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Seit 1991 steht das 1,3 Kilometer lange Mauerstück unter Denkmalschutz.
Seit 1991 steht das 1,3 Kilometer lange Mauerstück unter Denkmalschutz.(Foto: dpa)
Donnerstag, 05. November 2015

Vandalismus an Mauer-Denkmal: Balustrade soll East Side Gallery schützen

Seit Oktober wird die East Side Gallery aufwändig saniert. Vielen Touristen ist allerdings nach wie vor nicht bewusst, dass es sich bei dem Mauerstück um ein Denkmal handelt. Eine "Mauer" um die Mauer soll das Kunstwerk vor Vandalismus schützen.

Wegen ausufernder Schmierereien und Zerstörungen wird das Berliner Mauer-Denkmal East Side Gallery dauerhaft eingezäunt. "Wir wurden in den letzten Wochen und Monaten Zeugen eines unglaublichen Ausmaßes an Vandalismus", sagte der Sprecher des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Sascha Langenbach.

Bereits sanierte Mauerstücke werden nun provisorisch von einem Bauzaun geschützt.
Bereits sanierte Mauerstücke werden nun provisorisch von einem Bauzaun geschützt.(Foto: imago/PEMAX)

Deshalb habe man beschlossen, in einem Abstand von 1,30 Meter eine etwa 80 Zentimeter hohe Balustrade entlang des 1,3 Kilometer langen Mauerstücks zu errichten. Dieser durchsichtige Zaun soll rund 150.000 Euro kosten und zum Erhalt der Mauerkunstwerke beitragen.

Jedes Jahr besuchen bis zu drei Millionen Menschen das Mauerstück, an dessen Ostseite sich 1990 insgesamt 118 Künstler aus 21 Ländern mit Zeichnungen und Graffiti verewigt hatten. Seit 1991 steht die East Side Gallery unter Denkmalschutz.

Vandalismus bereits einen nach Sanierung

"Die Balustrade soll deutlich machen: Das ist ein Denkmal", sagte Adalbert-Maria Klees, Leiter des Grünflächenamtes im Bezirk. Vor allem ausländische Touristen beschädigten die Kunstwerke an der Mauer, indem sie sie mit Stiften und spitzen Gegenständen bekritzelten.

Seit vergangenem Oktober werden die Mauer und die fast 100 Bilder für 230.000 Euro restauriert. Doch bereits fertig gestellte Stücke seien schon am darauffolgenden Tag wieder beschmiert gewesen, sagte Klees. Diese Beobachtung ausschlaggebend gewesen für die Entscheidung, eine Balustrade zu errichten.

Der transparente Zaun soll noch im laufenden Jahr aufgestellt und mit Hinweisschildern zum Denkmal-Status versehen werden. Die schon sanierten Mauerstücke werden bis dahin provisorisch von einem Bauzaun geschützt.

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Quelle: n-tv.de