Panorama

Sturm "Herwart" flutet Hamburg Bahn stellt Zugverkehr im Norden ein

Herbststurm "Herwart" trifft Deutschland mit voller Wucht: In Berlin ruft die Feuerwehr den Ausnahmezustand aus. In Hamburg droht eine Sturmflut. Ein Fußgänger wird schwer verletzt. Die Deutsche Bahn stellt in mehreren Bundesländern ihren Betrieb ein.

Die Deutsche Bahn hat ihren Zugverkehr am Sonntagmorgen in weiten Teilen Deutschlands eingestellt. Wegen des Sturmtiefs "Herwart" führen derzeit keine Züge mehr in Nord- und Mitteldeutschland, teilte ein Bahnsprecher am Morgen in Berlin mit. Betroffen seien die Strecken in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

*Datenschutz

Züge aus anderen Regionen in diese Gebiete endeten vorzeitig. Alle für Sonntag gekauften Tickets könnten binnen vier Wochen kostenlos storniert oder umgetauscht werden. 

"Herwart" hat aber nicht nur den deutschen Norden fest im Griff. Die Berliner Feuerwehr rief wegen zahlreicher Schäden den Ausnahmezustand aus. Ein Feuerwehrsprecher begründete dies mit der Vielzahl der Einsätze: Zwischen vier und sieben Uhr seien es 100 gewesen. Alle Freiwilligen Feuerwehren wurden in den Dienst gerufen.

Der Sturm deckte in der Hauptstadt ein komplettes Hausdach ab. "Teile liegen auf der Straße", sagte der Sprecher. An zwei weiteren Orten stürzten zudem Baugerüste um - ein Fußgänger wurde dabei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Zwei S-Bahnen rammten umgestürzte Bäume.

Sturmflug am Hamburger Hafen

Am Hamburger Hafen ist am Morgen die Elbe über die Ufer getreten. Feuerwehr und Polizei sind im Einsatz. So drohe eine Tiefgarage in der Nähe der Elbphilharmonie vollzulaufen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Offenbar hätten die Flutschutztore der Garage nicht ausreichend funktioniert. Die Elbchaussee entlang des Hamburger Hafens ist einem Polizeisprecher zufolge ebenfalls überspült worden. Sie wurde teilweise gesperrt. Auch der Hamburger Fischmarkt wurde gesperrt.

3c2c034aa792daeba821c886d3a6b4ff.jpg

In Wilhelmshaven in Niedersachsen steht der Parkplatz vorm Aquarium unter Wasser.

(Foto: dpa)

In Hamburg wird am Vormittag eine schwere Sturmflut mit einem Pegel von 2,5 Metern über dem mittleren Hochwasser erwartet. Der Pegelhöchststand wird voraussichtlich um etwa 10 Uhr erreicht. Die Hamburger Feuerwehr rückte bis zum Morgen etwa 170 Mal aus. Bei den Einsätzen handele es sich im Wesentlichen um Bäume und Äste auf Straßen, aber auch auf Autos und Häusern.

Die Leitstellen in Schleswig-Holstein berichteten in der Nacht von umgekippten Bäumen, eingestürzten Baugerüsten und weggeflogenen Trampolinen. Im nordfriesischen Oldenswort fiel eine historische Mühle dem Sturm zum Opfer. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums in Mecklenburg-Vorpommern beschrieb die Nacht als unruhig. Im Landkreis Rostock wurde ein Haus von einem Baum getroffen, die Bewohner blieben unverletzt.

Drei Tote in Polen und Tschechien

In Polen und Tschechien starben durch das Unwetter mindestens drei Menschen. In Polen rückte die Feuerwehr in der Nacht zu mindestens 1200 Einsätzen aus, wie die Agentur PAP unter Berufung auf Einsatzkräfte meldete. Starker Regen überflutete demnach vielerorts die Keller und heftige Böen rissen landesweit Bäume aus, die Straßen blockierten und den Verkehr behinderten. Infolgedessen starb ein Mann in Westpommern bei einem Autounfall, wie örtliche Behörden angaben.

In Tschechien wurde eine Frau bei einem Waldspaziergang bei Trebic (Trebitsch) von einem Baum erschlagen. Zudem wurde in der Kleinstadt Jicin (Jitschin) in Nordböhmen ein Mann getötet, als er von einem umstürzenden Baum getroffen wurde, wie die Agentur CTK unter Berufung auf die Rettungskräfte berichtete. Hunderttausende Haushalte waren im ganzen Land ohne Strom, weil Freileitungen beschädigt wurden. Der staatliche Wetterdienst gab Unwetterwarnungen vor extrem starkem Sturm heraus und warnte vor Hochwassergefahr im Norden Tschechiens.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

Mehr zum Thema