Panorama

Schnee blockiert Wege und Gleise Berchtesgadener Land ruft Katastrophenfall aus

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Etliche Straßen im Landkreis Berchtesgadener Land sind durch Schneemassen gesperrt.

picture alliance/dpa

Noch keine Entwarnung beim Schneechaos in der Alpenregion: Straßen sind verschüttet, ganze Autobahnen durch Glätteunfälle blockiert und Zugstrecken durch umgestürzte Bäume unbefahrbar. Die Räumung ist teilweise lebensgefährlich.

Gesperrte Zugstrecken, ausgefallener Unterricht und hohe Lawinengefahr: Vor allem im Süden Bayerns und in Österreich kämpfen die Menschen mit den Schneemassen. Fahrgäste der Regionalbahnen südlich von München mussten auch am Donnerstag mit gesperrten Strecken klarkommen. Seit Tagen schneit es vor allem im Alpenraum immer wieder. Dort gilt nach wie vor die zweithöchste Lawinenwarnstufe. In Bayern kam seit dem Wochenende ein Mensch in einer Lawine ums Leben.

Wegen der anhaltenden Schneefälle hat das Landratsamt für den südlichen Landkreis Berchtesgadener Land den Katastrophenfall ausgerufen. Die Behörde übernehme die Koordination der Einsätze der verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen, teilte ein Sprecher mit. Zahlreiche Straßen in der Region sind wegen der Schneemassen und umgestürzter Bäume gesperrt. In einem Ortsteil von Berchtesgaden ist die einzige Zufahrtsstraße nur von Militärfahrzeugen der Bundeswehr befahrbar - rund 350 Menschen sitzen dort fest. Diese Woche hatte bereits der oberbayerische Landkreis Miesbach den Katastrophenfall ausgerufen.

Die Hauptgefahrenzonen werden sich ab jetzt bis einschließlich Samstag von den Zentralalpen weg zum Alpenrand verschieben, sagt n-tv Wetterexperte Björn Alexander. Und auch Regionen um und südlich Münchens sind bei Schneehöhen von teils weit über 30 Zentimeter zumindest verkehrsmäßig stark betroffen. Zweiter Schwerpunkt in Deutschland ist das Erzgebirge, wo ebenfalls bereits 50 bis 100 Zentimer Schnee liegen.

Am Nachmittag und Abend lassen die Schneefälle aber auch am Alpenrand und im Erzgebirge nach und hören nachts ganz auf, so Björn Alexander. Spätestens am Sonntag und Montag wird es in den Nordalpen dann wieder intensiv schneien mit Neuschneemengen von rund einem bis anderthalb Meter. Deshalb droht verbreitet die höchste Lawinenwarnstufe, die Evakuierungen und großflächige Straßensperren mit sich bringt. Der Schwerpunkt verlagert sich dann wieder in die Alpen. Erst Mitte der nächsten Woche wird sich die Großwetterlage laut Björn Alexander beruhigen.

Ein Toter bei Glätteunfall

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Auf der schneeglatten A8 in Bayern waren seit dem Abend immer wieder Lkws ins Rutschen geraten und auch umgestürzt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf den Straßen kam es vielerorts zu Unfällen bei Glatteis. Bei Wermsdorf in Sachsen kam ein Autofahrer bei einem Frontalzusammenstoß ums Leben. Ein weiterer Mann kam schwer verletzt ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Ein Kleintransporter war am Mittwochnachmittag auf glatter Straße auf die Gegenfahrbahn gekommen.

Vor allem im südlichen Oberbayern kamen in der Nacht viele Fahrzeuge ins Schlingern und rutschten in Straßengräben, wie die Polizei mitteilte. Eine Sprecherin schätzte die Zahl der Unfälle auf bis zu 100.

Die Fahrer Dutzender Lastwagen mussten die Nacht zum Donnerstag in ihren Fahrzeugen auf der Autobahn München-Berlin verbringen, wie eine Sprecherin der Thüringer Autobahnpolizei sagte. Zu den Verkehrsbehinderungen auf der A9 war es am Mittwoch gekommen, weil Dutzende Lastwagen an einer Steigung ins Rutschen geraten waren und danach quer standen. Nach Angaben der Polizei staute sich der Verkehr auf der A9 vorübergehend von der bayerisch-thüringischen Landesgrenze in Richtung Berlin bis südlich von Hermsdorf.

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Auch auf der A8 saßen in der Nacht zum Donnerstag Hunderte Lastwagen- und Autofahrer wegen Schneefalls und Glätte fest. Vom Abend an seien immer wieder Laster auf der schneeglatten Fahrbahn ins Rutschen geraten und hätten Behinderungen verursacht, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Der Verkehr sei dadurch zwischen Ulm und Nellingen in Baden-Württemberg auf einer Länge von etwa 35 Kilometern zum Erliegen gekommen. Der Stau habe sich erst am Donnerstagmorgen wieder aufgelöst. Eine 54-jährige Frau starb während des Staus auf der A8. Zur Todesursache machte die Polizei keine Angaben, ein Fremdverschulden sei auszuschließen.

Räumung ist lebensgefährlich

Der Wintereinbruch hat den Zugverkehr im Vogtland und in Ostsachsen teilweise zum Erliegen gebracht. Wie die Länderbahn mitteilte, geht auf einigen Strecken wegen umgestürzter Bäume und Schneeverwehungen nichts mehr. Die Hauptstrecken des Trilex von Bischofswerda nach Zittau und von Bischofswerda nach Görlitz sind wegen Baumstürzen komplett gesperrt. Die Räumung der Strecke nach Görlitz sei schwierig, da das Befahren des Waldes lebensgefährlich sei, teilte das Bahnunternehmen mit Bezug auf Auskünfte der Feuerwehr mit.

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In Richtung Zittau fahre ein Erkundungszug mit Sägetrupps, um die Trasse zu räumen. Zwischen Dresden und Bischofswerda würden die Züge pendeln. Ein Ersatzverkehr ist den Angaben zufolge nicht möglich, weil die Busbetriebe witterungsbedingt keine Überlandfahrten machen können. Wie lange die Sperrungen dauern, war zunächst nicht absehbar.

In Österreich starben seit dem Wochenende mindestens sieben Menschen im Schnee. Darunter waren zwei Deutsche, die am Sonntag in Vorarlberg von Lawinen verschüttet wurden. Am Mittwoch wurde ein 16 Jahre alter Deutsch-Australier vor den Augen seiner Familie beim Skifahren von einer Lawine in den Tod gerissen. Zudem starben zwei Skifahrer, die bei Stürzen im meterhohen Schnee versanken, sowie zwei junge Schneeschuhwanderer, die am Montag tot unter einem Lawinenkegel gefunden wurden. Seit Samstag werden außerdem zwei Tourengeher vermisst. Im Skigebiet Wildkogel waren am Mittwoch sechs Schüler aus Sachsen-Anhalt von einer Lawine erfasst und teils verschüttet worden, sie konnten sich alle retten.

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Entwarnung gab es noch nicht: Meteorologen erwarten in Österreich weitere Schneemassen und damit eine Verschärfung der Lawinengefahr. Es müsse mit bis zu einem halben Meter Neuschnee gerechnet werden, berichtete der Wetterdienst des Senders ORF. Zu vielen Orten wurden die Zufahrtsstraßen wegen Lawinengefahr gesperrt. Dadurch sitzen auch immer mehr Touristen fest. Wie schon am Mittwoch, sind die beliebten Reiseziele Obertauern, Lech, Zürs und Hallstatt nicht zu erreichen.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa

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