Panorama

Fünf Infizierte, 275 Kontakte Bayerischer Arzt praktiziert trotz Symptomen

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Erst als er ein positives Testergebnis hatte, hörte der Mediziner auf zu arbeiten.

(Foto: imago/Westend61)

Dem zuständigen Landrat "fehlen die Worte": Ein Mediziner soll in dem bayerischen Landkreis Deggendorf weiter Patienten behandelt haben, obwohl er typische Corona-Symptome spürte. Mehrere Kontaktpersonen sind bereits infiziert. Nun befasst sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall.

Ein Corona-Ausbruch, bei dem inzwischen 275 Menschen unter Quarantäne stehen, könnte auf einen Arzt zurückgehen, der trotz Krankheitssymptomen weiterbehandelt haben soll. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamtes Deggendorf hervor. Nachdem ein vom Arzt veranlasster Test ihn als positiv ausgewiesen habe, habe er nach Kenntnis des Landratsamts aber nicht mehr praktiziert, hieß es. Ob möglicherweise ein Straftatbestand vorliege, müsse von der Staatsanwaltschaft geprüft werden.

Laut Landratsamt wurden fünf Kontaktpersonen des Mediziners positiv getestet, diese hätten mit rund 275 weiteren Personen Kontakt gehabt, die nun unter Quarantäne gestellt und größtenteils bereits getestet worden seien. Die Ergebnisse würden im Laufe der Woche erwartet.

Zu den positiv getesteten Kontaktpersonen gehörte demnach auch die Schülerin einer Realschule. Die Mitschüler ihrer Klasse sowie Personen, die mit ihr im Bus gefahren sein könnten, wurden ebenfalls unter Quarantäne gestellt.

Angesprochen auf das Verhalten des Mediziners sagte Landrat Christian Bernreiter dem Bayerischen Rundfunk, es handle sich dabei in seinen Augen um Körperverletzung. "Das ist natürlich verantwortungslos, mir fehlen die Worte." Infizierte Ärzte könnten dem CSU-Politiker zufolge zwar Ausnahmegenehmigungen beantragen, sodass sie mit Schutzanzügen und speziellen Masken ausgerüstet weiterarbeiten dürften. Bei dem aktuellen Fall sei das nach Wissen Bernreiters nicht der Fall gewesen.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa