"Täter haben nichts verstanden"Bank zum Gedenken an Opfer des CSD-Terrors zerstört

Beim CSD in Berlin stirbt eine Frau durch die Amokfahrt eines Attentäters. Der Unglücksort ist nun ein Gedenkort für sie und die 31 Verletzten. Doch Unbekannte zerlegen die Bank im Tiergarten.
Nach dem islamistischen Terroranschlag am Christopher Street Day (CSD) in Berlin wurde zum Gedenken eine Bank in Regenbogenfarben aufgestellt - nun wurde die Bank zerstört und die farbigen Holzbohlen abgerissen. Das zeigt ein Foto, das der Berliner Queer-Beauftragte Alfonso Pantisano im Internet veröffentlichte und auf dem die bunten Bohlen lose herumliegen. Dazu schrieb er, dass er fassungslos sei.
Nach Auskunft des Bezirksamtes Mitte wurde die Bank in der vergangenen Nacht zerstört und im Laufe des Vormittags bereits abtransportiert. Sie solle wiederhergestellt werden, sagte ein Sprecher.
"Wer einen Ort beschädigt, an dem Menschen um eine Tote trauern und an die Verletzten eines Terroranschlags erinnern, überschreitet für mich eine Grenze, für die mir langsam die Worte fehlen", schrieb Pantisano. "Wenn jemand geglaubt haben sollte, mit dieser Zerstörung auch das Zeichen dahinter zerstören zu können, dann haben diese Personen nichts verstanden."
Das Bezirksamt hatte anstelle des Baumes, der bei dem Anschlag durch den Transporter des Täters zerstört wurde, einen neuen Baum gepflanzt und die Bank daneben gestellt. Sie sollte zum Innehalten und zur stillen Anteilnahme einladen. Zudem ist sie ein Zeichen der Solidarität mit der queeren Community.
Bei dem Terroranschlag am 25. Juli war der islamistische Attentäter mit einem Wagen in eine Menschengruppe gefahren und gegen den Baum geprallt. Danach griff der 21-jährige Mann mit einer Machete weitere Menschen an, bevor er floh. Eine Frau wurde getötet und 31 Menschen zum Teil schwer verletzt. Einen Tag später erschossen Polizisten den Attentäter bei der versuchten Festnahme in einer Kleingartensparte.