Panorama

Hashtag #SterbenmitStreeck Bonner Virologe entsetzt über Hass im Netz

Hendrik Streeck, Direktor am Institut für Virologie im Universitätsklinikum Bonn. Foto: Jonas Güttler/dpa/Archivbild

Hendrik Streeck ist Direktor am Institut für Virologie im Universitätsklinikum Bonn.

(Foto: Jonas Güttler/dpa/Archivbild)

Wer derzeit als Virologe arbeitet, hat es nicht leicht. Denn bei Äußerungen zur Corona-Lage hört ganz Deutschland genau hin. Der Virologe Hendrik Streeck kämpft seit Pandemie-Beginn mit Anfeindungen. Ein eigens gegen ihn gerichteter Hashtag bei Twitter habe nun aber eine neue Qualität des Hasses erreicht.

Seit Monaten arbeitet Virologe Hendrik Streeck an der Erforschung des Coronavirus - und steht damit im Fokus der Öffentlichkeit. Seine Herangehensweise und seine Äußerungen während der Pandemie gefallen nicht jedem. Der 43-Jährige muss schon länger mit Morddrohungen und Polizeischutz leben.

Gewöhnt hat sich Streeck an den Hass aber nicht, wie er jetzt auf Twitter erkennen ließ. "Wenn wissenschaftliche Debatte und Forschung dazu führen, dass mit # zu meinem Ableben oder sterben mit mir aufgerufen wird, ist das nicht nur sehr verletzend", schrieb der Direktor des Instituts für Virologie am Uniklinikum Bonn. Es erschrecke ihn auch, wie groß "der Hass und die Diffamierung im Netz geworden" seien.

Der Tweet war allem Anschein nach anderen Tweets gewidmet, die mit dem Hashtag "#SterbenmitStreeck" auf Twitter kursierten. Der Hashtag stieg zeitweise sogar in die Twitter-Trends auf. Streeck wurde in den Beiträgen zum Beispiel eine Verharmlosung von Corona vorgeworfen.

Viele nahmen den Virologen aber auch in Schutz. Streeck gehört zu den bekanntesten Experten, wenn es um die Corona-Pandemie geht. Er hatte unter anderem erklärt, dass man Corona nicht bagatellisieren dürfe - überdramatisieren solle man es aber auch nicht. Außerdem war er maßgeblich an der Heinsberg-Studie beteiligt, die in den vergangenen Monaten immer wieder für Wirbel gesorgt hatte.

Quelle: ntv.de, hek/dpa