Panorama

Kurz vor Brexit-Termin Banksys Affenparlament wird versteigert

124404983.jpg

In seinem Gemälde "Devolved Parliament" überträgt Banksy Schimpansen die britischen Regierungsgeschäfte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Jahr nachdem Banksy sein Ballonmädchen bei einer Auktion schreddert und womöglich wenige Tage vor dem Brexit wird erneut ein Werk des Street-Art-Künstlers versteigert: Es zeigt das britische Parlament voller Schimpansen. Das Aktionshaus versichert, diesmal sei kein Schredder im Bild eingebaut.

Ein riesiges Leinwandgemälde des berühmten Streetart-Künstlers Banksy, welches das britische Unterhaus voller Schimpansen zeigt, soll Anfang Oktober in London versteigert werden. Das 2009 entstandene Werk mit dem Titel "Devolved Parliament" könnte mehr als 1,5 Millionen Pfund einbringen, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Das wären rund 1,7 Millionen Euro.

Das Werk gilt mit einer Breite von 4,5 Metern und einer Höhe von fast 2,8 Metern als das größte bekannte Leinwandgemälde Banksys. Sein Verkauf ist für den 3. Oktober geplant - also rund ein Jahr, nachdem Banksy selbst in eine Sotheby's-Auktion in London eingegriffen hatte, indem er sein Gemälde "Girl with a Balloon" direkt nach der Versteigerung per Schredder zerstörte - und nur wenige Wochen vor dem geplanten Brexit-Termin Ende Oktober. Dieses Mal sei gesichert, dass kein Schredder in dem Gemälde installiert sei, teilte das Auktionshaus "Euronews" mit.

Banksy hatte das "Affengemälde" nach Angaben der BBC vor zehn Jahren für das Bristol Museum geschaffen. Der anonyme Eigentümer des Werks lieh es dem Museum Anfang des Jahres - zum einen, um den zehnten Jahrestag der Ausstellung in dem Museum zu würdigen, zum anderen, um an den ursprünglich für den 29. März geplanten EU-Austritt Großbritanniens zu erinnern.

"Unabhängig davon, auf welcher Seite man in der Brexit-Debatte steht, gibt es keinen Zweifel, dass dieses Werk heute relevanter ist als jemals zuvor", erklärte Sotheby's. Alex Branczik von Sotheby's sagte, Banksy sei den "brennenden Problemen des Tages" entgegen getreten. Er habe die "kompliziertesten politischen Situationen der Gesellschaft in nur ein einziges, täuschend einfaches Bild destilliert, das in unserer Zeit schnell in den sozialen Medien zu teilen ist".

Banksys Identität gibt bis heute Rätsel auf. Bekannt ist nur, dass er aus Bristol stammt und Ende der 90er Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit seinen gesellschaftskritischen und meist kontroversen Grafitti.

Quelle: n-tv.de, lwe/dpa

Mehr zum Thema