: REUTERS)

In Italien versuchen Verwandte ein Neugeborenes zu beschneiden. Das Kind überlebt den Eingriff nicht. Die italienische Regierung ist besorgt. Denn es ist schon die dritte illegale Beschneidung innerhalb weniger Wochen.

Erneut ist in Italien ein Baby nach einer Beschneidung zu Hause gestorben. Der Junge sei wenige Wochen alt gewesen, berichten italienische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die Ermittler. Die Mutter und die Großmutter des Kindes, werden befragt - auch um zu klären, wer die Beschneidung durchgeführt hat.

Die Nigerianerinnen hatten den Notarzt alarmiert. Die Rettungskräfte konnten beim Eintreffen aber nichts mehr für das Baby tun. Der Vorfall ereignete sich den Berichten zufolge in der Nacht in Genua. Sowohl Ende März als auch im Dezember waren in Italien Kinder infolge einer Beschneidung zu Hause gestorben. Die italienische Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Vor allem muslimische Migranten unterziehen ihre Kinder der Prozedur, oft haben sie aber nur schwer Zugang zum Gesundheitssystem oder nicht genug Geld für den professionellen Eingriff.

Vor allem muslimische und jüdische Familien lassen ihre Kinder aus hygienischen und religiösen Gründen beschneiden. Nach dem Tod eines fünf Monate alten Babys im März hatte es Appelle an Eltern unter anderem von Gesundheitsministerin Giulia Grillo gegeben, Beschneidungen nicht illegal vorzunehmen.

In Deutschland sind Beschneidungen aus religiösen Gründen nach einem Beschluss des Bundestags aus dem Jahr 2012 legal. Jüdische und muslimische Jungen können daher von Ärzten, aber auch von geschulten Beauftragten der jeweiligen Religionsgemeinschaften beschnitten werden. Die Beschneidungen müssen nach den "Regeln der ärztlichen Kunst" vorgenommen werden - aber nicht zwingend im Krankenhaus.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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