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Staatsanwaltschaft ermittelt Blog erfindet verheerenden Terroranschlag

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Eilitekräfte der Polizei proben in Frankfurt den Terror-Ernstfall, der in Mannheim glücklicherweise nicht eingetreten ist.

(Foto: picture alliance / Boris Roessle)

Nach einer Falschmeldung über einen angeblichen, verheerenden Terroranschlag in Mannheim drohen einem Blog rechtliche Konsequenzen. Der Verfasser habe "keine Massenpanik" erzeugen wollen, könnte aber dennoch gegen das Gesetz verstoßen haben.

Der Bericht in einem Internet-Blog über einen angeblichen Terroranschlag beschäftigt die Staatsanwaltschaft Mannheim. Sie prüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat besteht, wie eine Sprecherin sagte. Details dazu nannte sie nicht. Das "Rheinneckarblog" hatte am Sonntag einen Text über einen angeblichen Anschlag mit vielen Toten in Mannheim publiziert - die örtliche Polizei hatte per Twitter widersprochen.

Der Redaktionsleiter des Blogs, Hardy Prothmann, erklärte in einem folgenden Beitrag: "Wir haben Fake News veröffentlicht, die morgen schon Realnews sein könnten." Die "Story" sei vollständig erfunden. "Wir wollten definitiv keine Massenpanik erzeugen, wohl aber Aufmerksamkeit - für mögliche Bedrohungslagen, aber auch für Fake News."

Eine Sprecherin der Stadt teilte dazu mit: "Oberbürgermeister Peter Kurz wurde im Dezember von Herrn Hardy Prothmann über seine Absicht informiert, einen fiktionalen Text zu veröffentlichen. Er hat Herrn Prothmann darauf hingewiesen, dass der Text hoch problematisch sei, und bat Herrn Prothmann, diesen nicht zu veröffentlichen." Der Bitte sei Prothmann zunächst nachgekommen. Deshalb sei die Veröffentlichung für die Stadt überraschend gewesen. Da die Staatsanwaltschaft Mannheim derzeit prüfe, ob das Blog mit der konkreten Form der Veröffentlichung gegen Rechtsnormen verstoßen habe, werde sich die Stadt darüber hinaus nicht weiter zu dem Fall äußern.

Quelle: n-tv.de, mra/dpa

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