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Mega-Sturm bedroht US-Golfküste "Barry" trifft in Louisiana auf Land

Vor 14 Jahren überflutet Hurrikan "Katrina" große Teile von New Orleans. An diesem Wochenende bedroht der nächste große Tropensturm die Stadt im Bundesstaat Louisiana. Meteorologen erwarten am Wochende große Regen und Sturmfluten in der Region. Großflächige Evakuierungen sind angeordnet.

Der Sturm "Barry" hat die Südküste der USA erreicht. Laut dem Nationalen Hurrikan-Zentrum (NHC) in Miami ist der Sturm nahe der Stadt Intracoastal City im Bundesstaat Louisiana auf Land getroffen. Die Kleinstadt befindet sich drei Autofahrstunden westlich von der New Orleans.

Demnach hat sich "Barry" bei seiner Ankunft an Land mit Windgeschwindigkeiten von 115 Kilometern pro Stunde wieder zu einem Tropensturm abgeschwächt. Auf dem Weg an die US-Küste hatte er zuvor kurzzeitig Hurrikan-Stärke angenommen. Ein Hurrikan der Kategorie ein weist Windgeschwindigkeiten von 119 Kilometern pro Stunde auf.

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Der Sturm hat auf seinem Weg über das Meer große Wassermassen angesammelt. Experten betonten, nicht die Windstärke, sondern der Regen, den der Sturm an Land trage, seien das Gefährliche an "Barry". Meteorologen erwarten in den kommenden Tagen große Niederschlagsmengen und Sturmfluten in der Region. Der Leiter des NHC, Ken Graham, sagte, "Barry" habe sich sehr langsam über das Meer bewegt und auf seinem Weg viel Wasser angesammelt. Er rief die Bürger in der betroffenen Region auf, sich von den Straßen fernzuhalten. "Das ist einfach zu gefährlich."

Rettungskräfte in Alarmbereitschaft

Die Behörden in Louisiana hatten bereits im Vorfeld großflächige Evakuierungen angeordnet. Mehrere Fluglinien stellten ihre Flüge nach New Orleans ein. Im Tiefland um Plaquemines Parish im Süden verließen Tausende Menschen ihrer Häuser. Einige Bewohner blieben trotz der Anweisungen Zuhause.

An Land hatten Küstenwache, Feuerwehren und andere Rettungsdienste in Alarmbereitschaft auf "Barry" gewartet. Die Nationalgarde von Louisiana aktivierte auf Anweisung von Gouverneur John Bel Edwards rund 3000 Reservisten, die sich mit Helikoptern sowie Booten und anderen Wasserfahrzeugen an verschiedenen Punkten positionierten.

"Hurrikan-Cocktails" in New Orleans

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Ruhe vor dem Sturm: Blick von New Orleans auf den Golf von Mexiko.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Pegel des Mississippi steht derzeit in New Orleans bei einer Höhe von 5,18 Metern und damit Hochwasserstand. Der Fluss soll Meteorologen zufolge auf bis zu 5,79 Meter anschwellen. New Orleans ist durch 6,10 Meter hohe Deiche geschützt. Der Gouverneur von Louisiana, John Bel Edwards, erklärte, die Stadt und ihre 400.000 Einwohner seien gut auf den Sturm vorbereitet. Er mahnte die Menschen jedoch zur Vorsicht. "Niemand sollte diesen Sturm auf die leichte Schulter nehmen. Ich bitte alle dringend darum, informiert zu bleiben", schrieb Edwards auf Twitter.

Die Bürgermeisterin von New Orleans, LaToya Cantrell, hatte die Bürger am Freitagabend dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Der Partystimmung in der für ihr Nachtleben berüchtigten Metropole taten die Warnungen jedoch keinen Abbruch. Im Viertel French Quarter tranken Nachtschwärmer "Hurrikan-Cocktails" und zogen singend durch die Straßen.

Rolling Stones verschieben Konzert

Ein großer Teil der Golfküste, vor allem aber Louisiana, weise bereits einen "extrem hohen Pegelstand" auf, erklärte die Expertin Jill Trepanier von der Louisiana State University. "Die heftigen Regenfälle und eine mögliche heftige Sturmflut könnten zu gefährlichen Sturzfluten führen."

Ein für Sonntag geplantes Konzert der Rolling Stones in New Orleans wurde wegen "Barry" um einen Tag verschoben. "Wir sind bei euch - wir stehen das mit euch durch", schrieb die Band an ihre Fans.

Das Auswärtige Amt in Deutschland empfahl Reisenden mit Blick auf den drohenden Wirbelsturm, die Informationen der Behörden zu beachten. Vor allem Evakuierungsanweisungen sollten befolgt werden.

Der verheerende Hurrikan "Katrina" hatte im August 2005 rund 80 Prozent von New Orleans überflutet. Etwa 1800 Menschen starben damals, hunderttausende mussten ihre Wohnungen verlassen. Nach den Statistiken der US-Behörden war "Katrina" mit einem Schaden von 150 Milliarden Dollar (133 Milliarden Euro) die teuerste Naturkatastrophe in der US-Geschichte.

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Quelle: n-tv.de, chr/AFP/dpa

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