Panorama

Kunden um halbe Million geprellt Bankberater muss wegen Betrugs in Haft

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Der 44-Jährige habe umfassend gestanden und sogar Vorgänge eingeräumt, die nicht einmal die Innenrevision der Sparkasse bis dahin aufgedeckt hatte.

(Foto: picture alliance / ZB)

Um Vertrauen aufzubauen, stattet ein Bankberater Sparkassen-Kunden Hausbesuche ab. Dann überredet er sie, in Gold zu investieren. Die Barren behält er für sich, um seine Spielsucht zu finanzieren. Nun wird er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Er hat Senioren zum Kauf von Gold überredet und dieses dann zu seinen Gunsten verkauft: Ein spielsüchtiger ehemaliger Bankberater, der Kunden um knapp eine halbe Million Euro betrogen hat, ist zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Kassel sah es als erwiesen an, dass der Mann Kunden der Sparkasse Werra-Meißner im nordhessischen Eschwege um insgesamt 460.000 Euro gebracht hat, um mit dem Geld seine immer stärker werdende Spielsucht zu befriedigen, wie ein Sprecher mitteilte.

Der Anklage zufolge hat der Berater gezielt ein Vertrauensverhältnis zu den Kunden aufgebaut, indem er ihnen Hausbesuche abstattete, selbst gemachten Joghurt mitbrachte oder von seinen Kindern erzählte. Vor Gericht erzählte der Angeklagte, dass auf ihn nach einem Wechsel an die Führungsspitze Verkaufsdruck ausgeübt worden sei und ihn Versagensängste geplagt haben. Diese Umstände hätten hin schließlich in die Spielsucht getrieben.

Der 44-Jährige habe umfassend gestanden und sogar Vorgänge eingeräumt, die nicht einmal die Innenrevision der Sparkasse bis dahin aufgedeckt hatte, teilte der Sprecher mit. Er hat demnach ab 2013 Kunden zu Hause besucht und sie dazu gebracht, in Gold zu investieren. Dabei habe er den Eindruck erweckt, dieses werde in ein Depot der Sparkasse gegeben. "Stattdessen hatte der Angeklagte das Gold aber selbst verwahrt und später bei Bedarf sukzessive verkauft", erläuterte der Sprecher.

In zwei weiteren Fällen habe er seinen durchweg betagten Kunden Belege zur Unterschrift vorgelegt, vermeintlich um eine Beratungsleistung zu quittieren. In Wahrheit habe es sich aber um Anweisungen für Barabhebungen gehandelt. Der Banker soll damit im Namen seiner Kunden jeweils 30.000 und 40.000 Euro abgehoben haben. Bekannt geworden war der Betrug im Jahr 2019.

Quelle: ntv.de, lve/dpa

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