Bis zu 16 Grad am WochenendeAuf milden Frühlingsauftakt könnte Winter-Comeback folgen

An diesem Freitag beginnt der Frühling offiziell. Das Wetter passt derzeit dazu - Sonne und milde Temperaturen versüßen den Start ins Wochenende. Mitte der kommenden Woche folgt aber die Ernüchterung, erklärt ntv-Meteorologe Björn Alexander.
ntv.de: Der Frühling verwöhnt Deutschland mit viel Sonne. Bleibt es auch so?
Björn Alexander: Auch wenn es in den nächsten Tagen immer mal wieder wechselhafte Abschnitte gibt, so sieht es in Summe eigentlich gar nicht so schlecht aus. Denn zwischendrin wird es weiterhin freundliche bis sonnige Abschnitte geben. Und das ist auf jeden Fall entspannter und ungefährlicher als das Wetter, das Reisende auf den Kanaren in diesen Tagen erwartet.
Wie entwickelt sich die Wetterlage denn dort?
Über den Kanaren und westlich von Portugal dreht sich derzeit ein ziemlich intensives Tiefdruckgebiet, das international den Namen "Therese" trägt und der Inselgruppe teils Unwetter mit extremen Niederschlagsmengen bringen kann.
Was heißt das konkret?
Das Gros der Wettercomputer berechnet bis einschließlich Sonntag Mengen, die im Bereich von um die 200 Liter pro Quadratmeter liegen können. Die Spitzenprognosen gehen punktuell sogar auf bis zu 500 Liter je Quadratmeter - mit der Gefahr von Erdrutschen und Sturzfluten. Zum Vergleich: im schlimmsten Fall wäre das mehr als der Jahresniederschlag von Magdeburg. Der liegt nämlich bei um die 450 Liter. Außerdem weht ein starker bis stürmischer Wind, der in Böen um die 100 km/h und mehr erreichen kann.
Lassen sich Schwerpunkte des Regens ausmachen?
Das sehen die Wettermodelle ebenfalls noch unterschiedlich. Besonders heftig könnte es aber den Berechnungen nach im Westen und Südwesten von La Palma, Teneriffa und Gran Canaria werden.
Auf welche Aussichten können wir uns in Deutschland einstellen?
Momentan ist noch Hoch "Lukas" für unser Wetter verantwortlich, bevor zum Freitag die Ausläufer von Tief "Katie" mitwirken werden. Dementsprechend erleben wir zur Wochenmitte den Höhepunkt der Wetterwoche. Erneut mit viel Sonne und Spitzenwerten, die bis knapp an die 20 Grad reichen. Die Kehrseiten des schönen Wetters bekommen indes aber wohl die Allergiker unter uns zu spüren.
Welche Pollen sind aktuell unterwegs?
Während sich die Frühblüher mit den Pollen von Hasel und Erle von Westen her allmählich abschwächen, kommt jetzt die Birke in Fahrt. In den tieferen Lagen von NRW bis herunter nach Baden-Württemberg bereits mit mittleren bis hohen Belastungen. Hinzu kommt ein teils lebhafter Wind, der die Pollen weit verteilt. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist zudem die Waldbrandgefahr.
Wo ist die Gefahr am höchsten?
Verbreitet steigt sie in den nächsten Tagen auf die mittlere Stufe 3 (von 5). Im Osten ist regional sogar erneut die zweithöchste Stufe 4 möglich. Bis zu einem nachhaltigen Wetterwechsel ist vor allem dort, also im Bereich der sandigen Böden mit hohem Nadelholz-Anteil, erhebliche Vorsicht geboten.
Ist denn ein nachhaltiger Wetterumschwung in Sicht? Insbesondere natürlich auch mit dem Blick auf die bald beginnenden Osterferien.
Im Laufe der nächsten Woche spekulieren die Wettercomputer wiederholt auf die Entwicklung eines Tiefs über Skandinavien - und das hätte einen durchaus massiven Wetterumschwung bei uns zur Folge. Das zeigt beispielsweise der Blick auf die Niederschlagsprognosen. In der letzten Märzwoche könnten demnach noch verbreitet 20 bis 50 Liter pro Quadratmeter fallen. In den Staulagen der Gebirge wären auch deutlich größere Mengen denkbar - und das nicht nur als Regen.
Schlägt der Winter nochmals zurück?
Behalten die längerfristigen Berechnungen recht, dann würden wir auf die Rückseite des Skandinavientiefs kommen und damit ist ein Comeback des Spätwinters leider plausibel. Im Bergland wären bei dieser Lage größere Mengen Neuschnee möglich. Und selbst im Flachland könnten sich Flocken untermischen. Flankiert werden diese Trends zu einer längeren Abkühlung übrigens durch die experimentellen Langfristvorhersagen. Die spekulieren nämlich ebenso auf einen durchschnittlichen bis deutlich zu kühlen April-Auftakt.
Von den unsicheren Prognosen zurück zu den klareren Wetterkarten. Was erwartet uns in den nächsten Tagen?
Am Freitag, dem kalendarischen Frühlingsanfang, werden die Wolken insgesamt immer zahlreicher und können zum Teil auch mal etwas Regen bringen - das betrifft vor allem den Osten. Dazu erreichen die Temperaturen zwischen 8 Grad in Mecklenburg-Vorpommern und bis zu 18 Grad am Rhein.
Und am Wochenende?
Geht es im Südosten teilweise trüb und mitunter regnerisch durch den Samstag. Ansonsten ist es freundlicher und überwiegend trocken, bevor sich am Sonntag die Sonne immer besser durchsetzen und so verbreitet für ein strahlendes Finale der Wetterwoche sorgen wird. Lediglich im Nordwesten sowie im Südosten gibt es noch ein paar Wolken.
Bei welchen Temperaturen?
Die rangieren häufig bei 8 bis 16 Grad, wobei es direkt an der Küste sowie am Alpenrand am kühlsten ist. Am wärmsten bleibt indes die Rheinschiene.
Wie geht es in die nächste Woche?
Am Montag und Dienstag werden die Wolken zwar schrittweise mehr, aber den markanteren Wetterumschwung sieht das Gros der Wettermodelle erst ab Mittwoch kommen. Dann dürfte es wesentlich wechselhafter und leider auch kühler weitergehen.