Panorama

Mitarbeiterin vertuscht Malheur Biontech gegen Kochsalzlösung getauscht

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Gegen die Mitarbeiterin des DRK-Kreisverbandes Jeverland wird nun wegen eines möglichen Körperverletzungsdelikts ermittelt.

(Foto: dpa)

Wohl um ein Missgeschick zu vertuschen, ersetzt eine Krankenschwester im Impfzentrum Friesland eine zerbrochene Ampulle Biontech-Impfstoff mit Kochsalzlösung. Sechs Menschen erhalten so statt des erhofften Covid-19-Schutzes einen wirkungslosen, wenn auch harmlosen Piks. Die Delinquentin ist geständig.

Eine etwa 40-jährige Mitarbeiterin im Impfzentrum Friesland hat in sechs Fällen Biontech-Impfstoff mit einer Kochsalzlösung ausgetauscht. Damit wollte sie vertuschen, dass ihr eine Ampulle mit Impfstoff zerbrochen ist. Die Frau habe eine zu Boden gefallene Ampulle auf diese Weise ersetzt, teilten die Polizei und der Landkreis Friesland mit. Die Krankenschwester hat die Tat inzwischen eingeräumt. Für die mit der Kochsalzlösung geimpften Personen bestehe zwar keine Gesundheitsgefährdung - aber eben auch kein Impfschutz gegen Covid-19. Das Vakzin wird normalerweise mit Kochsalzlösung angemischt, bevor es verimpft wird.

Gegen die Mitarbeiterin des DRK-Kreisverbands Jeverland wird nun wegen eines möglichen Körperverletzungsdelikts ermittelt. Die Frau habe am Samstag einer Kollegin von dem drei Tage zurückliegenden Vorfall erzählt. Der Polizei sagte die Verdächtige, sie habe die Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen, um über die heruntergefallene Ampulle nicht zu informieren. Nach Angaben des DRK-Kreisverbandes wurde der Mitarbeiterin, die seit Jahresbeginn im Impfzentrum fest angestellt war, inzwischen fristlos gekündigt.

Der Landkreis sucht jetzt die möglicherweise Betroffenen, die am 21. April bis mittags geimpft wurden. Sie erhalten einen Antigentest, um festzustellen, ob die Biontech-Impfung tatsächlich erfolgt ist, wie die Behörden mitteilten. Auch ein Bürgertelefon unter der Telefonnummer (04461) 919 70 15 wurde eingerichtet. Im Zeitraum bis 13 Uhr seien an dem Tag 200 Personen geimpft worden. Diese sollen bald kontaktiert werden.

Ab sofort gilt Vier-Augen-Prinzip

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Die Behörden gehen derzeit von einem Einzelfall aus. Frieslands Landrat Sven Ambrosy sagte: "Da die Person alleine handelte, habe ich im Impfzentrum ab sofort ein Vier-Augen-Prinzip vorgegeben, sodass immer zwei Personen gleichzeitig beim Umgang mit den Impfdosen und Aufziehen der Spritzen beteiligt sind."

Der Fall sei für ihn zutiefst schockierend. Der Landkreis stehe seit dem Vorfall im engen Austausch mit dem niedersächsischen Gesundheitsministerium, dem Landesgesundheitsamt, dem Innenministerium und der Polizei.

Quelle: ntv.de, awi

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