Leblose Körper hinter ServicetürBarbetreiber in Crans-Montana räumt ein: Tür war verschlossen

Bei dem verheerenden Barbrand in der Schweiz sterben in der Silvesternacht 40 Menschen, 114 weitere werden verletzt. Nach schweren Vorwürfen räumt der Barbetreiber nun ein, dass eine verschlossene Tür den Besuchern die Flucht unmöglich machte.
Gut eine Woche nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana hat der Betreiber der Unglücksbar, Jacques Moretti, offenbar eingeräumt, dass eine Servicetür von innen verschlossen gewesen war.
Wie der Schweizer Sender RTS berichtet, habe Moretti im Gespräch mit den Ermittlungsbehörden angegeben, in der Silvesternacht festgestellt zu haben, dass die Nebeneingangstür blockiert gewesen sei. Moretti habe sie eigenständig von außen aufgebrochen und hinter der Tür mehrere leblose Körper entdeckt. Es habe sich um eine "Servicetür" gehandelt, die "nicht als Notausgang gekennzeichnet" war.
Zuvor hatten ehemalige Angestellte bereits schwere Vorwürfe gegen die Betreiber der Bar erhoben. Ein Notausgang der Lokalität sei stets "verschlossen gewesen, weil er direkt in ein anderes Gebäude führte", hatte eine Ex-Mitarbeiterin gesagt. Ihr und dem anderen Personal sei es "verboten" gewesen, die Tür zu öffnen.
Laut RTS gab Moretti nun an, nicht zu wissen, weshalb die Servicetür überhaupt verschlossen gewesen sei. Für die Ermittlungen ist diese Frage von zentraler Bedeutung, da mehrere Bargäste versucht haben sollen, durch die Tür zu fliehen, nachdem das Feuer in der Bar ausgebrochen war.
Die Ermittler gehen davon aus, dass eine funkensprühende Partyfontäne eine Schaumstoff-Verkleidung an der Decke die Bar in Brand gesetzt hatte. Laut RTS gab Moretti an, die Schaumstoffverkleidung eigenhändig ausgetauscht zu haben. Er habe den alten Akustikschaumstoff durch Schaumstoff aus dem Baumarkt ersetzt. Die Risiken der Brandgefahr waren den Barangestellten Ermittlungsangaben zufolge bekannt gewesen.